Kino-Event der Woche: "Logan Lucky"

007-Darsteller Daniel Craig als schlecht blondierter Knastproll Joe Bang.
Die Logan-Geschwister Jimmy (Channing Tatum), Mellie (Riley Keough) und Clyde (Adam Driver) halten auch in schwierigen Zeiten zusammen.
Die Bangs (v.l.n.r.): Fish Bang (Jack Quaid), Sam Bang (Brian Gleeson) und Joe Bang (Daniel Craig).
Mellie Logan (Riley Keough)
Jimmys Exfrau Bobbie (Katie Holmes) ist ein fieses Biest.
Joe Bang (Daniel Craig)
Clyde Logan (Adam Driver, links) und Jimmy Logan (Channing Tatum)
Joe Bang (Daniel Craig)
Jimmy Logan (Channung Tatum) mit seiner Tochter Sadie (Farrah Mackenzie)
Clyde Logan (Adam Driver), Joe Bang (Daniel Craig) und Jimmy Logan (Channing Tatum) während ihres großen Coups beim legendären NASCAR-Rennen.
Jimmy Logan (Channing Tatum, rechts) stellt Clyde Logan (Adam Driver, links) seinen wasserdichten Plan vor
Joe Bang (Daniel Craig)
Jimmy Logan (Channing Tatum)
Der Oscarpreisträger Steven Soderbergh exklusiv über seine "Ocean's Eleven"-Variante "Logan Lucky" (ab 14. September im Kino) und seinen Kampf gegen Hollywood.

Mit seinem Rückzug aus dem Kinogeschäft und der Abrechnung mit der Branche auf dem San Francisco Film Festival 2013 sorgte Steven Soderbergh (54) für Aufsehen. Doch nach nur vier Jahren kehrt der Mann, der Julia Roberts zum Oscar pushte (in "Erin Brockovich") und ihn für "Traffic" 2001 selbst gewann, mit einer Art Unterschichtenversion seines größten Hits "Ocean's Eleven" zurück.

Darum geht's in "Logan Lucky"

West Virginia, USA: Durch eine Beinverletzung hat Jimmy Logan (Channing Tatum) die Hoffnung auf eine Football-Karriere verloren, seinen Job als Minenarbeiter ist er auch grade los, zudem piesackt ihn seine Ex, weil er sich nur unzuverlässig um die gemeinsame Tochter kümmert. Da hat der an sich unbescholtene, einfache Kerl eine Idee: Mit seinem Bruder Clyde (Adam Driver), einem einarmigen Barkeeper, und Friseusen-Schwester Mellie (Riley Keough) will er sich in zehn Schritten zum Gangster ausbilden und das NASCAR-Rennen in Charlotte bestehlen. Helfen muss dabei Tresor-Experte Joe Bang (Daniel Craig) – doch der sitzt im Knast ...

Trailer zu "Lucky Logan" (Kinostart: 14. September 2017)

Hintergrund

Steven Soderbergh vertreibt den Film ohne Hollywoodstudio, ein Experiment, das unabhängigen Filmemachern Mut machen und positive Folgen für das Business haben könnte.

Interview mit Steven Soderbergh

Sie kommen mit einer Komödie ins Kino zurück. Wollten Sie keinen "ernsten" Film machen?

Exakt! Die Vorstellung, noch ein richtiges Drama wie "Che" zu drehen, habe ich mir damals im Dschungel aus dem Kopf geschlagen. Ein Genrefilm ist eine viel interessantere Herangehensweise. Der ist wie ein Gefäß, mit dem du Inhalte transportierst, die für den Plot nicht wesentlich sind. "Logan Lucky" macht Spaß, hat aber auch andere Dinge im Sinn, die der Zuschauer mitnehmen kann oder auch nicht.

Wird der Eigenvertrieb eines Superstar-Films ohne Studio im Rücken das Business verändern?

Ich hoffe es. Die Studios haben sich abgewendet von Filmen mit einem gewissen Budget, die Erwachsene ansprechen und nicht auf Teufel komm raus blindes Spektakel sein wollen. Mit dem Verkauf der Auslandsrechte ist der Film bezahlt, jedes US-Ticket unser Gewinn. Übrigens: Jeder, den ich kenne, lügt über Kosten! Alles, was Sie dazu lesen, ist falsch. Das ist alles viel teurer. Die ökonomische Situation der Studios ist ungesund.

In den letzten vier Jahren, in denen Sie eine TV-Serie und einen TV-Film drehten, hat sich einiges getan ...

Ja, die Landschaft hat sich verändert. Netflix ist sehr aggressiv, auch Amazon, jetzt kommt Apple mit Inhalten – es ist ein bisschen wie der Wilde Westen! Für mich ist das eine tolle Zeit, denn es gibt viele Adressen, wo ich anklopfen kann ...

Sie haben unterschiedlichste Schauspieler für Ihren Film zusammengebracht – wie war das Casting?

Interessant. Ich wollte ein polyphones Feeling, jede Figur sehr eigen und ausgeprägt, jeder Schauspieler mit etwas Unüblichem oder gar Extremem. Daniel kannte ich privat und wusste um seinen Sinn für Humor – Mann, macht es Spaß, mit ihm abzuhängen! Deshalb dachte ich, er würde es lieben, mal so lustig zu sein wie im wirklichen Leben. Ich lasse meinen Schauspielern ja so viel Freiheit wie möglich, und die komischen Haare etwa waren Daniels Idee! Er schickte mir ein Foto: "Es geht so in diese Richtung." Ich antwortete: "Super!" Mir ist es egal, wie meine Schauspieler aussehen, sie können machen, was sie wollen. Ich denke, das war eine große Befreiung für Daniel nach den Bond-Filmen, bei denen jeder darauf fixiert ist, wie er aussieht.

Sie sind bekannt dafür, zu Ihrer Inspiration exzessiv Filme zu schauen. Was war es diesmal?

"Vier schräge Vögel" mit Robert Redford, einer meiner liebsten Bankräuberfilme. Ich wollte sichergehen, dass wir dieses Listige behalten. Komödien heute sind extrem verbal. Nichts Visuelles passiert, sie halten die Kamera auf Leute, die was sagen. Bei uns gab es keine Schauspieler, die nicht wissen, wo die Gags sitzen. Als Daniel mit Bleistiften und Gummibären eine Bombe baute, musste ich deshalb lauthals loslachen und habe prompt die Szene ruiniert.

GOKA-Wertung

Der skurrile Humor und die sensible Darstellung von Menschen in prekären Lebenssituationen ergänzen sich hier ganz wunderbar.

Muss ich sehen, weil...

..."Logan Lucky" herrlich witzig, schräg und gefühlvoll ist .

Für Fans von...

..."Ocean's Eleven" (2001)

Das Comeback der Kinohits

Der Kinohit "Mord im Orientexpress" aus dem Jahr 1974 wird neu verfilmt: Mit Johnny Depp als US-Tycoon Ratchett.
"Jumanji" (1995): Ein altes magisches Würfelspiel katapultiert seine Opfer in einen Dschungel voller Gefahren: Mit jedem Zug taucht ein neues Hindernis auf, etwa Urwaldbiester oder Naturkatastrophen. Doch wer einmal eine Partie beginnt, muss sie auch zu Ende bringen – sonst droht „Jumanji“ die Welt ins Chaos zu stürzen. Vor 22 Jahren geriet Kirsten Dunst (M.) als Teenie ins temporeiche Abenteuer: Ihre Filmfigur, die Waise Judy, traf mit ihrem Bruder und einem Gefangenen des Spiels (Robin Williams, r.) auf eine Elefantenherde und andere Bedrohungen.
"Jumanji"-Reboot (Kinostart: 21.12.2017): Aus dem Brettspiel ist 2017 ein altes Videogame geworden, und vier nachsitzende Schüler schmeißen die Konsole an – mit den bekannten Folgen. Allerdings landen die Teenager in den Körpern der Spielfiguren im Dschungel, also in Gestalt von Dwayne Johnson (2.v.l.), Jack Black und Co. Die Neuauflage soll auch ein Tribut an den 2014 verstorbenen Robin Williams enthalten: in Form von Hinweisen, die Williams' Filmfigur im Urwald hinterlassen hat.
"Tomb Raider": Der Hype um das Videospiel führte ab 2001 zu zwei Verfilmungen mit Angelina Jolie in der Hauptrolle. Trotz anfänglicher Skepsis über die Besetzung – Jolie erfüllte nicht die Oberweiten-Erwartungen vieler Fans und sollte als US-Amerikanerin eine Britin spielen – überzeugte sie in der Rolle.
"Tomb Raider"-Reboot (Kinostart: 15.3.2018): Der Film-Reboot ist ein Nachzügler, denn schon die Game-Reihe fing 2013 noch einmal von vorn an. Oscarpreisträgerin Alicia Vikander (Foto) passt perfekt zu dem realistischeren Look der neuen Lara Croft. Der Film erzählt, wie Lara überhaupt zur Abenteurerin wird: Die 21-jährige Millionenerbin will das Verschwinden ihres exzentrischen Vaters erforschen und reist an dessen letzten bekannten Aufenthaltsort, eine sagenumwobene Gruft auf einer Insel vor Japan. Regie führt der Norweger Roar Uthaug („The Wave“).
"Mord im Orientexpress" (1974): Nur zähneknirschend gab Agatha Christie die Rechte ihres Werks frei, nachdem der Grande Dame einige Krimiverfilmungen in den 60ern missfallen hatten. Das Resultat von 1974 überzeugte sie, nur Albert Finney in der Rolle des Poirot (Foto, l.) schloss sie von ihrem Lob aus. Bei Publikum und Kritik kam der Nervenkitzel mit Sean Connery und Lauren Bacall gut an, Ingrid Bergman (Foto, r.) erhielt für ihre Rolle als schwedische Missionarin Greta einen Oscar.
"Mord im Orientexpress"-Reboot (Kinostart: 23.11.2017): Auf der Strecke London–Istanbul wird in dem berühmten Luxuszug ein US-Magnat brutal ermordet. Eine Schneeverwehung zwingt den Zug zum Halt, die Passagiere stecken fest – und mit ihnen der Mörder. Gemeinsam mit seinem Freund Bouc und einem anwesenden Arzt beginnt Hercule Poirot (Kenneth Branagh, Foto) die Ermittlungen.
Genau wie damals trumpft der Reboot von "Mord im Orientexpress" mit hoher Stardichte auf: Johnny Depp (Foto), Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz und Judi Dench zählen zum Ensemble. Kenneth Branagh spielt den Poirot, führt Regie – und verspricht einige Abweichungen sowie einen noch düstereren Film, der den Ton des Romans besser einfangen soll. Das Drehbuch stammt von Michael Green („American Gods“).
"Ocean's Eleven" (2001): Die Freunde des gewieften Gangsters Danny Ocean tun sich zusammen, um in einer einzigen Nacht den größten Coup aller Zeiten zu landen. Steven Soderbergh bediente sich 2001 bei „Frankie und seine Spießgesellen“ von 1960, statt des Rat Packs spielten u. a. George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon die Bande auf einem smarten Kasino-Raubzug durch Las Vegas.
"Ocean's Eight"-Reboot (Kinostart: 21.6.2018): Diesmal sind die Mädels dran, wenn Danny Oceans Schwester Debbie (Sandra Bullock) mit ihren Komplizinnen (Rihanna, Anne Hathaway, Cate Blanchett u. a.) einen Überfall auf die Met Gala, eines der größten Society-Events in New York City einfädelt. Produziert wird der Spaß von Soderbergh und Clooney.
"Mary Poppins" (1964): Der Ostwind trägt Mary Poppins in den Kirschbaumweg Nummer 17, London: Das neue Kindermädchen übernimmt freundlich, aber bestimmt bei Familie Banks das Regiment.
Aus den Poppins-Geschichten von P. L. Travers entstand 1964 bei Walt Disney ein Musical mit Zeichentrickfiguren und unvergesslichen Hits. Der Lohn waren fünf Oscars, einer davon für die Hauptdarstellerin Julie Andrews (Foto).
"Mary Poppins"-Reboot (Kinostart: 20.12.2018): Mitte der 30er, über zwei Jahrzehnte nach der Story des Vorgängers, verliert Familienvater Michael Banks, der Junge aus dem Original, seine Frau. Da kommt Mary Poppins (Emily Blunt) wie gerufen. Es gibt einen Ausflug auf die Spitze des Big Ben, neue Songs und einen Auftritt von Meryl Streep als Marys Cousine Topsy Poppins.
"Flatliners" (1990): Um den Nahtod zu erforschen, versetzen sich fünf Medizinstudenten gegenseitig in den klinischen Tod. Mit jedem Mal zögern sie die Reanimierung weiter hinaus, was sich als extrem riskantes Manöver entpuppt ...
"Flatliners"-Reboot: Diesmal besteht die Gruppe mehrheitlich aus weiblichen Neugierigen, Ellen Page („Inception“) führt das Quintett an. Das Jenseits, im Original hauptsächlich Rückblenden, soll diesmal wie ein verrückter LSD-Trip wirken. Und Kiefer Sutherland kehrt als Nelson Wright zurück, mittlerweile Professor.
Im "Flatliners"-Reboot (Kinostart: 23.11.2017) spielt Nina Dobrev die schockierte Marlo.
"Flatliners", "Mary Poppins", "Tomb Raider": Gleich eine ganze Reihe Kinohits kehren neu verfilmt auf die Leinwand zurück! Wir zeigen die ersten Bilder der kommenden Neuauflagen.
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