Thrillerserie "Blindspot": Rätsel auf nackter Haut

Jaimie Alexander spielt die Jane Doe, die nackt in einer Tasche mitten auf dem Time Square gefunden wird.
Jaimie Alexander spielt die Jane Doe, die nackt in einer Tasche mitten auf dem Time Square gefunden wird.
Foto: © 2016 NBCUniversal Media, LLC
Was wir bereits wissen
Tattoos sind der eigentliche Star der neuen US-Thrillerserie "Blindspot". Wir verraten, was es mit den mysteriösen Körperbildern auf sich hat.

Darum geht's in "Blindspot"

Der Sprengstoff-Experte springt entsetzt zurück: Die Sporttasche, die mitten auf dem abgesperrten New Yorker Times Square steht und in der sich eine Bombe befinden soll, beginnt sich zu bewegen. Der Reißverschluss öffnet sich von innen - und heraus schält sich eine nackte Frau. Ihr Körper ist übersät mit frischen Tattoos, ihr Gedächtnis dagegen völlig leer gefegt: Die schöne Unbekannte (Jaimie Alexander) wurde mit einem Medikament vollgepumpt, das eine Amnesie ausgelöst hat.

Originaltrailer zur 1. Staffel "Blindspot"

Das FBI tauft sie Jane Doe, im Englischen der Platzhaltername für nicht identifizierte Personen. Die Agenten stehen vor einem wandelnden Bilderrätsel: Janes Tätowierungen scheinen der Schlüssel zu zahlreichen Verbrechen zu sein - und sie führen zu FBI-Mann Kurt Weller (Sullivan Stapleton, bekannt aus der Actionserie "Strike Back"). Wellers Name prangt in großen Buchstaben auf ihrem Rücken, doch er hat keine Ahnung, warum.

Und: Auch in "Blindspot" (8. September, 20.15 Uhr, SAT.1), so der Titel der neuen US-Thrillerserie von Greg Berlanti ("Arrow", "The Flash"), gibt es eine resolute schwarze Powerfrau. Diese Figur ist gerade en vogue in der US-Serienlandschaft - ein prominentes Beispiel ist Viola Davis in "How to Get Away with Murder". Hier übernimmt den Part Marianne Jean-Baptiste, die 1997 für "Lügen und Geheimnisse" eine Oscarnominierung hatte. Sie spielt die stellvertretende Leiterin des FBI-Büros in New York, die herausfindet, dass eine von Jane Does Körperbemalungen auf sie zielt.

Wieder einmal wird die Glaubwürdigkeit zugunsten hoher Spannung geopfert. Doch das ist schnell verziehen, denn es ist höchst unterhaltsam anzusehen, wie nach und nach Jane Does Chinesisch- und Martial-Arts-Kenntnisse zurückkehren, während sie mit Weller das Tattoo beziehungsweise das Verbrechen der Woche aufklärt. Besonders neugierig machen ihre Erinnerungsfetzen an einen mysteriösen bärtigen Mentor, der hinter ihrem großen Blackout zu stecken scheint.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Zuschauer irgendwann auch befriedigende Antworten auf die vielen offenen Fragen erhält. Immerhin deutet sich schon in der zweiten Folge eine Möglichkeit an, worin die Verbindung zwischen Doe und Weller bestehen könnte.

Hauptdarstellerin Jaimie Alexander musste für ihre Rolle früh aus den Federn: "Es dauert jedes Mal siebeneinhalb Stunden, meinen ganzen Körper mit Tattoos zu bedecken", sagt die 32-Jährige, die Fantasy-Fans aus den "Thor"-Actionspektakeln kennen. Die Motive sind auf Papier gezeichnet und werden mithilfe eines medizinischen Klebstoffs auf die Haut übertragen. "Dabei kann ich mich nicht hinsetzen, und zum Ende der Make-up-Session wird es echt hart", so Jamie Alexander. "Aber die Crew hält mich bei Laune. Wir drehen die Beatles auf und gucken Wiederholungen der Serie 'Daniel Boone', das Einzige, was um 3.30 Uhr morgens läuft. Meine intimeren Körperteile werden nicht beklebt, sondern mit der Hand bemalt. Wir reden einfach übers Wetter, um es weniger peinlich zu machen", fügt sie hinzu und lacht.

Start der 2. Staffel

Wenn in den USA im September Staffel zwei startet, werden noch nicht alle Tattoo-Rätsel gelöst sein. Die Macher haben sich auferlegt, nicht zu schummeln und keine Motive auf Jane Does Haut auszutauschen. Deshalb wurde vor Drehstart viel getüftelt - einige Bilder haben doppelte und dreifache Bedeutungen. Und sollten die Botschaften einmal komplett entschlüsselt sein, gibt es schon einen Plan für die Weiterführung der Serie. Körperbilder sollen auch danach eine Rolle spielen, damit der Zuschauer weiterhin an der Tätowier-Nadel hängt.

Text: Dirk Oetjen

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