Mysteriös wie nie: "American Horror Story: Roanoke"

Foto: obs/Fox Networks Group Germany/American Horror Story: Roanoke / AMERICAN HORROR STORY TM & © 2016 Fox and its related entities. All rights reserved.
Was wir bereits wissen
"American Horror Story: Roanoke" (ab 3. November, 21.00 Uhr, Fox) schlägt das sechste Kapitel der Kultsaga auf und eröffnet (mindestens) eine neue Dimension des Grauens – aber mit schrecklich vertrauten Gesichtern.

Nie zuvor wurde ein derartiges Geheimnis um die neue Staffel von "American Horror Story" ("AHS") gemacht. Selbst der Titel, der Aufschluss über Schauplatz und Thema geben könnte – wie zuvor "Asylum" oder "Freak Show" –, blieb bis kurz vor US-Ausstrahlung streng unter Verschluss, schaurig-schöne Artworks und Teaser stifteten bewusst Verwirrung. "Diesmal wollte ich es eine Nummer kleiner und intimer", sagt Showrunner Ryan Murphy. Und in der Tat steht Staffel sechs in krassem Gegensatz zum durchgestylten Vorgänger "Hotel".

Teaser Trailer zu "American Horror Story: Roanoke"

Darum geht's in der 6. Staffel "American Horror Story"

Neu ist das Film-im-Film-Konzept: Wir sehen eine True-Crime-Show mit dem Titel "My Roanoke Nightmare". Shelby und ihr Mann Matt erzählen darin vor den Kameras ihre "wahre" Geschichte, die dann mit Schauspielern nachgestellt wird. In diesen "Spielszenen" sehen wir Sarah Paulson, "AHS"-Star der ersten Stunde, als Shelby. Matt wird von Neuzugang Cuba Gooding jr. gespielt, der unlängst O. J. Simpson in "American Crime Story" verkörperte – dem neuen Hit der "AHS"-Macher Ryan Murphy und Brad Falchuk.

Nachdem sie in Los Angeles auf offener Straße überfallen wurden, zieht es Shelby und Matt aufs Land. In North Carolina ersteigern sie ein altes Farmhaus auf einer Waldlichtung. Schon bald beginnt der Terror: seltsame Geräusche, Vandalismus, ein Überfall auf Shelby im Whirlpool. Die Polizei findet keinerlei Spuren, und sogar Matt glaubt, dass seine Frau halluziniert. Doch die Bedrohung wird immer greifbarer. Bald hängen Reisigpüppchen, wie man sie aus "Blair Witch Project" kennt, im Flur. Hinter dem gruseligen Budenzauber stecken sicher die Rednecks, die das Haus kaufen wollten und von Matt – der noch dazu schwarz ist – überboten wurden. Jetzt wollen sie die neuen Nachbarn um jeden Preis vertreiben. Oder?

Die Legende von Roanoke Island

So weit, so fies. Doch "Roanoke" wäre keine echte "American Horror Story", wenn nicht übernatürliche Kräfte am Werk wären. Und hier kommt die Legende von der "verlorenen Kolonie" ins Spiel, eines der großen Mysterien der US-Historie: Im Jahr 1590 verschwanden auf Roanoke Island im heutigen North Carolina 117 englische Siedler. Zurück blieben nur ein Häuflein Knochen und das eingeritzte Wort "Croatoan" – Shelby und Matt werden es bald zu hören bekommen. Was es bedeutet, weiß niemand. Gutes sicher nicht ...

Obwohl jede Staffel mit einer in sich abgeschlossenen Geschichte aufwartet und die vertrauten Darsteller in immer neue Rollen schlüpfen, hängt im "AHS"-Universum doch alles zusammen. Nur wie? Fans sammeln schon lange entsprechende Hinweise. Im Vorfeld zu Staffel sechs bestätigte Ryan Murphy endlich, er habe selbstverständlich einen "Horror"-Masterplan im Hinterkopf: Am Ende soll sich das grausige Puzzle zu einem Gesamtbild fügen. Und tatsächlich finden sich in "Roanoke" deutlicher als je zuvor Parallelen und Verweise, insbesondere auf die allererste Staffel.

Die Anthologie begann 2011 ihren Siegeszug mit einer ähnlich angelegten Story: Eine Familie zieht in ein Horrorhaus und wird, milde ausgedrückt, von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht. Schon damals berichtete ein Medium namens Billie Dean Howard (ebenfalls Sarah Paulson) den geplagten Hausbewohnern von der Roanoke-Kolonie. Und aus der "Hotel"-Staffel wissen wir, dass besagte Billie mittlerweile ihre eigene Show im Fernsehen hat …

Während die Fans wild über Zusammenhänge spekulieren, verspricht Ryan Murphy zudem für die aktuelle sechste Staffel eine (garantiert unschöne) Überraschung: "Sie glauben zu wissen, worum es geht. Aber der Schein trügt." Irgendwo in der Halbzeit der zehn "Roanoke"-Episoden erwartet uns eine völlig unvorhersehbare Wendung – von kleinen Schockern wie einem Hagelschauer aus menschlichen Zähnen mal ganz abgesehen.

Lady Gaga auch in der 6. Staffel mit dabei

Neben bewährten "AHS"-Allroundern wie Angela Bassett und Kathy Bates – nur so viel: ihre Figur in "Roanoke" trägt den Beinamen "die Schlächterin" – ist erneut auch Stefani Germanotta alias Lady Gaga (30) dabei, die in Staffel fünf ihr Erweckungserlebnis hatte. Die Pop-Diva war so ausgebrannt, dass sie aus dem Musikgeschäft aussteigen wollte. Da bat sie Ryan Murphy um eine Rolle – "ein Ventil für meine Ängste und aufgestaute Wut". Murphy besetzte sie in "Hotel", und prompt wurde die Lady als glamourös-blutrünstige "Gräfin" mit einem Golden Globe ausgezeichnet.

Inzwischen macht sie auch wieder Musik. Im Video zu "Perfect Illusion" hat Gaga, berühmt für extravagante Outfits wie das Kleid aus rohen Steaks, ihren Look auf Hotpants reduziert. Zurückhaltend könnte man auch ihren ersten Auftritt in "Roanoke" nennen: Nur wer ganz genau hinsieht, wird sie in Episode drei entdecken. Aber der Horror hat ja gerade erst begonnen.

Text: Ulrike Schröder

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