Steven Gätjen: "Diesmal gibt's Oscar-Alarm auf dem Roten Teppich."

Steven Gätjen moderiert am 4. März die GOLDENE KAMERA 2017
Foto: © GOLDENE KAMERA / Steffen Jänicke
Steven Gätjen moderiert erstmals die GOLDENE KAMERA 2017. Ein Interview mit unserem Hollywood-Experten.

Der Countdown läuft! Am 4. März wird der wichtigste Preis der deutschen Film- und Fernsehbranche verliehen: die GOLDENE KAMERA. Das ZDF überträgt die große Gala live ab 20.15 Uhr. Vier Gewinner stehen schon fest: die Oscar-Preisträgerinnen Nicole Kidman ("The Hours") und Jane Fonda ("Klute"), der irische Schauspieler Colin Farrell ("Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind") sowie der britische Popstar Ed Sheeran. Er erhält die Auszeichnung für "Beste Musik International". Am bundesweiten Aufruf "Wählen Sie die beste Satire-Show!" beteiligten sich Zigtausende. Sie wählten "Die Anstalt", "Neo Magazin Royale" und die "heute-show" zu den beliebtesten Satire-Shows. Wer die Trophäe erringt, wird erst live im Fernsehen durch das Telefon-Voting der Zuschauer ermittelt.

Trailer: Die GOLDENE KAMERA 2017

Die Show moderiert erstmals Steven Gätjen, der vielen Filmfans als charmanter Reporter vom roten Teppich der Oscar-Verleihung bekannt ist. Wir trafen den 44-Jährigen zum exklusiven Vorab-Interview.

Interview mit Steven Gätjen

Jane Fonda, Nicole Kidman – und Colin Farrell: Auf welchen Hollywoodstar freuen Sie sich besonders bei der GOLDENEN KAMERA 2017 in Hamburg – und warum?

Mich verbindet mit jedem von ihnen eine ganze Menge. Nicole Kidman habe ich direkt bei meiner ersten Oscar-Moderation am Roten Teppich in Los Angeles kennengelernt – und sie seitdem häufig getroffen. Beim ersten Mal, im Jahr 2000, habe ich im Vorfeld lange überlegt, wie ich die Aufmerksamkeit der Hollywoodstars auf dem Roten Teppich überhaupt gewinnen kann und kam schließlich auf die Idee, rote Rosen – aber auch Snacks für zwischendurch – zu verteilen. Denn ich hatte vorher gehört, dass die Stars während der Verleihung nichts zu essen bekommen.

Heißt das, Sie haben Trüffel verteilt?

Nein, aber Schokoladenriegel und Gummibärchen! Nicole Kidman jedoch hat von mir eine rote Rose bekommen – und anschließend total charmant mit mir geschäkert, denn sie hat den klassischen australischen Schalk im Nacken. Deshalb bin ich jetzt geflasht, dass wir uns in Hamburg wiedersehen werden. Und mit Colin Farrell habe ich bereits einige Kinopremieren erlebt – etwa "Alexander". Colin ist wahnsinnig nett – der totale Kumpeltyp. Obwohl er wahnsinnig viel Power hat, unterscheidet er sich doch auf angenehme Art und Weise von vielen anderen Hollywoodstars – und zwar durch seine Natürlichkeit. Allüren sucht man bei ihm vergeblich. Das finde ich total cool.

Und Jane Fonda?

Sie ist der Traum aller Männer im Alter meines Vaters, denn der ist genau wie ich ein großer Cineast und wir haben uns im Laufe unseres Lebens schon ganz viele Jane-Fonda-Filme gemeinsam angeschaut – zum Beispiel die mit Robert Redford ("Barfuß im Park", "Ein Mann wird gejagt"). Jetzt standen sie wieder gemeinsam vor der Kamera als verwitwete Nachbarn, die sich ineinander verlieben ("Our Souls At Night"). Auch Jane Fondas Film "Barbarella" erinnert mich total an viele schöne Momente mit meinem Vater und meinen Brüdern. Übrigens habe ich Jane Fonda bislang noch nie getroffen, insofern bin ich total gespannt auf diese wunderschöne, attraktive Frau. Am meisten hat sie mich in "Das China-Syndrom" begeistert.

Steven Gätjen über Hollywood-Glamour bei der GOLDENEN KAMERA

Doch in welchen Rollen haben Ihnen Nicole Kidman und Colin Farrell besonders gut gefallen?

Colin konnte in "Brügge sehen … und sterben?" alles zeigen, was er drauf hat. Und sein Film "The Lobster" ist ebenfalls fantastisch! Die Offenbarung unter allen Kidman-Filmen war für mich "Dogville" von Lars von Trier. Dieser Streifen kam fast als Kammerspiel daher – und er hat mich total in seinen Bann gezogen. Doch auch in "Moulin Rouge" war Nicole Kidman sensationell – genau wie aktuell in "Lion".

Insofern gibt es diesmal OSCAR-Alarm auf dem Roten Teppich. Richtig?

Genau! Jane Fonda wurde bereits zweimal mit dem OSCAR geehrt, Nicole Kidman einmal – und war in diesem Jahr wieder nominiert als Beste Nebendarstellerin in "Lion". Colin Farrell hingegen wurde schon mit einem GOLDEN GLOBE ausgezeichnet. Er hat ein gutes Händchen für die richtigen Rollen. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel von ihm hören werden.

Was verbinden Sie mit der GOLDENEN KAMERA?

Große Emotionen, Glamour und eine wahnsinnige Strahlkraft – und natürlich den Preis an sich. Die Trophäe bekommen immer Stars, die sie auch verdienen. Bei der Verleihung wird nichts zusammengeschustert – nach dem Motto: da ist gerade ein Hollywoodstar in der Stadt, dem wir die GOLDENE KAMERA in die Hand drücken können! Im Gegenteil: Eine prominent besetzte Expertenjury entscheidet über die Preisträger.

Ihr Highlight in der Historie der GOLDENEN KAMERA?

Der letzte Auftritt von Rudi Carrell. Der war einfach gigantisch – emotional, aber gleichzeitig nicht triefend vor Schmalz und Traurigkeit. Ich werde nie vergessen, dass sich Rudi Carrell gewissermaßen sogar selbstironisch über seine eigene Stimmlage lustig gemacht hat. Auch inhaltlich hat er genau die richtigen Worte für seinen Abschied gefunden. 2016 fand ich die emotionale Reaktion von Edin Hasanovic, dem Überraschungs-Preisträger genial – sein Auftritt erinnerte mich an Roberto Benigni bei den Oscars.

Steven Gätjen über die Magie des GOLDENE KAMERA Nachwuchspreises

Vorgeschriebene Dankesreden oder improvisierte – was gefällt Ihnen besser!

Gekonnte, authentische, emotionale improvisierte Dankesreden – weil die untypisch für uns Deutsche sind. Wir sind häufig viel zu reserviert! Ich mag es gern, wenn die Etikette fällt und die Preisträger einfach vor sich hin brabbeln. Und wenn eine Helen Mirren oder eine Meryl Streep improvisiert, dann kann das Ganze doch nur grandios werden. Auch solche Dankesreden stellen die Strahlkraft der GOLDENEN KAMERA, bei der internationale Superstars genau so anwesend sind wie Nachwuchspreisträger, regelmäßig unter Beweis. Meistens sind im Nachgang übrigens jene Kleinigkeiten ausgerechnet die Momente, die uns später am längsten in Erinnerung bleiben – etwa, wenn Max Giermann Klaus Kinski imitiert oder Til Schweiger und Gerard Butler zusammen als beste Kumpels auftreten. Die GOLDENE KAMERA überrascht uns Zuschauer jedes Jahr aufs Neue – und sie versprüht Emotionen.

Wem würden Sie die Trophäe gern überreichen?

Steven Spielberg – dem Helden meiner Kindheit. Spielberg steht für alles, was der Film und das Fernsehen für mich ausmacht – besonders seine Visionen und der Spaß an der Freude. Außerdem finde ich Tom Cruise großartig. Es gibt keinen einzigen schlechten Cruise-Film – sogar "Cocktail" war klasse. Und Chris Pratt, Kostja Ullmann und Emma Stone stehen ebenfalls ganz oben bei mir auf der Liste.

Was sind Ihre Highlights des Fernsehjahres 2016?

Ich bin ein großer Fan meiner alten Kollegen Joko und Klaas – weil ihr Unterhaltungswert top ist. Außerdem mag ich das "Neo Magazin Royale" und Jan Böhmermann. Es ist schon beeindruckend, mit wie viel Mut und Kaltschnäuzigkeit Böhmermann den Finger in die Wunden legt und sich nicht einschüchtern lässt. Er macht das wirklich großartig. Toll, dass es jemanden im TV gibt, der politisch so interessiert ist und obendrein Satire kann.

Stichwort TV-Show: Ist die Samstagabendunterhaltung am Ende?

Nein, die Anzahl der Zuschauer ist immer noch gigantisch – die Quotentortenstücke werden nur etwas kleiner. Das ist kein Wunder bei immer mehr Vielfalt! Es ist ja zum Beispiel auch ein Trend, dass alte Kamellen wie "Ruck Zuck" oder "Tutti Frutti" wieder aufgewärmt werden. Zwar meckert die Öffentlichkeit dann immer, dass nichts Neues ausprobiert wird – aber bei all dem Neuen kann ja auch nicht alles auf Anhieb funktionieren. Wir sollten uns sowieso von der Idee verabschieden, eine neue Show an den Start zu bringen, die direkt ein totaler Quotenerfolg wird – sondern lieber am "lebenden Objekt" arbeiten, also Neustarts peu à peu immer mehr optimieren. Denn nur weil etwas beim ersten Mal nicht komplett zündet, heißt das ja nicht, dass es schlecht ist. Übrigens ist das beste Beispiel dafür "Wetten, dass..?": Bis Frank Elstners Idee zum "Talk of the town" wurde verging fast ein Jahr. Und selbst "Die "heute-Show" war am Anfang nicht das Gelbe vom Ei – genau wie die ersten beiden Staffeln der "Bullyparade" nicht auf Anhieb gezündet haben. Ich wünsche mir deshalb zwei Dinge von den TV-Sendern: erstens mehr Risikobereitschaft und zweitens einen wesentlich längeren Atem. Warum nicht warten, ob sich eine Idee beim zweiten, dritten oder vierten Mal durchsetzt? Falls das nicht passiert, kann man sie immer noch canceln.

Wann moderieren Sie die Neuauflage von "Wetten, dass …"?

Ich bin geschmeichelt, dass Sie mir das zutrauen – aber ein Comeback ist nicht in Planung. "Wetten, dass..?" ist nach wie vor ein tolles Konzept, weil es den Normalo mit dem Superstar zusammenbringt und jede Wette einen großen Unterhaltsfaktor hat. Übrigens habe ich selbst mit zwölf Jahren eine Wette eingeschickt zum Thema "Star Wars". Damals wollte ich wetten, dass ich anhand eines Wortes, das mir zugespielt wird, auf Anhieb erkennen kann, aus welchem Film es stammt, in welcher Szene es gesagt wird und was als Nächstes passiert.

Steven Gätjen über Mr. GOLDENE KAMERA Thomas Gottschalk

Ihre Meinung über das "Reality"-TV und "Scripted Reality"?

Reality-TV top, Scripted Reality flop. Ersteres schaue ich mir gern an – von "Survivor" bis zum "Dschungelcamp". Ich bewundere Sonja Zietlow und Daniel Hartwich und wie sie sich im Positiven lustig machen über Menschen. Ihre Moderationen sind extrem gut getextet und pointiert – so gut, dass es manchmal schon weh tut. "Scripted Reality" hingegen sehe ich sehr viel kritischer – das spricht mich überhaupt nicht an. Auf mich wirkt es sogar befremdlich, wenn Laien von der Straße dilettantische Dialoge abliefern und so tun, als sei ihre Geschichte wirklich passiert.

Was verpasst Sie nie im TV und wobei zappen Sie sofort weiter?

Ich schaue mir gern die ganze Bandbreite der Shows an – einerseits, um mitzubekommen, was alles produziert wird und andererseits, um gut unterhalten zu werden. Und wegzappen? Entgegen dem Trend bin ich kein großer "Tatort"-Fan. Ich habe das Gefühl, dass der "Tatort" häufig bloß ein Kult ist und es den Zuschauern weniger um die Krimis als solche geht. Nur ganz selten turnt mich beim "Tatort" eine Story an und es sind mittlerweile auch zu viele "Tatort"-Kommissare mit zu vielen privaten Problemen im Tatort unterwegs. Am Sonntagabend schaue ich meistens Video on Demand, weil ich dann nachhole, was ich unter der Woche nicht gesehen habe – zum Beispiel in den Mediatheken.

Ihre Meinung über Talkshows?

Ständig wird diskutiert, ob wir wirklich die ganze Palette der Talkshowmoderatoren von Frank Plasberg über Sandra Maischberger bis hin zu Maybrit Illner, Anne Will und Markus Lanz brauchen. Meine Meinung lautet: ja – denn die ganzen Moderatoren sind komplett unterschiedlich ausgerichtet. Zwar gibt es immer wieder Gäste, die überall auftauchen – aber dass Infos wichtiger sind als je zuvor zeigen die aktuellen Ereignisse in Amerika und wie hart Donald Trump dort über die Medien richtet.

Glauben Sie als Amerika-Kenner, dass es eines Tages einen neuen Fernsehsender namens "Trump TV" geben könnte?

In den USA ist nichts unmöglich. Ich kann mir gut vorstellen, dass Trump mit seiner Egozentrik, seinem Narzissmus und seinem Selbstbewusstsein definitiv auch auf die Idee kommen könnte, einen Fernsehsender zu gründen, bei dem sich 24 Stunden am Tag alles nur um ihn selbst dreht. Denn bereits jetzt macht er ja nichts anderes auf Twitter. Mich persönlich erinnern die Auftritte des Trump-Clans an "Keeping up with the Kardashians" – mit dem Unterschied, dass wir mittlerweile mehr über die einzelnen Trump-Familienmitglieder wissen als über die Kardashians.

Ist YouTube das neue Fernsehen?

Ich bewundere, was junge Leute wie Le Floid, Dagi Bee und Die Lochis dort machen. YouTube ist das "VIVA des neuen Jahrtausends" – eine große Spielfläche für anarchistisches Fernsehen, das viele neue Talente hervorbringt. Bei MTV und VIVA haben sich damals Stefan Raab, Christian Ulmen, Heike Makatsch, Jessica Schwarz, ich selbst und viele andere ihre ersten Sporen verdient. Jetzt passiert das Gleiche auf YouTube. Obendrein ist YouTube das Sprachrohr für Jugendliche – aber dennoch kein "neues Fernsehen".

Steven Gätjen über musikalische Sternstunden bei der GOLDENEN KAMERA

Sie moderieren das ZDF-Kinoformat "Gaetjens großes Kino". Was ist Ihr Lieblingsgenre – Horror, Komödie, Tragödie, Arthouse oder Popkornkino?

Bei Horror mache ich mir in die Hose. Zwar schaue ich Horrorfilme manchmal aus beruflichen Gründen, aber das kostet mich eine Menge Kraft und Überwindung. Nach dem ersten Teil von "The Ring" konnte ich zwei Wochen nicht schlafen. Ansonsten bin ich offen für jedes Genre. Die Story muss mich einfach packen. Und ich muss mich mit den Figuren identifizieren können – wie in der Doku "Searching for Sugar Man", einer unfassbaren Geschichte. Die hat mich ab der ersten Sekunde gepackt. Ich mag aber auch Filme wie "Taken" mit Liam Neeson, die actiongeladen sind. Prinzipiell gehe ich mit einer kindlichen Neugierde ins Kino und lasse mich dann überraschen. Kino katapultiert uns Zuschauer in andere Welten – und es lässt uns anschließend nachdenklich oder berauscht aus dem Saal kommen. Dann stellen wir Dinge in Frage oder lachen uns schlapp. Das finde ich total genial.

Ihre Kino-Highlights 2017? Auf welche Filme freuen Sie sich?

Auf "Lommbock" mit Moritz Bleibtreu, "Justice League" mit Superman, Batman, Aquaman, Wonder Woman und Flash sowie auf die deutsche Actionkomödie "Hot Dog" mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer. Außerdem bin gespannt, was bei "Star Wars: The last Jedi" herauskommt – und ich bin ein großer Dwayne "The Rock" Johnson-Fan. Der taucht bald in einer Neuverfilmung von "Baywatch" auf. Ich hoffe, dass das Ergebnis nicht zu zotig wird. Gespannt bin ich auch noch auf "Trainspotting 2" und "Kong: Skull Island".

Der beste Film aller Zeiten?

"Das Imperium schlägt zurück" – und "Almost Famous" mit Kate Hudson. Außerdem der neuseeländische Film "Die letzte Kriegerin". Ich habe noch nie so viele Leute während eines Films weinen und schluchzen gehört.

Deutschland oder Hollywood – wer kann besseres Kino?

In Deutschland gibt so viel Potential – man denke nur an "Toni Erdmann" oder "Das Leben der Anderen" oder "Willkommen bei den Hartmanns" und "Honig im Kopf". Englischsprachige Filme haben den Vorteil, dass man sie in den Weltmarkt rein pumpen kann. Dabei wird viel zu oft der Fehler gemacht, dass die Macher 250 Millionen Dollar ausgeben für den Film – und gleichzeitig nur 20 Euro ins Drehbuch stecken. Wir haben so viele geniale Leute in Deutschland, dass wir uns überhaupt nicht verstecken müssen vor den Amerikanern. Und dann gibt es manchmal auch noch Überraschungserfolge wie "Ziemlich beste Freunde" aus Frankreich – und die Engländer machen ebenfalls grandiose Filme. Viele starke Schauspieler kommen auch aus Australien, etwa Hugh Jackman, Chris Hemsworth oder Nicole Kidman.

Sie haben viel mit Stefan Raab zusammengearbeitet – und kennen ihn sehr gut. Schmiedet Raab Ihrer Meinung nach heimliche Comeback Pläne oder kann ein kreativer Mastermind wie er einfach aufhören, Ideen auszubrüten?

Stefan fällt seine Entscheidungen mit Haut und Haaren. Er steht komplett hinter ihnen. Aber ich wünsche mir natürlich sehr, dass diese nie versiegende Quelle an kreativen Einfällen wieder etwas Neues macht. Ob das vor der Kamera der Fall sein wird wage ich hingegen wirklich zu bezweifeln. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Stefan wieder mit neuen Ideen um die Ecke kommt. Wenn er für etwas brennt, setzt er seine Ideen wie ein Bulldozer um. Das finde ich cool. Ich vermisse Stefan wirklich – aber ich weiß auch, dass er total happy ist. Und dass er, wenn er den Bedarf und das Gefühl hat, wieder etwas tun zu müssen, das auch machen wird.

Haben Sie noch regelmäßig Kontakt?

Ja. Stefan sagt mir seine Meinung objektiv und regelmäßig – seit er mich damals zu "Schlag den Raab" geholt hat. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass ich mich in den Formaten, die ich moderiere, nicht verliere, sondern ich selbst bleibe – wie bei "Schlag den Raab". Das Format war so erfolgreich, weil es eine tolle Spiel-Show war und weil die Leute Stefan leiden, gewinnen und verlieren sehen wollten. All das durfte ich als Moderator zusammenhalten und habe es immer gerne gemacht. Stefans Rat an mich lautet, mich nicht zu verkaufen, sondern mir selbst treu zu bleiben.

Steven Gätjen über seine emotionalsten GOLDENE KAMERA-Momente

Haben Sie einen Masterplan für eine lange TV-Karriere?

Nein. Im TV kann man keinen Masterplan haben. Ich glaube, es geht immer darum, dass man versucht authentisch zu bleiben – und dass man ganz viel Spaß an seinem Job hat. Außerdem muss man erkennen, wenn die Zeit abgelaufen ist. Stefan Raab hat das vorgemacht. Er hat irgendwann gesagt: "Es reicht mir jetzt – ich habe alles gemacht, was ich machen wollte und jetzt gibt es den großen Cut!" Das gelingt nicht jedem. Auch ich habe schon Tiefs gehabt – doch gerade deshalb weiß ich zu schätzen, wo ich jetzt stehe. Und wenn es eines Tages mal nicht mehr so gut laufen sollte, dann würde ich etwas verändern.

Denkbar, dass Sie irgendwann TV-Produzent werden?

Das kann ich mir definitiv vorstellen. Ideen hin und her zu spielen ist toll. Aber dabei geht es mir eher darum, Leute zusammen zu bringen, die ich im Laufe der vergangenen Jahre schätzen gelernt habe, als eine "Steven Gaetjen-Produktionsfirma" zu leiten.

Schlussfrage: Welche neuen spruchreifen Shows sind in der Pipeline?

Ich werde mich weiterhin voller Tatendrang und Leidenschaft in die Umsetzung von "Gätjens großes Kino" stürzen und ich freue mich logischerweise riesig auf die "GOLDNE KAMERA", das wird etwas ganz Besonderes für mich und im Sommer werden Johannes B. Kerner und ich das Fernsehgenre mit einer großen Showreihe namens "Wir lieben Fernsehen" feiern.

Interview: Mike Powelz

GOLDENE KAMERA für Nicole Kidman als "Beste Schauspielerin International"

Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
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Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
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Nicole Kidman. © Axel Kirchhof / GOLDENE KAMERA
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Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Nicole Kidman © Saskia Gaulke/GOLDENE KAMERA
Hollywood-Star Nicole Kidman wird am 4. März mit der GOLDENEN KAMERA als "Beste Schauspielerin International" ausgezeichnet.
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