Steven Gätjen: "Ich mag es spontan und unverstellt"

Steven Gätjen moderiert am 4. März die GOLDENE KAMERA 2017
Foto: © GOLDENE KAMERA / Steffen Jänicke
Exklusiv: Moderator Steven Gätjen über die GOLDENE KAMERA 2017, seine eigenen Helden, Stefan Raabs Ratschläge und "Wetten, dass ..?"

Am 4. März ist es wieder so weit: An diesem Tag wird der wichtigste Preis der deutschen Film- und Fernsehbranche verliehen: die GOLDENE KAMERA 2017 (live, ab 20.15 Uhr, ZDF). Die ersten Nominierten und der erste Preisträger stehen bereits fest: So gewinnt der britische Superstar Ed Sheeran (26) die Trophäe als "Bester Music-Act International".

Moderiert wird die Gala erstmals von Steven Gätjen, der schon oft vom roten Teppich bei den Oscars kommentiert hat. Wir trafen ihn exklusiv zum Interview.

Interview mit Steven Gätjen

Was hat Sie besonders bewegt in der Historie der GOLDENEN KAMERA?

Der letzte Auftritt von Rudi Carrell! Der war einfach gigantisch: emotional, gleichzeitig nicht triefend vor Schmalz und Traurigkeit. 2016 fand ich die Reaktion von Edin Hasanovic, dem Überraschungspreisträger genial – sein Auftritt erinnerte mich an Roberto Benigni bei den Oscars.

Dankesrede von Edin Hasanovic bei der GOLDENEN KAMERA 2016

Was gefällt Ihnen besser: gut vorbereitete oder improvisierte Dankesreden?

Gekonnte, authentische, emotionale Dankesreden, weil die untypisch für uns Deutsche sind. Wir sind häufig viel zu reserviert! Ich mag es, wenn Preisträger einfach vor sich hin brabbeln, spontan und unverstellt.

Wem würden Sie den Preis verleihen?

Steven Spielberg, denn er ist der Held meiner Kindheit. Außerdem finde ich Tom Cruise großartig. Und Chris Pratt, Kostja Ullmann sowie Emma Stone stehen ebenfalls ganz weit oben auf meiner Trophäenliste!

Wie ist die Situation bei den Shows? Ist die Samstagabendunterhaltung am Ende?

Nein, die Anzahl der Zuschauer ist immer noch gigantisch, die Quotentortenstücke werden nur etwas kleiner. Wir sollten uns sowieso von der Idee verabschieden, eine neue Show an den Start zu bringen, die direkt ein totaler Quotenerfolg wird, sondern lieber Neustarts peu à peu optimieren. Denn nur weil etwas beim ersten Mal nicht komplett zündet, heißt das ja nicht, dass es schlecht ist. Übrigens ist das beste Beispiel dafür "Wetten, dass ..?": Bis Frank Elstners Idee zum "talk of the town" wurde, verging fast ein Jahr.

Gerüchten zufolge moderieren Sie bald "Wetten, dass ..?".

Ich bin geschmeichelt, dass Sie mir das zutrauen. Aber ein Comeback ist nicht geplant, obwohl "Wetten, dass ..?" nach wie vor ein tolles Konzept ist. Übrigens habe ich mit zwölf selbst mal eine Wette eingeschickt zum Thema "Star Wars". Damals wollte ich wetten, dass ich anhand eines Wortes, das mir zugespielt wird, auf Anhieb erkennen kann, aus welchem Film es stammt, in welcher Szene es gesagt wird und was als Nächstes passiert.

Sie haben viel mit Stefan Raab gearbeitet. Plant er heimlich ein Comeback?

Ich kann mir gut vorstellen, dass Stefan wieder mit neuen Ideen um die Ecke kommt. Wenn er für etwas brennt, setzt er seine Ideen wie ein Bulldozer um. Das finde ich cool.

Haben Sie noch regelmäßig Kontakt?

Ja. Stefan sagt mir seine Meinung, objektiv und regelmäßig. Sein Rat an mich lautet, mich nicht zu verkaufen, sondern mir selbst treu zu bleiben.

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GOKA-Nominierte im Gespräch: Jutta Hoffmann

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Foto: © picture alliance/Geisler-Fotopress
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