"Beste deutsche Schauspielerin": Lisa Wagner

Lisa Wagner setzte sich mit ihrer Rolle in "Letzte Ausfahrt Gera" (ZDF) gegen ihre Kolleginnen Jutta Hoffmann und Claudia Michelsen durch.

"Jede Preisverleihung ist ja wie ein Ritual – wie ein Ritus." Kein Wunder also, dass die Laudatoren Annette Frier und Matthias Matschke ihren Auftritt in eine humoristische Hommage an die Schauspielkunst verwandelten und nach einem schön skurrilen Show-Act Lisa Wagner als Gewinnerin präsentierten.

"Beste deutsche Schauspielerin" 2017: Dankesrede von Lisa Wagner

Die sichtlich überwältigte Gewinnerin rang auf der Bühne nach Dankesworten: "Ich war fest davon überzeugt, dass dieser Preis an Jutta Hoffmann geht." Und vergaß auch nicht, an diejenigen zu erinnern, die im ZDF-Dokudrama "Letzte Ausfahrt Gera" nur am Rande Erwähnung fanden: "Und ich möchte mein Beileid an die Hinterbliebenen der NSU-Opfer schicken, die viel zu oft vergessen werden."

"Beste deutsche Schauspielerin" 2017: Lisa Wagner im Backstage-Interview

Die Schauspielerin zeigt in "Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe" die Hauptangeklagte im NSU-Prozess auf dem Weg zu ihrer Großmutter in Thüringen. Sie stellt sich damit dem Versuch, anhand der BKA-Protokolle, die die ungewöhnliche Dienstfahrt nachzeichnen, ein Bild von dieser jungen Frau zu zeigen, die vor Gericht die große Unbekannte gibt.

Die Jury-Begründung

"Exzellent, wie sie mit undurchsichtigem Mienenspiel, in Starre verharrend die Bedrohlichkeit der Frau Zschäpe entlarvt," so die Jury. Lisa Wagner setzte sich intensiv mit ihrer Körpersprache auseinander, mit ihrer Haltung und ihrem Schweigen im Prozess, mit der engen Beziehung zu ihrer Großmutter. Mit diesem Fundus schafft die Darstellerin eine Balance von Distanz und Nähe. In überzeugender Genauigkeit fügt sie die feinen Details zu einer visuellen Annäherung an die mutmaßliche Rechtsterroristin zusammen.

Über Lisa Wagner

Lisa Wagner, 1979 in Kaiserslautern geboren, studierte von 1999 bis 2003 an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Bereits während ihres zweiten Ausbildungsjahres bekam sie ein Engagement am Bayerischen Staatsschauspiel, wo sie bis 2011 blieb.

Seit 2006 arbeitet sie auch für Film und Fernsehen und spielt im preisgekrönten Ensemblefilm "Shoppen" ihre erste größere Rolle. 2011 wird dann ihr Jahr: Für ihre Rolle als Pflichtverteidigerin Regina Zimmer im "Tatort – Nie wieder frei sein" (2010) erhält sie den Darsteller-Sonderpreis des Deutschen Fernsehkrimipreises, den Grimme-Preis und den Bayerischer Fernsehpreis. Danach folgen Engagements in weiteren "Tatort"- und zwei "Polizeiruf 110"-Folgen. Einem breiten Publikum ist sie seit 2013 als Kommissarin Heller bekannt. Für die Folge "Tod am Weiher" wird sie im selben Jahr mit dem Hessischen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Trailer zu "Kommissarin Heller"

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