"Cannabis" – Frankreichs Antwort auf "Gomorrha"

Morphée (Christophe Paou, r.) © arte France/Jean-Claude Lother
El Feo (Pedro Casablanc) und Anna (Kate Moran) © arte France/Lucia Faraig
El Feo (Pedro Casablanc) und Annas Tochter © arte France/Lucia Faraig
Anna (Kate Moran) © arte France/Lucia Faraig
Said (Said El Mouden, r.) © arte France/Jean-Claude Lother
Morphée (Christophe Paou) © arte France/Jean-Claude Lother
Bürgermeisterin Kateb (Carima Amarouche) © arte France/Jean-Claude Lother
Shams (Yasin Houicha, l.) und Morphée (Christophe Paou)© arte France/Jean-Claude Lother
Big Ben (Isaac Kalvanda, l.) und Jumbo (Adil Dehbi) © arte France/Jean-Claude Lother
Aminata (Lindsay Karamoh) © arte France
Aminata (Lindsay Karamoh), Big Ben (Isaac Kalvanda) und Jumbo (Adil Dehbi, r.) © arte France
Mirko (Rasha Bukvic) und Anna (Kate Moran) © arte France/Lucia Faraig
Anna (Kate Moran) © arte France
El Comandante (Santi Pons) © arte France
Anna (Kate Moran) und Shams (Yasin Houicha) © arte France
Mirko (Rasha Bukvic, l.) und Yassine (Jean-Michel Correia) © arte France/Lucia Faraig
Anna (Kate Moran) und Yassine (Jean-Michel Correia) © arte France/Lucia Faraig
Anna (Kate Moran) © arte France/Lucia Faraig
Nadja (Ruth Vega Fernandez) © arte France
Drogenproduktion in Marokko © arte France
Anna (Kate Moran) und Mirko (Rasha Bukvic) © arte France/Lucia Faraig
Inès (Mar Sodupe) und El Feo (Pedro Casablanc) © arte France/Lucia Faraig
Soikaina (Zoubaida Zagani) und El Feo (Pedro Casablanc) © arte France
Krawalle in Paris © arte France
Youss (Joaquim Tivoukou) © arte France
Shams (Yasin Houicha) © arte France/Jean-Claude Lother
Said (Said El Mouden, l.), El Feo (Pedro Casablanc) und Yassine (Jean-Michel Correia) © arte France
© arte France/Jean-Claude Lother
Was wir bereits wissen
In der neuen arte-Serie "Cannabis" stürzt der Überfall auf eine Marihuana-Lieferung Drogendealer, Politiker und einfache Familien in einen explosiven Ausnahmezustand.

Kriminelle Milieustudien stehen derzeit hoch im europäischen Fernsehkurs. Nachdem mit "Gomorrha - Die Serie" (Sky) und "Marseille" (Netflix) die Bezahlsender vorgeprescht sind, ziehen die Kultursender nach. Auf die ZDFneo-Produktion "Tempel" lässt jetzt arte die sechsteilige Miniserie "Cannabis" folgen, die wegen ihrer "visuellen und erzählerischen Qualität" auf dem diejährigen Film Festival Cologne ausgezeichnet worden ist. Ihre offizielle Premiere feiert die französisch-spanische Co-Produktion, die an Originalschauplätzen in Spanien, Frankreich und Marokko gedreht wurde und mit 60 Sprechrollen aufwartet, aber im Free-TV – aufgeteilt in zwei Blöcke je drei Episode. Los geht's am 8. Dezember ab 21.45 Uhr auf arte...

Darum geht's in "Cannabis"

Das Unglück beginnt mit einem Überfall. Vor der iberischen Küste kapern Farid (Younès Bouab) und El Comandante (Santi Pons) ein Schmugglerboot und erbeuten 2 Tonnen Cannabis, die für El Feo (Pedro Casablanc) bestimmt waren. Marbellas Drogenbaron setzt daraufhin Farids Frau Anna (Kate Moran), die bis dahin vom kriminellen Doppelleben ihres im Bordellmilieu aktiven Gatten nichts ahnte, unter massiven Druck, den verschwundenen Farid und damit den verschwundenen Stoff aufzuspüren. Gesucht wird Farid auch von seinem Neffen Shams (Yasin Houicha), der im Pariser Problemstadtteil La Roseraie für den brutalen Drogendealer Morphée (Christophe Paou) den Straßenhandel organisiert, von seinem Chef aber gezwungen wird, in Spanien die verschwundene Lieferung aufzuspüren. Während in Paris die Lage zusätzlich eskaliert, weil Bezirksbürgermeisterin Kateb (Carima Amarouche) dem Drogenhandel den Krieg erklärt hat, spitzt sich die Situation auch in Marbella, als Farids frisch aus dem Knast entlassener Bruder Yassine (Jean-Michel Correia) auftaucht, mit dem Anna früher zusammen war.

Im zweiten Episodenblock, der am 15. Dezember ab 21.45 Uhr auf arte ausgestrahlt wird, ist Anna von El Feo zur Chefin des Bordells "Princess" ernannt worden, um die Schulden ihres Mannes abzuarbeiten. Um sich freizukaufen, überzeugt sie den Drogenbaron, selbst in den Drogenhandel einzusteigen, was zu mörderischen Spannungen zwischen ihrem Freund Yassine und El Feo führt. Zurück in Paris will Shams aus dem Drogengeschäft aussteigen und beschließt einen letzten Coup auf eigene Rechnung durchzuziehen. Als Morphée dahinter kommt und Shams Dealer-Kumpel Big Ben (Isaac Kalvanda) brutal aufmischen lässt, willigt Shams auf ein Angebot von Bürgermeisterin Kateb ein, den Drogenpaten von La Roseraie aus dem Verkehr zu ziehen.

Mag es auf den ersten Blick überraschen, eine Serie über die brutalen Mechanismen des internationalen Drogengeschäfts in die Hände einer Regisseurin zu legen, erweist sich die Wahl der gelernten Schauspielerin Lucie Borleteau ("Haus der Sünde"), die bereits mit ihrem Spielfilm-Regiedebüt "Alice und das Meer" (2014) inszenatorisch für Aufsehen gesorgt hat, als kluge Entscheidung. Neben Action, Mord und Totschlag konzentriert sich "Cannabis" nämlich auf die Einzelschicksale der Akteure, die Europa als multikulturellen Schmelztigel repräsentieren.

Zu diesem Zweck hat sich Regisseurin Borleteau im Vorfeld ausbedungen, nicht nur ihre Crew, sondern auch jeden einzelnen Schauspieler persönlich auszuwählen – gemäß ihrem Credo: "Die Schauspieler sind der Schatz, die Aufnahmen und der Schnitt sind die Schatulle. Ich habe die Serie so gedreht, als ob sie ein sehr langer Film wäre."

Wer sollte sich "Cannabis" anschauen?

Alle, die sich für die Menschenschicksale hinter dem internationalen Drogenhandel interessieren.

Warum muss ich "Cannabis" sehen?

Weil "Cannabis" beweist, dass europäisches Fernsehen mehr kann als das gängige Krimiallerlei.

Für Fans von...

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Text: Alexander Attimonelli

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