Aus Mr. Bean wird Kommissar Maigret

Was wir bereits wissen
Kann das gut gehen? Komiker Rowan Atkinson schlüpft in die Rolle des legendären Pariser Kommissars Maigret.

Darum geht's in "Kommissar Maigret"

Der Mörder vom Montmartre schlägt immer nachts zu und hat bereits eine Prostituierte, eine Hebamme, eine Schneiderin und eine Postbotin auf dem Gewissen. Als die fünfte Leiche entdeckt wird – diesmal hat es eine brave Hausfrau erwischt –, ist natürlich der Mann mit dem Hut und der Pfeife am Tatort: Kommissar Maigret von der Pariser Kriminalpolizei.

Trailer zu "Kommissar Maigret"

Rowan Atkinson brilliert als Maigret

Nur – an wen erinnert er uns bloß? Genau! Das ist doch Mr. Bean! Klingt ziemlich verrückt: Der mit der Rose von Montreux ausgezeichnete britische Komiker und Schauspieler Rowan Atkinson (61) spielt den wohl berühmtesten französischen Kommissar, und man erwartet fast, dass er slapstickartig über die Leiche stolpert.

Nichts dergleichen passiert, Atkinson brilliert als ernstzunehmender Maigret. "Ihn zu verkörpern", so der Brite, "ist wirklich eine Herausforderung. Meistens spiele ich exzentrische oder zumindest seltsame Charaktere wie Blackadder oder Mr. Bean. Maigret jedoch hat keine Macken: Er lispelt nicht, er hat keinen Akzent und er geht nicht in die Oper – dabei sind es solche Charakterzüge, die die Zuschauer normalerweise an fiktive Detektive binden."

Ursprünglich wollte Atkinson das Angebot, Kommissar Maigret zu spielen, sogar ablehnen. Plötzlich jedoch sei ihm noch etwas "verstecktes Verrücktes" aufgefallen: "Maigrets Normalität ist heutzutage außergewöhnlich, schließlich haben fast alle anderen Ermittler Ticks."

Vorerst nur vier Fälle mit Rowan Atkinson

Vorerst spielt Atkinson Maigret nur viermal. In "Die Falle" (1. Januar, 21.45 Uhr, Das Erste) jagt der Kommissar im Jahr 1955 den besagten Serienmörder vom Montmartre und ist dabei auf die Unterstützung seiner nur als "Madame Maigret" bekannten Gattin (Lucy Cohu, Emmy für "Forgiven") angewiesen.

In "Ein toter Mann" (8. Januar, 21.45 Uhr, Das Erste) bringt Maigret ein Telefonat mit einem anonymen Anrufer, der kurz darauf ermordet wird, um den Schlaf. Derzeit gedreht werden der dritte und vierte Fall, die das Erste voraussichtlich Anfang 2018 zeigen wird.

Stoff für mehr gäbe es reichlich, schließlich ermittelt Maigret in insgesamt 75 Romanen und 28 Erzählungen des belgischen Autors Georges Simenon. Und er wurde schon von etlichen großen Schauspielern verkörpert: 1949 von Charles Laughton, ab 1958 von Jean Gabin, 1966 sogar von Heinz Rühmann. Selbst in Japan gab es eine "Maigret"-Serie.

Für Rowan Atkinson haben diese leisen Krimis ihren besonderen Reiz. "Kommissar Maigret steht psychisch stets unter Druck. Aber er will nicht bloß den Täter inhaftieren, sondern auch dessen Motiv verstehen! Deshalb setzt er in der ersten Halbzeit der Verfilmungen meistens ein undurchdringliches Pokerface auf. Erst wenn er ahnt, wer schuldig ist, verwandelt er sich in einen erbarmungslosen Hund." Und dann ist der Kommissar Mr. Bean gar nicht so unähnlich, meint Atkinson: "Maigret zeigt dann eine Eigenschaft, die auch Mr. Bean kennzeichnet: totale Akribie."

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