Kino-Event der Woche: "Blade Runner 2049"

35 Jahre nach "Der Blade Runner" geht Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker in die zweite Runde. Wir verraten, ob das späte Sequel mit Ryan Gosling und Franchise-Rückkehrer Harrison Ford den hohen Erwartungen gerecht wird.

Am 5. Oktober ist es soweit: "Blade Runner "2049" startet in unseren Kinos und lässt das Wagnis einer Fortsetzung eines so kultisch verehrten wie rätselhaften Filmklassikers Realität werden. Das Drehbuch zum Sequel schrieb Ridley Scott mit seinem damaligen Co-Autor, übergab die Regie allerdings an den Kanadier Denis Villeneuve, der 2016 mit "Arrival" bewies, dass er Sci-Fi mit Anspruch verbinden kann.

Hintergrund

Harrison Ford und Sean Young fliehen durch das Treppen­haus. Dabei tritt sie versehent­lich auf ein Origami: ein Einhorn, gefaltet aus Kaugum­mipapier. Als sich die Fahrstuhltür hinter den beiden schließt, ist der Film zu Ende – und lässt den Zuschauer komplett ratlos zurück!

Zu Ausgang und Aussage von Ridley Scotts "Der Blade Runner", den der Schöpfer der "Alien"-Saga 1982 nach Motiven aus Philip K. Dicks Romanklassiker "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" gedreht hat, existieren bis heute viele Theorien – auch weil es nicht weniger als sieben Schnittfassungen gibt.

Trailer zu "Blade Runner" (1982)

Die wich­tigste davon ist der Director's Cut von 1992: Hier wurden nicht nur die lästigen Sätze aus dem Off – die Harrison Ford in der Original­version spricht – herausgeschnitten und Ge­waltszenen wieder eingefügt. Es kam auch eine Traumsequenz von Fords Figur hinzu: Replikantenjäger Rick Deckard, der sich in die Replikantin Rachael (Sean Young) der Katego­rie Nexus 6 mit vier Jahren Lebensdauer ver­liebt hat, träumt darin von einem Einhorn. Damit bekamen die berühmten Origami­szenen des Films einen komplett neuen Sinn:Denn es war Deckards Polizeikollege Gaff (Edward James Olmos), der am Schluss das Einhorn für Deckard bastelte. Dies hieße aber nichts an­deres, als dass Gaff von Deckards Traum weiß, weil Deckard selbst ein Replikant ist und Gaff dessen Programmierung kennt. Eine von vielen Spekulationen, die jetzt (zum Teil) in der Fortsetzung "Blade Runner 2049" aufgeklärt werden.

Darum geht's in "Blade Runner 2049"

Los Angeles im Jahr 2049. 30 Jahre nach den Ereignissen von "Der Blade Runner" ist Replikantenjäger "K" (Ryan Gosling) auf der Suche nach Rick Deckard (Harrison Ford), der damals mit der Replikantin Rachael spurlos verschwunden war. "K" ist zugleich auf der Suche nach seiner eigenen Identität und hat nicht nur aus Sorge um seine Model-Freundin Joi (Ana de Armas) eine Menge Fragen an seinen Vorgänger. Doch "K" ist nicht der einzige, der an Rick Deckard interessiert ist, auch Luv (Sylvia Hoeks) macht Jagd auf ihn – im Auftrag des mysteriösen Replikantenherstellers Niander Wallace (Jared Leto).

Trailer zu "Blade Runner 2049" (Kinostart: 5.10.2017)

GOKA-Wertung

"Blade Runner 2049" beginnt mit einer Szene, die ursprünglich das Original von 1982 einleiten sollte und so auch in dem zugrunde liegenden Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" vorkommt: "K" (statt Deckard) besucht ein altes Farmhaus und schickt den dort untergetauchten Replikanten Sapper Morton (Dave Bautista) "in Rente".

Prequel-Kurzfilm zu "Blade Runner 2049" mit Dave Bautista

Nicht nur hier wird deutlich, dass sich Denis Villeneuve für sein Sequel spürbar von der literarischen Vorlage inspirieren ließ: "Mein Film orientiert sich eng an der Novelle von Philip K.Dick, in der sich sämtliche Figuren selbst fragen, ob sie Androiden sind", so der Regisseur gegenüber der GOLDENEN KAMERA. Außerdem hat der 50-jährige Kanadier in seinem Film den berühmten Noir­-Look des Ridley-Scott-Originals sehenswert weiterentwickelt: „Wir haben wieder eine sehr dichte Atmosphäre – Nebel, Regen, Smog. Aber das Klima ist kollabiert, und es schneit in L.A. Der erste Film war sehr schwarz, der zweite ist silberfarben.“

Muss ich sehen, weil...
...Villeneuves Sci-Fi-Spektakel das perfekte "Blade Runner"-Sequel mit grandioser Optik, vielen neuen Mysterien und dem Duo Gosling/Ford in Topform ist.

Für Fans von...
..."Blade Runner" (1982) und Denis Villeneuves "Arrival" (2016)

Sendehinweis: Ridley Scotts originale "Blade Runner" läuft am 8. Oktober um 20.15 Uhr auf arte.

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