Neue Abenteuerserie "Hooten & the Lady": Auf den Spuren von Indiana Jones

Was wir bereits wissen
Die Serie "Hooten & the Lady" will das Abenteuergenre der 80er wieder aufleben lassen. GOLDENE KAMERA verrät, ob’s klappt.

Darum geht's in "Hooten & the Lady"

Es gibt romantischere Situationen, in denen man sich kennenlernen kann. Hooten, ein unrasiertes amerikanisches Raubein ohne Vornamen, und "the Lady", eine britische Aristokratin, die selbst im Dschungel des Amazonas noch adrett aussieht und jede Menge Namen trägt, baumeln gefesselt von einem Ast.

Trailer zu "Hooten & the Lady" (OV)

Die furchteinflößenden Ureinwohner, die sie gefangen genommen haben, sind gerade mit der Zubereitung von Hootens Pferd beschäftigt – und werden sich wohl gleich die zwei Streithähne vorknöpfen.

Natürlich entkommen die beiden – und stürzen sich sofort in ihr nächstes Abenteuer, die Suche nach El Dorado, der sagenhaften Stadt aus Gold. Es ist der erste von diversen Schätzen, denen das Duo in der TV-Serie "Hooten & the Lady" (ab 29. November, Sky 1) nachjagt. Weder Explosionen noch morsche Hängebrücken können sie aufhalten, ganz im Stil von klassischen 80er-Jahre-Abenteuern wie der "Indiana Jones"-Reihe oder "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten".

Die Motive der zwei sind so verschieden wie ihre Charaktere: Historikerin Alex könnte mit spektakulären Funden ihrem Arbeitgeber, dem British Museum, zu neuem Ruhm verhelfen. Hooten ist einfach nur scharf auf die Kohle, die sich mit dem alten Krempel machen lässt.

Natürlich geraten die zwei immer wieder aneinander, um sich dann zusammenzuraufen. "Hooten ist leichtsinnig und verantwortungslos, Lady Alex eine Pedantin, die ihm keinen Meter über den Weg traut", sagte Hauptdarstellerin Ophelia Lovibond der britischen Presse. Widerwillig lernen sie, sich zu vertrauen und auf diese abenteuerliche Reisen zu gehen."

Jagd auf Kunstschätze

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft folgen die Globetrotter in acht Folgen den Spuren legendärer Artefakte. So versuchen sie etwa, ein verschollenes Fabergé-Ei, den Sarg von Alexander dem Großen und eine Schriftrolle Buddhas zu finden.

Die Serie des britischen Senders Sky 1 führt an landschaftlich atemberaubende Orte: Die Folgen, in denen es nach Ägypten und Äthiopien geht, entstanden in Namibia, wie zuvor schon der Kinofilm "Mad Max: Fury Road". In Südafrika wurden die Geschichten gedreht, die am Amazonas und in der Karibik spielen. Und die Episoden in Rom, Kambodscha und Moskau filmte das Team an Originalschauplätzen. "Die Welt war unser Set", sagt Hauptdarsteller Michael Landes. "Manchmal ist die Szenerie so unglaublich, dass sie wie eine Kopie wirkt. Ist sie aber nicht – das kann ich mit meinen Bonusmeilen beweisen!"

In Rom eskortierte die Polizei die zwei sogar durch die City, damit sie eine berühmte Filmszene nachstellen konnten: Wie einst Audrey Hepburn und Gregory Peck in "Ein Herz und eine Krone" fuhren sie auf einer Vespa durch die Ewige Stadt. Für die Actionszenen hing Michael Landes in zwölf Meter Höhe am Seil, wurde hinter einem Pferd durch den Urwald gezogen und prügelte sich im Flugzeug mit einem Bösewicht. "Ich habe mich an die Filmhelden erinnert, mit denen ich groß geworden bin, etwa Bruce Willis und Kurt Russell", so der 44-Jährige. "Sie waren politisch nicht ganz korrekt und ziemlich ungehobelt."

Die Serie übernimmt die Sorglosigkeit der 80er-Jahre-Filme, aber auch deren Klischees. Zudem ist die Vorstellung, dass sich ein britisches Museum wie zu Kolonialzeiten auf Beutezügen Kunstschätze beschafft, durchaus verstörend. Weit unverfänglicher ist die Frage: Kriegen sich Hooten und die Lady? Wenn ja, was wird dann aus Alex’ charmantem Verlobten?

All das ist natürlich schon mal da gewesen. Die Serie ist ein wenig wie die Hochzeitstorte, die die Lady telefonisch bestellt, während ihr ein Kidnapper ein Maschinengewehr an die Stirn hält: Man verdrückt ein großes Stück, hat danach ein schlechtes Gewissen – aber irgendwie hat es schon Spaß gemacht.

Text: Dirk Oetjen

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