"Westworld": Erfolgreicher als "Game of Thrones"

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Wie HBO mit Staffel eins von J. J. Abrams' "Westworld" der nächste Megahit gelungen ist.

Das Leben könnte so einfach sein. Wenn da nicht diese eine Frage wäre, die Dolores (Evan Rachel Wood) einfach nicht aus dem Kopf geht: Wartet dort draußen ein anderes Leben auf mich? Dabei ist die hübsche junge Frau nicht unzufrieden. Sie lebt mit ihrem treusorgenden Vater auf einer kleinen Farm, und mit einem gut aussehenden Cowboy bahnt sich eine Romanze an. Aber wie viele junge Menschen beginnt sie, ihr Leben zu hinterfragen. Das Problem: Die Stimme in Dolores' Kopf dürfte es gar nicht geben. Dolores ist ein Roboter.

Was passiert, wenn Maschinen ein Bewusstsein entwickeln?

Dieser Frage widmet sich "Westworld" (ab 2. Februar, 21.00 Uhr, Sky Atlantic), das erste große Serien-Highlight des Jahres. In der Sci-Fi-Serie hat der geniale, aber kompromisslose Programmierer Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) den Vergnügungspark der Zukunft erschaffen. Im Wildwest-Ambiente anno 1860 können reiche Gäste für 40.000 Dollar pro Tag all ihre Fantasien an Robotern in Menschengestalt ausleben; Sex und Gewalt sind ausdrücklich erlaubt.

Trailer zu "Westworld" (OV)

Doch etwas geht schief. Immer öfter lösen sich Roboter wie Dolores vom programmierten Skript und werden zur Gefahr. Ein mysteriöser Stammgast (Ed Harris) versucht, die verborgenen Geheimnisse des Parks zu lüften.

Die Macher von "Westworld"

Die Grundidee zu "Westworld" lieferte der gleichnamige Sci-Fi-Filmklassiker (1973). "Jurassic Park"-Schöpfer Michael Crichton hat den Film, in dem Roboter eines futuristischen Freizeitparks Amok laufen, geschrieben und inszeniert. Die Serienfassung wird u. a. von J. J. Abrams ("Star Wars VII") produziert. Showrunner sind Jonathan Nolan (Autor von "The Dark Knight") und seine Frau Lisa Joy.

"Das Original von 1973 steckt voller atemberaubender Ideen", schwärmt Jonathan Nolan im Gespräch mit GOLDENE KAMERA. "Michael Crichton zeigte Computerviren, die sich zwischen Androiden verbreiten, bevor sie Realität wurden. Der erste Computervirus wurde nämlich erst 1974 entdeckt!"

Anders als im 90-minütigen Film kann Nolan in der gut 600-minütigen ersten Staffel (10 Episoden) die Perspektive der Roboter vertiefen – und so auch der realen wissenschaftlichen Entwicklung gerecht werden. "Künstliche Intelligenz war so lange Science-Fiction, nun wird sie Science-Fact", erklärt der Bruder des britischen Filmemachers Christoper Nolan ("Inception").

Die technischen Quantensprünge bleiben für uns Menschen nicht ohne Folgen. "In der Serie spielen wir den Gedanken durch, wie unsere wahre Natur aussieht, wenn uns gesellschaftliche Regeln nicht einschränken", sagt Co-Showrunner Lisa Joy Nolan. "Und zu welcher Gewalt wir fähig sind, hat die Geschichte oft genug gezeigt."

Erste Serie für Anthony Hopkins

Der Mann, der in der Serie all das ermöglicht, heißt Dr. Robert Ford. Er hat den futuristischen Freizeitpark erfunden. "Er ist eine Mischung aus Walt Disney, Prospero, Julius Robert Oppenheimer und Alan Turing", verrät Jonathan Nolan. "Wenn man nach einem Schauspieler sucht, der Gott spielen soll, wer wäre dann geeigneter als Anthony Hopkins? Der Zuschauer wird selbst entscheiden müssen, ob Ford gut oder böse ist."

Hauptdarsteller Anthony Hopkins hat sich seine Meinung schon gebildet. "Ford ist kein schlechter Mensch", sagt er im Interview mit GOLDENE KAMERA. "Aber er ist ein totaler Kontrollfreak." Ungewohnt war für den britischen Oscarpreisträger das serielle Format: "Es ist eine neue Arbeitsweise für mich. Doch mir gefiel daran, dass ich die Figur mit jeder neuen Folge mehr kennenlernte. Es gab viele Momente, in denen mich Dr. Ford überraschte."

Die Starbesetzung zeigt, dass "Westworld" ein Prestigeprojekt für den Sender HBO ist, 100 Millionen Dollar soll Staffel eins angeblich gekostet haben. HBO sucht eben dringend einen Nachfolger für den Welterfolg "Game of Thrones", der 2018 ausläuft.

Die Rechnung ging auf: In den USA sahen im Schnitt zwölf Millionen Zuschauer "Westworld". Keine HBO-Serie war mit ihrer Debütstaffel erfolgreicher, nicht einmal "Game of Thrones". Ein Grund für den Erfolg: Die Macher hatten den Mut, sich von der eher simpel aufgebauten Filmvorlage zu lösen. Spürbar ist der Einfluss von Produzent J. J. Abrams. Als Schöpfer der TV-Serie "Lost" wurde Abrams einst bekannt. Mit seiner eigenen Mythologie hielt der Mysteryhit eine riesige Fangemeinde über Jahre in Atem.

"Westworld" liefert Fans Diskussionsstoff

Wo genau liegt Westworld? Wie sieht die Welt außerhalb des Parks aus? Zu welcher Zeit spielt die Serie? An überraschenden Wendungen mangelt es der Serie nicht. In den Nolans scheint Abrams kongeniale Partner gefunden zu haben. Als Autor von Filmen wie "Interstellar" bewies Jonathan Nolan sein Talent für komplexe Sci-Fi-Stoffe. In "Westworld" verhandelt er große Themen wie Identität, Ethik und freien Willen – alles im Gewand eines actionreichen Western.

An den nächsten Staffeln arbeiten die Macher bereits. Zumindest für Staffel eins lässt sich festhalten, was die Parkbesucher in der Serie längst wissen: Westworld ist eine Reise wert.

Text: Michael Tokarski / Anke Hofmann

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