"Der gleiche Himmel" mit Tom Schilling als Romeo-Agent

In unserem GoKa-Kandidaten "Der gleiche Himmel" spielt Tom Schilling den Romeo-Agenten Lars Weber.
In unserem GoKa-Kandidaten "Der gleiche Himmel" spielt Tom Schilling den Romeo-Agenten Lars Weber.
Foto: © ZDF/Bernd Schuller
Nicht nur James Bond hat's drauf. Im GoKa-Kandidaten "Der gleiche Himmel" spielt Tom Schilling einen ostdeutschen Romeo-Agenten, der eine britische Agentin verführen soll.

Kein Witz, sondern eine reale Anweisung an Geheimagenten: "Schauen Sie der Frau, die Sie ausspionieren wollen, beim ersten 'Zufallstreffen' tief ins linke Auge. Dadurch dringen Sie direkt in ihr Gefühlszentrum vor! Wenn die Dame anschließend ihre Lider senkt und sofort danach wieder aufblickt, ist das ein Zeichen von Unterwerfung. Anschließend müssen Sie sich nur noch zurückziehen – denn nun wird Ihnen ihr Opfer nachlaufen!"

Mit solchen Psycho-Tricks setzte die DDR in den Jahren des Kalten Krieges sogenannte "Romeo-Agenten" auf westliche Mitarbeiterinnen in Institutionen oder Ministerien an. Jetzt erinnert Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") mit einem prominent besetzten Dreiteiler an die amourösen Umtriebe der Romeo-Agenten.

Oliver Hirschbiegel über den Dreh von "Der gleiche Himmel"

Darum geht's in "Der gleiche Himmel"

In "Der gleiche Himmel" (27., 29. und 30. März, jeweils 20.15 Uhr, ZDF) wird der junge Ostdeutsche Lars Weber (Tom Schilling, GOLDENE KAMERA 2017 für den Fernsehfilm "Auf kurze Distanz") 1974 nach Westberlin eingeschleust, um Lauren Faber (Sofia Helin), eine Kontaktperson des britischen Geheimdienstes, zu verführen. Doch die Mission Sex scheitert. Auf Weisung von Führungsoffizier Ralf Müller (Ben Becker) macht sich Weber nun an Laurens Freundin Sabine Cutter (Friederike Becht) heran, eine Mitarbeiterin des US-Geheimdienstes. Aber auch dieser Romeo-Einsatz läuft nicht nach Plan ...

Trailer zu "Der gleiche Himmel"

"Außerdem", verrät Regisseur Hirschbiegel, "geht es in unserem Dreiteiler um Familiengeschichten im geteilten Berlin." Etwa um Webers Cousine, die gedopte Leistungsschwimmerin Klara (Stephanie Amarell), die sich plötzlich körperlich verändert. Oder um den ostdeutschen Lehrer Axel (Hannes Wegener), der sich in den im Westen lebenden Briten Duncan (Richard Pepper) verliebt.

"Der gleiche Himmel": Produzent Nico Hofmann im Video-Talk

Alles Probleme der deutschen Vergangenheit? Nein, meint Tom Schilling: "Die Sextricks der Agenten waren damals wie heute die gleichen. Das kann jeder im Internet lernen. Man muss bloß 'Pick-up-Artist' googeln. Der Job ist ein armseliges Betätigungsfeld, aber die Rolle hat mich sehr gereizt. Mein Agent ist idealistisch, aber auch undurchschaubar."

"Der gleiche Himmel"-Star Tom Schilling im Video-Talk

Der historisch wahre, dramaturgisch geschickt aufbereitete Stoff weckt internationales Interesse. Bereits vor Ausstrahlung in Deutschland wurde der Dreiteiler auch nach Frankreich, Italien, Belgien und Island verkauft, die englischsprachigen Rechte hat der amerikanische Video-on-Demand-Anbieter Netflix erworben. Eine Fortsetzung der Story will Regisseur Hirschbiegel deshalb auch nicht ausschließen.

Text und Interviews: Mike Powelz

Kommentare einblenden

"Bester deutscher Fernsehfilm": "Auf kurze Distanz"

Der Thriller "Auf kurze Distanz" (Das Erste) gewinnt die GOLDENE KAMERA in der Königsdisziplin "Bester deutscher Fernsehfilm".
Mehr lesen