Jutta Hoffmann ist nominiert als "Beste deutsche Schauspielerin"

Foto: Alexander Fischerkoesen/br
Jutta Hoffmann ist für ihre Rolle als psychisch kranke Alkoholikerin und Obdachlose im ARD-Drama "Ein Teil von uns" für die GOLDENE KAMERA 2017 als "Beste deutsche Schauspielerin" nominiert.

Seit über fünf Jahrzehnten ist sie eine der profiliertesten Schauspielerinnen in Deutschland. Jutta Hoffmann wird am 3. März 1941 in Halle an der Saale geboren und ist bereits während ihrer Schulzeit Mitglied einer Laienspielgruppe. Nach dem Abitur studiert sie von 1959 bis 1962 an der Hochschule für Fernsehen und Film in Potsdam-Babelsberg. Noch während ihres Studiums wird sie 1960 für eine erste Kinorolle in dem DEFA-Film "Das Rabauken-Kabarett" engagiert.

Noch im selben Jahr spielt sie am Maxim Gorki Theater und wird dort zum gefeierten Star. Zudem übernimmt sie Rollen am Deutschen Theater und am Berliner Ensemble. Mit Frank Vogels Film "Julia lebt" feiert sie 1963 ihren ersten Leinwanderfolg. Ihre erste Auszeichnung erhält sie 1972 mit dem Kritikerpreis, dem Silbernen Löwe für ihre Rolle der Margit Fließer in Egon Günthers Film "Der Dritte" auf dem Internationalen Filmfestival Venedig.

Trailer zu "Der Dritte"

1976 unterzeichnet Jutta Hoffmann die sogenannte Biermann-Petition, mit der DDR-Künstler gegen die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann protestieren. Da sie nun in der DDR kaum noch besetzt wirde spielt sie an Theatern im Westen. Nach ihrer Ausbürgerung aus der DDR 1982 nimmt sie ein Engagement bei den Festspielen in Salzburg an. Dann sthet sie in Hamburg am Deutschen Schauspielhaus auf der Bühne und wird 1984 für ihre Titelrolle in Peter Zadeks Inszenierung von Garcia Lorcas "Yerma" von der Fachzeitschrift "Theater heute" zur "Schauspielerin des Jahres" gekürt.

Im Filmbereich hingegen betätigt sich Jutta Hoffmann mit Beginn der 1980er Jahre immer seltener. 1993 ist sie in der 13-teiligen ARD-Serie "Motzki" zu sehen. Sie spielt die Ost-Schwägerin Edith, die sich nach dem Tod seiner Frau um den ewig meckernden Friedhelm Motzki kümmert. Als Kommissarin Wanda Rosenbaum ermittelt sie von 1998 bis 2002 vier Mal im "Polizeiruf 110". 1998 erhält sie eine Nominierung zum Deutschen Filmpreis für ihre Rolle als Mitglied einer aus dem Gefängnis ausgebrochenen Frauen-Rockband im Kinofilm "Bandits" (1997).

Trailer zu "Bandits"

2016 überzeugt Jutta Hoffmann als psychisch kranke Alkoholikerin und Obdachlose im ARD-Drama "Ein Teil von uns". Nicht nur das Thema, sondern auch ihre schauspielerische Leistung gehen unter die Haut. Dafür wird sie von der prominent besetzten Jury der GOLDENEN KAMERA 2017 als "Beste deutsche Schauspielerin" nominiert. "Verstörend schonungslos legt sie jede Facette dieser Frau frei und lässt ihr doch ihre Würde", begründet die Jury ihre Wahl. Auch das Obdachlosendrama "Ein Teil von uns" ist als "Bester deutscher Fernsehfilm" nominiert" und hat eine Chance auf die goldene Trophäe.

Neben Jutta Hoffmann sind in der Kategorie "Beste deutsche Schauspielerin" Claudia Michelsen und Lisa Wagner nominiert. Welche der drei Nominierten die GOLDENE KAMERA erhält, wird live während der Verleihung am 4. März, ab 20.15 Uhr, im ZDF verkündet.

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Claudia Michelsen ist nominiert als "Beste deutsche Schauspielerin"

Foto: Stefan Erhard/zdf
Claudia Michelsen ist als "Beste deutsche Schauspielerin" für die GOLDENE KAMERA 2017 nominiert. Neben ihrer Rolle in "Aus der Haut" überzeugt sie besonders als ehrgeizige Tanzschulchefin in "Ku’damm 56" (ZDF).
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