Wie viel Bond steckt im "Night Manager"?

Hat "The Night Manager" Tom Hiddleston das Zeug zum nächsten Bond?
Hat "The Night Manager" Tom Hiddleston das Zeug zum nächsten Bond?
Foto: © The Ink Factory/AMC
Was wir bereits wissen
Zur Free-TV-Premiere der Mini-Serie "The Night Manager" stellen wir die 007-Fähigkeit von Tom Hiddleston auf den Prüfstand.

Ab dem 29. August (22.15 Uhr) strahlt das ZDF auf seinem Montagskino-Sendeplatz "The Night Manager" als Free-TV-Premiere aus. Damit kann sich endlich auch die breite Masse drei Doppelfolgen lang ein Bild vom Titelhelden Tom Hiddleston machen, den die meisten bislang als listigen Loki im "Marvel’s Avengers"-Kosmos kennen dürften. Seit seinem Auftritt in Susanne Biers Mini-Serien-Adaption des John le Carré-Romans „Der Nachtmanager“ wird der 1981 in London geborene Brite als Nachfolger für den noch amtierenden Bond-Darsteller Daniel Craig gehandelt. Doch lässt es sich nach Hiddlestons Performance als Undercover-Spion Jonathan Pine, der auch aus persönlichen Gründen die Organisation des Waffendealers Richard Roper (Hugh Laurie) infiltriert, wirklich vertreten, ihm Smoking, Beretta und geschüttelte Martinis anzuvertrauen? Machen wir die "Night Manager"-Probe aufs Exemple...

Bond-Faktor: Coolness

Seit Jahrzehnten ist James Bond der Inbegriff des coolen Leinwandhelden – sogar noch seit mit Daniel Craig die dandyhafte Grandezza der Vorgänger flöten gegangen ist. Die könnte in Hiddleston durchaus schlummern, doch wenn er als "Night Manager" cool rüberkommen will, wirkt das zu oberflächlich und substanzlos.

Clip aus Episode 2 von "The Night Manager" (OF)

4 von 10 Bond-Punkten

Bond-Faktor: Toughness

Ein Kampfkunst-Supermann war James Bond ohnehin nie, insofern sind Hiddlestons realistische Fight-Scenes in "The Night Manager" eine gute Bewerbung. Trotzdem scheint er ohne heißblütige Emotionen nicht in Kampflaune zu kommen, dabei ist bei 007 doch gerade hier Kaltblütigkeit gefragt.

Fan-Trailer über "Jonathan Pine - The Night Manager" (OF)

6 von 10 Bond-Punkten

Bond-Faktor: Sexappeal

Seit Daniel Craig in "Casino Royale" und gefühlter Zeitlupe aus dem Meer gestiegen ist, darf Bond auch als Lustobjekt betrachtet werden. Hier macht Hiddleston im normaltrainierten Adamskostüm eine gute Figur. Und angesichts seiner gewagten Erotikszenen mit "Night Manager"-Love-Interest Elizabeth Debicki dürfte er mit der Rolle des 007-Womanizer keine Berührungsängste haben.

Clip aus Episode 3 von "The Night Manager" (OF)

7 von 10 Bond-Punkten

Bond-Faktor: Killerinstinkt

Als "Night Manager" lässt Hiddleston nicht nur im Moment seiner Rekrutierung eine gewisse Intensität erkennen, die man nicht nur als Bond-Darsteller braucht. Ob in ihm aber auch die eiskalte Kompromisslosigkeit steckt, die für einen Agenten mit der Lizenz zu töten obligatorisch ist, darf bezweifelt werden.

Clip aus Episode 1 von "The Night Manager" (OF)

5 von 10 Bond-Punkten

Bond-Faktor: Smartness

Auch wenn Hiddleston in dieser Cameo-Szene mit "Night Manager"-Autor John le Carré leicht jovial rüberkommt: Britische Eloquenz und Lebensart ist unbestreitbar. Und wenn Hiddleston es erlaubt würde, diese mit der bösen Ironie zu kombinieren, die seine Superschurkenrolle als Loki auszeichnet, wäre das mal ein schöner 007-Charaktertwist.

Clip aus Episode 4 von "The Night Manager" (OF)

7 von 10 Bond-Punkten

Bond-Fazit

29 von 50 möglichen Bond-Punkten. Keine totale Nullnummer aber auch kein wirklicher 007. Da sollte Tom Hiddleston lieber noch einmal in die Agentenschule gehen. Oder sich gleich auf eine andere ikonische Rolle bewerben...

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