Harrison Ford: "'Blade Runner 2049' ist zutiefst menschlich"

Am Set von "Blade Runner 2049": Franchise-Rückkehrer Harrison Ford zeigt Regisseur Denis Villeneuve, wie man in der Zukunft mit Waffen hantiert
Am Set von "Blade Runner 2049": Franchise-Rückkehrer Harrison Ford zeigt Regisseur Denis Villeneuve, wie man in der Zukunft mit Waffen hantiert
Foto: © Sony Pictures
35 Jahre nach "Blade Runner" kehrt Harrison Ford in "Blade Runner 2049" zu seinen Sci-Fi-Wurzeln zurück. Wir trafen den 75-jährigen Hollywood-Haudegen zum Gespräch.

Seit dem 5. Oktober ist Harrison Ford wieder in einer seiner großen Paraderollen zu sehen. 1982 hatte er in Ridley Scotts "Der Blade Runner" den von Zweifeln geplagten LAPD-Polizisten Rick Deckard gespielt, der im Los Angeles des Jahres 2019 nach untergetauchten Replikanten jagt und am Ende des Films spurlos verschwand. In "Blade Runner 2049" tritt 30 Filmjahre später Ryan Gosling als Agent "K" in seine Fußstapfen – und sucht beim Vorgänger nach Schützenhilfe sowie Antworten auf die Fragen des menschlichen und künstlichen Seins...

Teaser-Trailer zu "Blade Runner 2049" (Kinostart: 5.10.2017)

Harrison Ford im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie war es, nach 35 Jahren wieder als Rick Deckard vor der Kamera zu stehen?

HARRISON FORD: Ich war extrem dankbar, einen neuen Lebensabschnitt dieser Figur darstellen zu können. "2049" spielt 30 Jahre nach den Handlungen im ersten Film und die "Blade Runner"-Welt hat sich dementsprechend verändert. Aber genau wie das Original erzählt auch das Sequel eine tief bewegende Geschichte, was meiner Meinung nach das Markenzeichen dieses Franchise ist. Trotz all dieser visuell beeindruckenden und epischen Szenen ist "Blade Runner 2049" zutiefst menschlich. Menschlich auf die "Blade Runner "-Art natürlich (lacht).

Wird "Blade Runner 2049" wieder Diskussionen über das Kreieren von künstlichen Menschen entfachen?

Für all diejenigen, die nie den ersten Film gesehen haben: In "Der Blade Runner" von 1982 ging es nie um Künstliche Intelligenz oder Roboter oder andere mechanisch-humanoide Konstruktionen, sondern um Replikanten, die biologisch von Menschen nicht zu unterscheiden sind. Der einzige Unterschied zwischen Replikant und Mensch besteht darin, wie sie gezeugt werden: Statt auf die altbewährte menschliche Art, die übrigens viel Spaß macht (lacht), werden Replikanten in einem Labor gezeugt und herangezogen. Und sie gelten als Besitz und handelbare Ware. Die DNA-Wissenschaft im ersten Film ist auf unheimliche Weise wahr geworden – heutzutage ist das Erzeugen menschlicher Zellen in Petrischalen möglich. Das einzige, was uns noch zurückhält, sind moralische Bedenken.

Was wären denn die Gefahren, Menschen im Labor zu erzeugen?

Die wichtigste Identität eines Menschen ist seine Herkunft. Der zukünftige Lebensweg ist ungewiss, aber unsere Kindheit prägt uns für den Rest unseres Lebens. Deswegen nehme ich die Verantwortung, Kinder zu großzuziehen, sehr ernst.

Was ist Ihre beeindruckendste Kindheitserinnerung?

Der Moment, als meine Tante in mein Zimmer kam und mir im Alter von drei Jahren sagte: "Du hast einen Bruder!" (lacht)

"Blade Runner 2049" spielt in Los Angeles, wo sie zu Hause sind. Haben Sie einen Lieblingsplatz? Und was erhoffen Sie sich für diese Stadt im Jahr 2049?

Mein liebster Platz in Los Angeles ist mein Zuhause (lacht). Und ich hoffe, dass es 2049 keine Obdachlosigkeit mehr gibt und wir die Umwelt noch nicht zerstört haben.

Fühlen Sie sich mit Blockbuster-Reihen wie "Blade Runner", "Star Wars" und "Indiana Jones" auf auf dem Konto als Action-Star?

Nein, denn in diesen Filmen dreht es sich um mehr als nur um Action. Ich habe noch nie einen Film nur für die Action gedreht. Als Schauspieler möchte ich alle möglichen Genres ausprobieren und mich in verschiedenen Rollen ausdrücken.

Macht es Ihnen im fortgeschrittenen Alter nichts aus, wenn Sie wie bei "Blade Runner 2049" viel herumrennen müssen?

Ich mag es, wenn eine Szene voller Energie ist. Und ein bisschen Rennen hat noch nie jemandem geschadet! Ich genieße es, wenn ich vor der Kamera körperlich aktiv sein kann.

Interview: Anke Hofmann

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