So gut wird die Mega-Serie "Babylon Berlin"

Babylon Berlin: GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Liv Lisa Fries spielt die Stenotypistin Charlotte Ritter.
Foto: 2016 X Filme Creative Pool GmbH
GOLDENE KAMERA hat die ersten Teile der historischen Kriminalserie Babylon Berlin gesehen und verrät, worauf Sie sich freuen können.

Es ist das größte Serien-Projekt, das es in Deutschland jemals gegeben hat. Rund 300 Sprechrollen, 200 Drehtage, knapp 40 Millionen Euro Budget – "Babylon Berlin" schreibt schon vor der Ausstrahlung Geschichte. Aber wie gut ist die historische Kriminalserie wirklich? Im TV wird die Serie erst im Herbst 2017 bei Sky und 2018 im Ersten laufen. Die Regisseure und Autoren der Serie Tom Tykwer ("Das Parfüm"), Achim von Borries ("Was nützt die Liebe im Gedanken") und Hendrik Handloegten ("Liegen lernen") haben jetzt erstmals einem ausgewählten Kreis erste Teile der Serie präsentiert. Goldene Kamera war dabei.

Darum geht's in "Babylon Berlin"

Berlin, 1929: Der junge Kriminalkommissar Gereon Rath (Volker Bruch, "Unsere Mütter, unsere Väter") ist gerade aus dem beschaulichen Köln in die Hauptstadt gezogen. Er erlebt eine Stadt der Extreme, eine Metropole zwischen bitterer Armut und ausschweifendem Nachtleben.

Wie der Dreh zur Mega-Serie "Babylon Berlin" war, verrät er im Interview:

"Babylon Berlin"-Star Volker Bruch im Interview

Auch politisch ist Berlin ein Pulverfass. Mehrere radikale Strömungen kämpfen 1929 um die Vormachtstellung. Währenddessen beginnt Rath mit den Ermittlungen eines mysteriösen Mordfalls. Gemeinsam mit seinem Partner Bruno Wolter (Peter Kurth, "Herbert") und der Stenotypistin Charlotte Ritter (GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Liv Lisa Fries 2012, "Und morgen mittag bin ich tot") gerät er in einen Dschungel aus Korruption, Drogen und Waffenhandel.

Mehr über die Dreharbeiten, erzählt sie im Interview:

"Babylon Berlin"-Star Liv Lisa Fries im Interview

Wie gut wird die Mega-Serie?

Derzeit stecken die Macher um Tom Tykwer mitten in der Postproduktion des Mammutprojekts. Es gilt, 2500 Stunden Drehmaterial zu sichten und zu schneiden. Die knapp sechs Minuten, die sie jetzt präsentierten, fangen die dekadent-düstere Grundstimmung der Romanvorlage sehr gut ein. Schon jetzt beeindruckt der gewaltige Aufwand, etwa bei einer spektakulär choreografierten Massenszene im legendären Nachtclub Moka Efti. Auch die eigens für die Serie errichtete Freiluftkulisse – die Neue Berliner Straße im Filmstudio Babelsberg – sieht grandios aus; hier wurden vier Straßenzüge des Berlins der späten 1920er Jahre nachgebaut (ein Bericht über den Set-Besuch von GOLDENE KAMERA folgt). Auffällig: Vor freizügigen Sex- und expliziten Gewaltszenen schreckt die Serie nicht zurück, etwa bei der Enttarnung eines Berliner Pornorings. Und eine packend inszenierte Szene, in der Gereon Rath aus einer fahrenden U-Bahn gestoßen wird, zeigt, dass "Babylon Berlin" auch Action kann.

Die größte Stärke der Serie könnte der beeindruckende Cast sein. Bis in die Nebenrollen wurde hier namhaft besetzt, unter anderem mit den GOLDENE KAMERA-Preisträgern Matthias Brandt (2008) und Thomas Thieme (2014), Misel Maticevic, Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Benno Führmann und Hanns Zischler. Als heimlicher Star der Serie aber bewirbt sich schon in den ersten Szenen Peter Kurth als Raths väterlicher Kollege Wolter. Gelingt es den Machern, die Balance zwischen Kriminalfall und Sittengemälde einer Stadt am Abgrund zu finden, könnte "Babylon Berlin" ein riesiger Hit werden.

Wann genau gibt es mehr zu sehen?

Die Pay-TV-Plattform Sky zeigt "Babylon Berlin" ab 13. Oktober 2017. Dann wird um 20.15 Uhr auf dem Sender Sky Atlantic mit einer Doppelfolge gestartet – es sind die ersten beiden von insgesamt 16 Episoden. Soviel umfassen die ersten beiden Staffeln, die direkt nacheinander ausgestrahlt werden. Das Erste wird die Serie ab Ende 2018 zeigen.

Und die Pläne gehen noch weiter. "Babylon Berlin" basiert auf dem Roman "Der nasse Fisch" (2007) des Kölner Schriftstellers Volker Kutscher. Produzent Stefan Arndt verriet gestern: "Wir denken schon über die Staffeln drei, vier, fünf und so weiter nach. Volker Kutscher hört ja nicht auf, Gereon-Rath-Romane zu schreiben." In der Tat: Insgesamt hat Kutscher schon sechs Bände seiner Kriminalroman-Reihe veröffentlicht. Oder umgerechnet in die Arbeitsweise von Tykwer und Co.: Stoff für 80 weitere Episoden!

Text: Michael Tokarski

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