Julianne Moore: "Wegen Colin Firth spiele ich in 'Kingsman' mit"

Julianne Moore spielt in "Kingsman: The Golden Circle" die skrupellose Poppy, die die Kingsmen auslöschen will. Wir trafen unsere GOLDENE KAMERA-Preisträgerin zum Interview.

Der erste Teil, "Kingsman: The Secret Service" (2014), nach den Comics von Mark Millar ("Kick-Ass", "Wanted") war herrlich verrückt, cool – und sehr brutal. Fast 800.000 Zuschauer sahen den Film in Deutschland, weltweit spielte er 415 Millionen Dollar ein. Nun startet am 21. September mit "Kingsman: The Golden Circle" der 2. Teil in den deutschen Kinos.

Darum geht's in "Kingsman: The Golden Circle"

Trailer zu "Kingsman: The Golden Circle"

Die britischen Agenten Harry Hart (Colin Firth), Schüler "Eggsy" (Taron Egerton) und Lehrer Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Julianne Moore) will die Kingsmen auslöschen. Nach einer Attacke auf ihr Hauptquartier haben die drei Kingsmen nur eine einzige Spur: eine Flasche Kentucky Whiskey. Die führt sie zu einer ähnlich geheimen Gruppe aus den USA: den Statesmen um Agent Tequila (Channing Tatum), Agent Champagne (Jeff Bridges) und Agent Whiskey (Pedro Pascal, "Narcos"). Mit dabei sind auch noch Ex-Bondgirl Halle Berry als Sekretärin, der frühere FC-Wimbledon-Abwehrrecke Vinnie "die Axt" Jones und Elton John.

Video-Interview mit Taron Egerton und Pedro Pascal

Zum Video-Talk trafen wir Kingsman Taron Egerton und Statesman Pedro Pascal. Wer den besseren Spion abgibt? Das verraten die beiden Schauspieler im fröhlichen Video-Talk:

Taron Egerton und Pedro Pascal über "Kingsman: The Golden Circle"

Interview mit Julianne Moore

Zudem trafen wir Poppy alias Julianne Moore zum Interview. Ob in ihr auch etwas Böses wie in ihrer Schurken-Rolle Poppy steckt und welche Tarnung sie für ihre eigene Geheimorganisation wählen würde, verrät sie im Video-Talk:

Julianne Moore über "Kingsman: The Golden Circle"

Wie viel Spaß macht es, eine Schurkin zu spielen?

Ich liebe die Schurken von (Regisseur) Matthew Vaughn. Sam (Samuel L.) Jacksons Valentine im ersten "Kingsman" war köstlich. Matthews Bösewichte müssen klare Absichten haben. Der Grund für ihre Gemeinheiten muss fast Sinn machen. Fast! Und es muss viel auf dem Spiel stehen. Mir gefällt es, dass meine Figur eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist, die einfach nicht verstehen will, warum ihr Erfolg nicht öffentlich – und legal – gepriesen werden darf. Wenn abhängig machende Produkte wie Zucker, Alkohol oder Tabak erlaubt sind, warum nicht ihre Drogen? Natürlich nimmt sie keinerlei Rücksicht auf die menschlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen und denkt nur an sich (lacht).

Wer war Ihr "böses" Vorbild?

Meine Inspiration war "Superman," den ich als Kind gesehen und geliebt habe. Gene Hackman und Valerie Perrine waren faszinierende Bösewichte: einerseits total verrückt, aber trotzdem ganz normal.

Freuten Sie sich, dass Sie wieder mit Colin Firth arbeiten konnten?

Colin ist der Grund, warum ich in diesem Film mitspiele. Wir haben uns erst am Set von "A Single Man" kennen gelernt, obwohl wir den gleichen Freundes- und Arbeitskreis haben. Wir verstanden uns auf Anhieb und sind auch nach dem Dreh in Kontakt verblieben. Auf einmal bekam ich einen Text von ihm: "Hast du 'Kingsman' gesehen? Hat der Film dir gefallen? Matthew möchte dir die Schurken-Rolle in der Fortsetzung anbieten." Ich war natürlich begeistert, vor allem weil ich mich auf die Zusammenarbeit mit Colin freute. Aber dann stellte sich heraus, dass wir nur eine gemeinsame Szene am Ende des Film haben (lacht).

Da Poppy abgeschottet von der Gesellschaft leben muss, hat sie sich ihre eigene Welt à la Disneyland gebaut. Wie würde der Julianne Moore-Vergnügungspark aussehen?

(lacht) Wahrscheinlich wie mein Haus. Als Kind habe ich immer von einem eigenen Haus geträumt. Jetzt, wo ich mir diesen Wunsch erfüllt habe, will ich am liebsten nicht mehr weg. Ich liebe alles, was in meinem Haus ist: das Geschirr, meine Kleider.

Kein Interesse an einer Kegelbahn, einem Schönheitssalon oder einem Diner wie Poppy?

Nein. Ich bin sehr praktisch veranlagt. Mein erster Gedanke ist immer: Und wer muss sich dann um alles kümmern? Natürlich hätte ich gerne eine Farm. Aber mir fehlt einfach die Zeit dafür (lacht).

Poppy ist wie Martha Stewart in ihrer eigenen Welt. Wie sehen Ihre Kochkünste aus?

Nicht gut. Mir fehlt einfach das Interesse dafür. Und die Geduld, weil ich nur koche, wenn ich hungrig bin, und dann dauert alles zu lange (lacht). Meine Backkünste sind etwas besser, weil ich dabei einfach nur den Anweisungen des Rezepts folgen muss. Meine Mutter weigert sich, Geld für Kuchen oder Süßigkeiten auszugeben. Wenn meine Geschwister und ich also Lust auf etwas Süßes hatten, mussten wir es selber backen oder machen. Als Kind stand ich also jedes Wochenende am Backofen und habe etwas Leckeres gebacken: Kirschkuchen, Zitronen-Baiser-Torte, Erdnussbutterplätzchen, Schokoladen-Fondant. Egal was, Hauptsache süß. Als ich älter war, habe ich vor allem Brote gebacken. Aber jetzt backe ich eigentlich nur Maisbrot, und das nur an Thanksgiving (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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