Kate Winslet: "Kälte ist mir von Natur aus lieber als Sonne und Hitze"

In der Survival-Romanze "Zwischen zwei Leben" erleidet Kate Winslet mit "Luther"-Star Idris Elba Flugzeug-Schiffbruch in den kanadischen Bergen. Wir haben mit der Oscar-Preisträgerin über ihre Dreharbeiten in eisiger Höhe gesprochen.

Sie hat den Untergang der "Titanic" überlebt und sitzt jetzt schon wieder in lebensbedrohlicher Bredouille: In der Romanverfilmung "Zwischen zwei Leben" (Kinostart: 7. Dezember) von Regisseur Hany Abu-Assad ("Paradise Now") strandet Kate Winslet auf einem verschneiten Bergmassiv. Doch was für ihre Rolle ein Unglück darstellt, empfand die Oscar-Gewinnerin beim Dreh im Gebirge nahe Vancouver selber als Glücksfall...

Kate Winslet über "Zwischen zwei Leben"

Darum geht's in "Zwischen zwei Leben"

In der Verfilmung des Romans "The Mountain Between Us" von Charles Martin spielt Kate Winslet die Fotoreporterin Alex Martin, die sich nach der Streichung ihres Fluges mit dem Chirurgen Dr. Ben Bass (Idris Elba) zusammen tut und eine kleine Propellermaschine mietet, um noch rechtzeitig zu ihrer eigenen Hochzeit zu kommen. Alles scheint nach Notfallplan zu laufen, bis ihr Flugzeug beim Überfliegen eines Bergmassives notlanden muss und sich Alex, Ben und der Labrador des getöteten Piloten plötzlich der lebensfeindlichen Natur ausgesetzt sehen. Die beiden Zufallsbekannten nehmen den Überlebenskampf an und kommen sich dabei auch emotional näher...

Trailer zu "Zwischen zwei Leben" (Kinostart: 7.12.2017)

Inwiefern in ihr selbst eine Überlebenskünstlerin steckt und warum sie dank "Zwischen zwei Leben" endlich mal wieder durchschlafen konnte, verrät uns die 42-jährige Britin im GOKA-Interview...

Kate Winslet im Interview

GOLDENE KAMERA: Es heißt, dass Extremsituationen den wahren Charakter einer Person zum Vorschein bringen. Stimmt das?

KATE WINSLET: Ich zähle zu den Müttern, die immer einen Erste-Hilfe-Kasten mit sich herum tragen. Ich habe immer Ersatzklamotten für die Kinder dabei. Ich habe immer Wasser in der Tasche. Und Sonnenschutzcreme. Und ich dachte immer, dass ich einigermaßen gut mit Krisen umgehen kann. Aber als ich einmal im Urlaub einen Hausbrand erlebte, war es mein Mann Ned, der den kühleren Kopf bewahrte.

In solchen Situationen kann schnell das Gehirn aussetzen und die Gefühle die Führung übernehmen. Ned griff sofort nach der Taschenlampe und unseren Turnschuhen, während ich meinen Pass und meinen BH schnappte (lacht) – und natürlich unsere Kinder. Aber meine größte Sorge war: "Ich kann unmöglich ohne BH nach draußen rennen!" (lacht)

Mini-Feature über "Zwischen zwei Leben"

Wie sind Sie dann mit der extremen Kälte während der Dreharbeiten von "Zwischen zwei Leben" fertig geworden?

Ich habe noch nie so viel Zeit im Schnee und in den Bergen verbracht wie bei diesem Dreh. Aber zum Glück ist mir von Natur aus die Kälte lieber als Sonne und Hitze. Mit solch extremen Minus-Temperaturen hatte ich allerdings nicht gerechnet!

Sind Sie auch von Natur aus eine Abenteurerin? Lieben Sie das Risiko?

Nicht wirklich. Ich bin nicht freiwillig leichtsinnig. Vielleicht wäre das anders, wenn ich keine Mutter von drei Kindern wäre. Es gab eine Szene, in der ich einfach nur durch den Schnee stapfen sollte. Die Strecke war angeblich gesichert, aber die Abwärtsneigung des Wegs war mir nicht geheuer. Ich hatte kein gutes Gefühl und bat Regisseur Hany Abu-Assad, einen anderen Weg zu finden, was er sofort akzeptierte. Ich fliege auch nur sehr ungern in kleinen Flugzeugen. Und wenn ich muss, überlebe ich das nur mit einem Glas Rotwein. (lacht)

Im Film gibt es eine Szene, in der Alex auf einem gefrorenen See einbricht. Das waren Sie selber und kein Stuntdouble, die da im eisigen Wasser zu sehen ist, oder?

Richtig, und ich bin so froh, dass ich das selber drehen durfte. Natürlich haben Sie die Szene zuerst mit einem Double ausprobiert, aber man konnte immer sehen, dass nicht ich das bin. Die Unterwasserszenen konnte wir im Studio in weniger tödlichen Temperaturen nachahmen, aber das Reinfallen und der Moment, wenn mich Idris Elba aus dem Wasser zieht, mussten wir vor Ort drehen. Und Mann, das Wasser war verdammt kalt! (lacht) Danach lag ich für ein paar Tage mit Grippe im Bett, aber es hat sich gelohnt.

Während des gesamten Drehs habe ich extrem viele Vitamine genommen, alle möglichen Säfte getrunken und mich von Hühnersuppe ernährt. Wir alle haben extrem viel abgenommen, denn wenn man sich in Höhenlagen über 3000 Meter befindet, überlebt man nur mit Adrenalin. Und das kostet Energie. Andererseits habe ich während der Dreharbeiten so gut geschlafen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Denn seitdem ich Mutter bin, rauben mir meine Kinder den Schlaf. Bei diesem Dreh war ich abends um 20 Uhr zurück im Hotelzimmer und habe durchgeschlafen bis 5 Uhr früh!

Interview: Anke Hofmann

GOKA-Star der Woche: Fahri Yardim

Mit seinem "Tatort"-Debüt wurde er zum Publikumsliebling, in der Comedyserie "Jerks" lacht er über sich selbst und in seinem aktuellen Kinofilm "Whatever Happens" hat er mit "Blade Runner 2049"-Schurkin Sylvia Hoeks Beziehungsstress. Der Schauspieler Fahri Yardim beweist immer wieder, wie vielseitig einsetzbar er auf der Leinwand ist.
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