Andy Serkis: "Caesar wird mir immer besonders am Herzen liegen."

Im Trilogie-Finale "Planet der Affen: Survival" glänzt Andy Serkis noch einmal als Primatenanführer Caesar. Mit uns sprach der einstige Gollum-Darsteller über seine zweite große Paraderolle und die Zukunft der Performance-Capture-Technik.

Seit Andy Serkis in den Filmen der "Der Herr der Ringe"- und "Der Hobbit"-Saga als Gollum die schauspielerische Show stahl, gilt der 53-jährige Londoner als Pionier der "Performance Capture"-Technik. Zum König dieser darstellerischen Disziplin, in der Bewegungen und Mimik des Schauspielers über unzählige kleine Punkt-Marker an Körper und Gesicht von rund um den Darsteller positionierten Kameras erfasst und in ein 3D-Computerprogramm umgesetzt werden, aber mit der neuen Prequel-Trilogie der "Planet der Affen"-Saga, die jetzt mit "Planet der Affen: Survival" zum krönenden Abschluss kommt.

Was seine Paraderolle des Primatenanführers Caesar so besonders macht, verriet uns Andy Serkis im Gespräch...

Andy Serkis über "Planet der Affen: Survival"

Andy Serkis im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie geht die Saga von Caesar weiter?

ANDY SERKIS: Der Konflikt zwischen Affen und Menschen ist eskaliert und es herrscht Krieg. Beide Gattungen kämpfen ums Überleben. Caesar hat sich zu einem sehr einfühlsamen und ausgeglichenen Anführer entwickelt, der versucht, eine friedliche Lösung und Koexistenz zu finden – bis ihn ein furchtbares Ereignis auf einen Pfad von Hass und Rache führt.

Promo-Spot zu "Planet der Affen: Survival"

Caesar hat sich in den ersten zwei Filmen vom Vierfüßler zum Zweifüßler entwickelt und das Sprechen gelernt. Was können wir in "Survival" von unserem Helden erwarten?

Er ist einfach reifer als in den ersten beiden Filmen. Da er mit Menschen aufgewachsen ist, hat er ihr Verhalten und ihre Sprache erlernt. In "Survival" kommunizieren die Affen weniger mit Zeichensprache oder Lauten, sondern mehr mit Worten. Caesar ist besonders fließend, was das Sprechen betrifft. Und er stand noch nie so gerade wie in diesem Film.

Vermissen Sie als Darsteller den etwas primitiveren Caesar?

Eigentlich nicht, denn das krumm Gehen und Stehen kann sehr schmerzhaft für den Körper sein. Caesar als Kleinkind darzustellen hat extrem weh getan. Es grenzte fast an Brutalität. Der erwachsene Caesar war zwar ein Kinderspiel für meinen Körper, aber dafür litt meine Seele. Vor allem in "Survival" forderte diese Rolle mich emotional und psychologisch sehr heraus.

Was hat "Survival" so herausfordernd für Sie gemacht?

Dieser Film bedeutet nicht nur Krieg für den Planet der Affen, sondern auch Krieg für Caesars Seele. Wie Moses möchte er sein Volk in das Gelobte Land führen. "Survival" hat mich auch sehr an klassische Western wie „Der Texaner“ erinnert oder an Kurosawas "Yojimbo – Der Leibwächter". Das Ziel von Regisseur Matt Reeves war es, einen Film zu drehen, der ehrlich, episch und rau ist. Der Zuschauer wird weder die Seite der Affen noch die der Menschen ergreifen, sondern auf das Überleben beider Gattungen hoffen. Und das finde ich toll.

In Hollywood gilt der Name Andy Serkis als Synonym für die "Performance Capture"-Technik. Wie sehen Sie die Zukunft dieser schauspielerischen Kunstform?

Mit meiner Firma The Imaginarium in London arbeiten wir an neuen Methoden, so dass Performance Capture nicht nur fürs Kino genutzt wird, sondern auch für TV-Produktionen. Sogar für die Theaterbühne, indem die Darbietung eines Schauspielers mittels Performance Capture live als Avatar auf einen Bildschirm projiziert wird. Mit dieser Technik ist die Handlung nicht nur auf menschen- oder affenähnliche Figuren begrenzt, da der Schauspieler jegliche erdenkliche Kreatur oder abstrakte Formen darstellen kann.

Und wie sieht die Zukunft für Caesar aus? Wird "Survival" das letzte Mal sein, dass wir Sie in dieser Rolle zu sehen bekommen?

Das Tolle an Performance Capture ist, dass die Möglichkeiten unbegrenzt sind. Mit dieser Technik kann ich in jegliche Rollen schlüpfen. Aber Caesar wird mir immer besonders am Herzen liegen, denn es war das erste Mal, dass ich eine Figur von Kindheit bis ins hohe Alter selbst darstellen konnte.

Interview: Anke Hofmann

Kommentare einblenden

Kino-Event der Woche: "Planet der Affen: Survival"

Der Konflikt zwischen Primaten und Menschen eskaliert: Zum Abschluss der Prequel-Trilogie zur legendären "Planet der Affen"-Saga stürzt sich Andy Serkis als Affenanführer Caesar in eine Rachemission.
Mehr lesen