Michael Keaton und Dylan O'Brien über "American Assassin"

Mit der Bestsellerverfilmung "American Assassin" versuchen "Birdman" Michael Keaton und "Teen Wolf" Dylan O'Brien in die Phalanx von James Bond, Jack Ryan und Jason Bourne zu stoßen. Wir trafen die neuen Actionstars zum Gespräch.

Die Mitch-Rapp-Romane von Autor Vince Flynn gehören zu den Bestsellern im Sujet des modernen Spionagethrillers. In Michael Cuestas Verfilmung "American Assassin" (ab 12. Oktober im Kino) schlüpft "Teen Wolf"-Star Dylan O'Brien in die Rolle des toughen CIA-Rekruten und bekommt dabei Schützenhilfe von Michael Keaton. Wie hart die beiden Hollywood-Haudegen im realen Leben sind, verrieten sie uns im Interview...

"American Assassin": Michael Keaton und Dylan O'Brien im Video-Talk

Darum geht's in "American Assassin"

Dylan O'Brien spielt den Arabistik-Studenten Mitch Rapp, der erleben muss, wie seine Freundin am Urlaubsstrand von Terroristen erschossen wird. Hasserfüllt macht er sich auf nach Libyen, um die Verantwortlichen eigenhändig zur Strecke zu bringen – und wird dort von CIA-Direktorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan) als Agent rekrutiert. Mitchs Ausbildung übernimmt der gewiefte Veteran Stan Hurley (Michael Keaton), der mit seinem begabten Schützling und der türkischen Agentin Annika (Shiva Negar) verhindern muss, dass Ex-CIA-Agent Ghost (Taylor Kitsch) den dritten Weltkrieg anzettelt...

Trailer zu "American Assassin" (Kinostart: 12.10.2017)

Michael Keaton im Interview

GOLDENE KAMERA: Gibt es Menschen wie Ihre Figur Stan Hurley wirklich?

MICHAEL KEATON: Meine Figur ist einerseits fiktiv, basiert aber andererseits auf Soldaten von Black Ops-Einheiten. Im Militär gilt allerdings die Regel: "Leave no man behind". Selbst gefallene Kameraden werden nicht zurück gelassen. Stan Hurley sieht das anders. Wenn die Mission scheitert, überlässt er seine Männer ihrem Schicksal. Das Resultat ist der von Taylor Kitsch gespielte Filmbösewicht Ghost, der von meiner Figur trainiert wurde und jetzt Rache schwört.

Sind Sie auch im wahren Leben ein Mentor?

Ja, und das hat mir an meiner Figur so gefallen. Ich liebe es, Mentor zu sein und das nicht nur als Vater. Ich habe eine Angestellte aus El Salvador, die seit 35 Jahren für mich arbeitet. Ich kenne alle ihre Kinder sehr gut, aber einer ihrer Söhne ist praktisch in meinem Haus aufgewachsen. Er nennt mich "Papa", weil sein eigener Vater nicht wirklich für ihn da war. Ich liebe ihn wie einen Sohn und für Sean, meinem leiblichen Sohn, ist er wie ein Bruder und bester Freund. Und ich hatte drei oder vier Jahre lang im Sommer einen Jungen aus Nordirland zu Besuch. James ist auch ohne Vater aufgewachsen. Er nannte mich immer "Doc", die irische Version von "Dad".

Ihre Filmzöglinge Dylan O’Brien und Taylor Kitsch haben beide für diesen Film fast 20 Pfund an Muskeln zugelegt. Mussten Sie das auch?

Ich halte mich grundsätzlich fit, egal ob ich gerade einen Film drehe oder nicht. Ich ernähre mich gesund und passe auf meine Gesundheit auf. Dreharbeiten können sehr anstrengend und ermüdend sein: eine fremde Umgebung, unregelmäßige Arbeitszeiten, ungewohnter Lebensstil. Da kann es nicht schaden, wenn man von Anfang an fit ist. Aber für einen Film wie "American Assassin" habe ich natürlich noch extra trainiert, damit ich glaubwürdig aussehe, wenn ich einen jungen Mann, der halb so alt ist wie ich, mit Leichtigkeit überwältige. Aber ich muss zugeben: Je älter ich werde, desto härter muss ich an meiner Fitness arbeiten.

Dylan O'Brien im Interview

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie an dieser Figur gereizt?

DYLAN O'BRIEN: Mir gefiel, dass der Film zeigt, wie Mitch Rapp vom Kind zum Mann wird. Und warum er sich zum Dienst für sein Land entscheidet. Aber auch sein emotionales Trauma und sein seelischer Schmerz haben mich interessiert, vor allem weil ich mich selber damit identifizieren konnte. Mein Unfall letztes Jahr am Set von "Maze Runner: The Death Cure" (Kinostart: 1. Februar 2018) hat mich ironischerweise sehr auf die Rolle in "American Assassin" vorbereitet. Nach dem Unfall wusste ich nicht, ob ich je wieder in der Lage sein würde, Actionszenen zu drehen. Aber dank dieses Films musste ich sofort wieder in den Sattel steigen.

Was haben Sie für diese Rolle trainiert?

Ich hatte etwa sieben Monate, um mich von dem Unfall zu erholen und für diese Rolle zu trainieren. Abgesehen von Unterweisungen in Martial Arts hatte ich viel Waffentraining. Und ich lernte, mit Messern zu werfen. Im Stunt-Studio habe ich mit echten Messern trainiert, aber am Set natürlich nur mit Gummiattrappen (lacht).

Könnten Sie Michael Keaton wie im Film wirklich außer Gefecht setzen?

Michael ist sehr drahtig. Er hat die Kraft eines reifen Mannes, und das darf man nicht unterschätzen (lacht). Selbst sein Handschlag ist extrem stark. Ich würde davon abraten, ihn wütend zu machen. Aber wenn man nett zu ihm ist, ist er wie ein Teddybär (lacht).

Ist Mitch Rapp der neue Jason Bourne?

Als großer Fan von Jason Bourne lässt mich die Vorstellung schmunzeln. Ich bin mit Jason Bourne aufgewachsen, er ist mein Spion! Aber da jede Generation ihre eigenen Helden hat, würde ich mich geehrt fühlen, der Neue zu sein.

Interview: Anke Hofmann

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