Hausbesuch bei Dieter Thomas Heck

GOKA-Preisträger Dieter Thomas Heck
GOKA-Preisträger Dieter Thomas Heck
Foto: © dpa
Wir trafen den Gewinner der GOLDENEN KAMERA exklusiv in Spanien und erlebten den "Schnellsprecher" ganz entspannt.

An der Costa Cálida, zwischen Malaga und Alicante, direkt am Meer, da wohnt er: Dieter Thomas Heck. TV-Legende, Schlagerfürst, jetzt auch Preisträger der GOLDENEN KAMERA für das Lebenswerk.

Weite Teile der Fahrt zu seinem Anwesen führen durch Wüste. "Wir haben hier das beste Klima Spaniens, trocken und warm", wird Heck später stolz erklären. Wir besuchen ihn, um mit ihm über sein aufregendes Leben zu sprechen, über Erfolge, berühmte Freunde, seine Liebe zu Spanien.

Rechts blitzt nun öfter das Meer durch, links liegen riesige Gemüsefelder, Reihen von grünem Salat, Tomaten, Melonen, die sich an den frühlingshaften Sonnenstrahlen wärmen. Plötzlich hält Diego, unser Fahrer, vor einem gewaltigen schmiedeeisernen Tor. Er kennt die Hecks, den Showstar und seine Frau Ragnhild, seit über 30 Jahren. So lange wohnen sie schon hier. "El Sombrerico" heißt die prächtige, gelb getünchte Finca mit acht Schlafzimmern, umgeben von Palmen und Blumen – und hinter ihr nichts als Meeresrauschen.

Interview mit Dieter Thomas Heck

Herr Heck, was für ein imposantes Heim, dazu direkt am Mittelmeer. Wie haben Sie es entdeckt?

Wir kennen diese Gegend seit den 1970er-Jahren. Es ist bereits unser viertes Haus hier. Das erste war sehr klein, eher eine Schuhschachtel, es gab kein Wasser, kaum ausgebaute Straßen. Allmählich haben wir uns hochgearbeitet. Meine Frau spricht sehr gut Spanisch, und irgendwann konnten wir dieses Strandgrundstück ergattern. Mit der großen Finca, die unter Denkmalschutz steht.

Warum haben Sie hier die Abgeschiedenheit gesucht und sind nicht wie die meisten deutschen Prominenten nach Mallorca gezogen?

Das ist genau der Punkt. Wo alle waren, musste ich ja nicht auch noch hin. Wenn wir schon in eine fremde Mentalität eintauchen, dann doch nicht in Zentren, wo entweder nur Deutsche, Holländer oder Engländer wohnen. Dies ist keine Touristenecke, hier spürt man das originale Leben.

Nach 50 Jahren Fernsehgeschichte kennen Sie die gesamte deutsche Prominenz, ob aus TV, Politik oder Sport. Wer hat Sie in den ganzen Jahren am meisten beeindruckt?

Es gab viele tolle Begegnungen mit beeindruckenden Menschen, in der "Hitparade" und insbesondere auch in meinen späteren Charity-Sendungen. Aber für mich war es immer das Größte, wenn ich zu Beginn einer neuen Produktion "mein" Team begrüßen konnte. Wir haben zum Teil fast über 40 Jahre lang miteinander gearbeitet, wofür ich dem ZDF sehr dankbar war. Viele dieser Verbindungen haben auch über meinen Abschied hinweg gehalten.

Nach den Radiotagen im Südwestfunk und bei RTL kam 1969 der große TV-Durchbruch mit der "ZDF-Hitparade". Wie entstand die Idee zur Show?

Immer wenn ich im Auto fuhr, etwa nach Baden-Baden, habe ich überlegt: Was kannst du machen, was die anderen nicht haben? Etwas nachzumachen ist keine Kunst. Kopieren ist etwas ganz Schlimmes. Also musste ich etwas Eigenes finden. Und dann habe ich überlegt: Du machst eine deutsche Schlagerparade. Das schien erst mal völlig verrückt. Damals spielten ja alle nur Pop und Rock ’n’ Roll.

"Die Hitparade" war von Anfang an ein großer Erfolg. Wie kam das?

Ins ZDF gebracht hat die Sendung Truck Branss, damals ein großer Showregisseur. Der hatte auch die bahnbrechende Idee für ein völlig neues Bühnenbild in Form eines Baugerüsts, aus dem die im Publikum sitzenden Interpreten nach vorn kamen. Damit war er seiner Zeit weit voraus. Entscheidend war wohl die Tatsache, dass man in der „Hitparade“ immer die neuesten deutschen Titel zu sehen und zu hören bekam. Dafür sorgten schon die Plattenfirmen. Die trugen, wenn nötig, ihre Stars zum Erfolg.

Wie geht es Ihnen im Moment?

Ich habe heute Morgen beim Rasieren in den Spiegel geguckt und zu mir gesagt: Junge, eigentlich siehst du toll aus: Du wirst 80!

Was haben Sie gedacht, als Sie hörten, dass Sie die GOLDENE KAMERA für Ihr Lebenswerk bekommen?

Ich habe mich darüber gefreut wie ein Kind. Es ehrt mich. Meine erste Erinnerung an die Verleihung der GOLDENEN KAMERA liegt 47 Jahre zurück. 1970 erhielten wir sie als Team für die "ZDF Hitparade", die vom Publikum als beliebteste Sendung gewählt worden war. Danach waren meine Frau und ich noch häufig zu Gast bei der Gala.

Welche Zukunftswünsche haben Sie?

Das größte Glück in meinem Leben ist die Heirat mit Hildchen. Wir sind jetzt 41 Jahre verheiratet und leben seit 46 Jahren zusammen. Deshalb ist mein größter Wunsch: Gesundheit und noch viele schöne Tage mit meiner Frau.

Interview: Sabine Ulrich

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