Robert De Niro: "Stand-up-Comedy ist masochistisch"

Ab 31. August im Kino: Robert De Niro als "The Comedian" Jackie Burke – Foto: © 2016 Warner Bros. Entertainment
Ab 31. August im Kino: Robert De Niro als "The Comedian" Jackie Burke – Foto: © 2016 Warner Bros. Entertainment
Zum Kinostart der Tragikomödie "The Comedian" trafen wir den Oscar-prämierten Hollywood-Star zum Gespräch über sein eigenes Komiker-Talent und die hohe Kunst des Bühnenhumors.

Am 31. August finden sich unter den Kino-Events der Woche gleich drei sehenswerte Neustarts, in denen ehemalige GOKA-Gewinner die Hauptrolle spielen. Einer von ihnen ist Robert De Niro (GOLDENE KAMERA 2008). In der Tragikomödie "The Comedian" spielt der zweifache Oscar-Preisträger den in die Jahre rabiaten Millionärstochter Harmony (Leslie Mann) eine Art zweiten Frühling erlebt.

Robert De Niro im Interview

GOLDENE KAMERA: Sind Sie von Natur aus komisch?

ROBERT DE NIRO: Keine Ahnung, aber meine Mutter fand mich immer lustig. (lacht)

Wie würden Sie Ihren eigenen Humor beschreiben? Was bringt Sie zum Lachen?

Ich finde so ziemlich alles lustig, was andere auch lustig finden. Aber vor allem Situationskomik und Ironie treffen meinen Lach-Nerv. Wenn das Leben zum Heulen ist, lache ich laut los, denn sich ärgern hilft auch nicht weiter.

Trailer zu "The Comedian" (Kinostart: 31.8.2017)

Dieses Projekt lag Ihnen schon seit Jahren am Herzen. Warum war Ihnen "The Comedian" so wichtig?

Drehbuchautor Art Linson und ich haben meine Figur Jackie Burke ins Leben gerufen, um Dinge zu sagen, die uns schon immer auf der Zunge lagen. Vor sieben oder acht Jahren haben wir dann endlich angefangen, Geld und Menschen für dieses Projekt zu finden. Zuerst wollten wir, dass mein alter Freund Sean Penn Regie führt, aber leider hat das nicht geklappt. Dann hat Art den "Ray"-Regisseur Taylor Hackford kennen gelernt und ihn mir vorgestellt. Taylor war perfekt als Regisseur für diesen Film, und ich bin so froh, dass das Schicksal uns zusammen gebracht hat.

Haben Sie als Vorbereitung für diese Rolle Comedy Clubs besucht oder Ihre Stand-up-Muskeln trainiert?

Weder noch, denn ein guter Comedy-Act braucht jahrelange Erfahrung, und die konnte ich mir nicht in ein paar Wochen aneignen. Stattdessen habe ich vor Komparsen im Comedy Cellar geprobt. Beim ersten oder zweiten Mal haben sie gelacht, und das hat mich angespornt. Aber danach kannten sie meine Jokes schon und haben nicht mehr gelacht. Ich habe dann darauf bestanden, dass sie trotzdem lachen müssen, denn sonst fehlt mir die Energie. (lacht) Ein Stand-up-Komödiant braucht die Reaktion des Publikums.

Ich hatte außerdem eine fantastische Lehrerin: Jessica Kirson. Sie hat mir Stand-up-Comedy beigebracht. Diese Kunstform ist sehr masochistisch, denn man darf keine Angst vor dem Versagen haben, muss sich einfach in der Meute aussetzen und hoffen, dass man nicht stirbt. Denn die Chance, dass man mit seinen Witzen auf die Nase fällt, ist groß.

Wer sind Ihre Comedy-Vorbilder?

Jon Stewart. John Oliver. Bill Maher. Und viele andere Late-Night-Hosts. Ich mag es, wenn Humor politisch wird. "Saturday Night Live" ist zur neuen Bibel geworden, wenn es um Kommentare über die Situation in der Welt und vor allem in Amerika geht.

Interview: Anke Hofmann

Kommentare einblenden

Bestseller im Kino: Die meistverfilmten Autoren

Romanverfilmungen liegen im Trend. Doch von welchem Autoren wurden die meisten Bücher fürs Kino verfilmt? GOLDENE KAMERA stellt die zehn Autoren der Top 5 vor.
Mehr lesen