GOKA-Star der Woche: Jennifer Lawrence

Mit eigenem Kopf und Oscar im Regal: Jennifer Lawrence zählt zu den Topverdienern unter den Stars – auch dank ihrer großen Klappe.

Mit Lichtgeschwindigkeit stieg sie zur Schauspielsensation und Blockbuster-Heldin auf, die offensichtlich alles kann. Mit gerade 27 Jahren hält Lawrence Platz drei der bestbezahlten Schauspielerinnen. Und ist die jüngste, die vier Oscarnominierungen verbuchen kann. Mit 22 gewann sie, im zweiten Anlauf, für die romantische Komödie "Silver Linings". Ihr Oscar-Auftritt blieb in Erinnerung: Wie sie in ihrem langen Kleid auf der Treppe hinschlug und nach dem peinlichen Ausrutscher wieder mal mit erfrischender Selbstironie glänzte – typisch!

Jennifer Lawrence gewinnt für ihre Rolle in "Silver Linings" 2013 einen Oscar

Karrierestart mit 19

Der wohl bodenständigste Superstar der Welt wuchs auf einer Pferdefarm in Kentucky auf, mit zwei großen Brüdern. In der Vorschule gab es oft Theater, Jennifer war schon damals speziell. "Die backten da Plätzchen, und ich wollte Ball spielen!" Legendär auch diese Anekdote vom ersten und letzten Werbejob in Teenie-Zeiten: Die Models sollten Beachball spielen. Während sich die anderen hübsch in Pose warfen, hechtete Jennifer mit knallrotem Kopf hinter dem Ball her.

Für das raue Hinterwäldlerdrama "Winter's Bone", das ihr Durchbruch werden sollte, fand man die damals 19-Jährige eigentlich zu hübsch. Also erschien sie zum Casting mit fettigen Haaren. Eine Schauspielschule hat sie nie von innen gesehen. Wozu auch? "Ich war schon immer von Menschen fasziniert und habe sie genau beobachtet. Das ist der beste Schauspielunterricht, den es gibt." Die Leichtigkeit, mit der sie aus dem Stand die emotionalsten Szenen abliefert, nachdem sie eben noch einen dreckigen Witz erzählt hat, ringt Regisseuren und gestandenen Kollegen Respekt ab. Jennifer Lawrence winkt ab: "Ich lerne einfach meinen Text."

Anders als so viele Kolleginnen pfeift sie auf Diäten. Ihre Vorliebe für Tortillachips ist berüchtigt: Bei ihren Mampfattacken am Set hat sie schon diverse Kostüme mit Fettflecken ruiniert. "Ich bin unausstehlich, wenn ich Hunger habe. Wie soll ich da auch arbeiten?"

Jennifer Lawrence in "mother!"

Für den Psychothriller "mother!" (Kinostart: 14. September) brauchte sie definitiv reichlich Nervennahrung. Aber Lawrence wollte unbedingt mit dem Visionär Darren Aronofsky arbeiten und sagte zu, bevor es überhaupt ein fertiges Skript gab. Ja, der Dreh war aufreibend, aber sie will sich auch verausgaben. So wie ein Sportler, der jeden Wettbewerb mitnimmt: "Je höher die Latte liegt, desto mehr reizt es mich."

Jennifer Lawrence ist ehrgeizig – und obendrein ein bekennender Workaholic: Seit sieben Jahren gönnt sie sich kaum eine Pause. "Es deprimiert mich, wenn ich morgens aufwache und nichts zu tun habe." Wie sie es schafft, bei dem Erfolg nicht abzudrehen? "Warum sollte ich? Ich rette schließlich keine Menschenleben, ich drehe bloß Filme."

Topverdienerin in Hollywood

Deshalb findet sie auch, dass Schauspieler absurd überbezahlt sind. Eigentlich. Als sie jedoch erfuhr, dass ihre Co-Stars Bradley Cooper und Christian Bale in "American Hustle" (2013) eine höhere Gage bekamen, rastete sie aus. Aus Prinzip: "Es kann nicht sein, dass Frauen für die gleiche Arbeit immer noch schlechter bezahlt werden als Männer!"

Satte 20 Millionen Dollar handelte Lawrence daraufhin für die Sci-Fi-Romanze "Passengers" (2016) aus. Das hat vor ihr erst eine geschafft: Julia Roberts. "Ich kenne niemanden, der so offen und zugleich so professionell ist", sagt Chris Pratt über seine Filmpartnerin mit der großen Klappe. "Wenn Jen sauer ist, kriegst du das schon mit. Keine Zicken. Bei ihr weiß man immer genau, woran man ist."

Berühmt zu sein, sagt Lawrence, sei "ein Geschenk mit Nebenwirkungen." Klar nerven Paparazzi. "Aber ich werde gehört, wenn ich etwas zu sagen habe." Nach den rechtsradikalen Ausschreitungen in Charlottesville unterstützt Jennifer Lawrence eine Kampagne, die alle Teilnehmer der Neonazidemo zur Fahndung ausschreibt, und postete die "Gesichter des Hasses" auf Facebook:

Für Steven Spielberg spielt sie demnächst eine Kriegsreporterin, zu Recherchen reiste sie in den Sudan. Bequem macht Jennifer Lawrence es sich wirklich nicht.

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