Top-Serie aus Israel: "Die Geiseln"

In der zehnteiligen Serie "Die Geiseln" (ab 19. Januar, 20.15 Uhr, RTL Crime) soll eine Ärztin den Premierminister töten – sonst stirbt ihre Familie!

Darum geht's in "Die Geiseln"

Eigentlich ist es nur ein Routineeingriff: Die erfahrene Chirurgin Yael Danon (Ayelet Zurer) soll dem israelischen Premierminister Shmuel Netzer (Shmil Ben Ari) die Gallenblase entfernen. Aber in der Nacht vor der Operation wird ihr Haus von einem Terrorkommando gestürmt, das sie und ihre Familie als Geiseln nimmt. Dessen Forderung: Yael soll den Regierungschef während der Operation töten, andernfalls werden Yael, ihr Mann und ihre beiden Kinder umgebracht. In zehn Folgen erzählt die brillante israelische Serie "Die Geiseln" davon, wie die Ärztin ihre Familie und den Premierminister zu retten versucht.

Trailer zu "Die Geiseln" (OV)

Erstaunlich: Bei dieser Serie der Extraklasse handelt es sich um das TV-Debüt der Drehbuchautoren Rotem Shamir und Omri Givon. "Wir kennen uns aus Schulzeiten, und es war immer unser großer Traum, einen Thriller auf Hebräisch zu drehen", sagt Rotem Shamir. "Aber die Budgets für solche Produktionen sind in Israel enorm knapp bemessen. Wir haben uns deshalb eines kleinen Tricks bedient: Weil die Serie zu großen Teilen an einem einzigen Schauplatz spielt, konnten wir die Kosten in Grenzen halten – und erzählen trotzdem eine fesselnde Geschichte."

"Hostage" - die amerikanische Version

Noch bevor ihre Serie in Israel startete, brachte Hollywoodlegende Jerry Bruckheimer eine amerikanische Version ins US-Fernsehen, die ab September 2013 unter dem Titel "Hostages" mit Toni Collette in der Hauptrolle bei CBS lief. Nicht das erste Mal, dass eine Serienidee aus dem kleinen Israel (acht Millionen Einwohner) in den USA adaptiert wurde. So basiert das preisgekrönte HBO-Drama "In Treatment" mit Gabriel Byrne auf der Serie "BeTipul", der Megahit "Homeland" ist die US-Version von "Hatufim. Auch die israelischen Originale hatten in vielen Ländern Erfolg. "Die Geiseln" schlug in Frankreich sogar so groß ein, dass der französische Sender Canal+ eine zweite Staffel in Auftrag gab, die dort im Frühjahr 2016 ausgestrahlt wurde.

Mit reichlich Topserien-Nachschub aus Israel ist erst mal nicht zu rechnen: "Die Sender setzen bei uns stark auf Reality-Formate, Gameshows und Nachrichten", sagt Rotem Shamir. "Zwar gibt es Produzenten, die sich für einen größeren Anteil von Dramaserien stark machen, aber bislang ohne großen Erfolg. Viele Produzenten und Autoren versuchen deshalb seit Kurzem, ihre Ideen auch auf dem internationalen Markt zu verwirklichen." Angesichts von Topproduktionen wie "Die Geiseln" kann man ihnen dafür nur viel Erfolg wünschen.

Text: Sven Sakowitz

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