Welches Spin-off bekommt "Game of Thrones"?

Der schlagfertige, zynische und genusssüchtige Tyrion Lennister ist die populärste Figur im „Game of Thrones“-Kosmos
Foto: HBO
Der Fantasyhit „Game of Thrones“ soll einen Ableger bekommen. GOLDENE KAMERA stellt die spannendsten Ideen für das Spin-off vor.

Es war nur ein Satz. Aber der reichte aus, um Fans in aller Welt aufhorchen zu lassen. Als Casey Bloys, Programmchef der Pay-TV-Plattform HBO, kürzlich beim Treffen von TV-Kritikern in Los Angeles auftrat, wurde er gefragt, ob das Fantasyepos „Game of Thrones“ einen Serienableger bekommen könnte. Ertappt gab Bloys zu, dass die Planungen bereits laufen: „Es wäre töricht, es nicht zu tun.“ „Game of Thrones“ ist die derzeit erfolgreichste Dramaserie der Welt. Allein in den USA verfolgen über 25 Millionen Fans pro Folge das Treiben im Fantasyreich Westeros, in dem mehrere Häuser um den Eisernen Thron kämpfen.

Teaser zu "Game of Thrones" Staffel 7

Das TV-Phänomen ist nicht nur ein Zuschauerhit, sondern auch Liebling der Kritiker: 38 Emmys hat „Game of Thrones“ mit bisher sechs Staffeln gewonnen – keine andere Show in der Geschichte des wichtigsten US-Fernsehpreises, der seit 1949 vergeben wird, war erfolgreicher.

Das einzige Problem: Das Ende ist nah. Die siebte Staffel (ab 17.7.2017, Sky Atlantic) wird die vorletzte sein und aus nur sieben Episoden bestehen; für die finale achte Staffel (2018) sind sogar nur sechs Folgen geplant. HBO hatte die beiden Serienmacher David Benioff und D. B. Weiss bekniet, „zehn oder mehr“ Staffeln zu drehen. Aber das Showrunner-Duo, das mit der Serie den Romanzyklus „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin adaptiert, lehnte ab.

Wirtschaftlich ist HBOs Wunsch mehr als verständlich. „Game of Thrones“ ist für den Pay-TV-Anbieter Aushängeschild und Umsatzbringer Nummer eins. Die Serie ist so lukrativ, dass das Unternehmen den fünf Hauptdarstellern je 500.000 Dollar zahlen kann – pro Episode. Fakt ist: Die Marke „Game of Thrones“ ist viel zu erfolgreich, um sie sterben zu lassen.

Wie man Entertainmentmarken perfekt weiterentwickelt, beweist gerade der Disney-Konzern. Kino-Universen wie Marvel und„Star Wars“ sind dank Sequels und Spin-offs ein Milliardengeschäft. HBO hat nun die Chance auf ein eigenes Franchise, das viele Jahre laufen kann. Denn George R. R. Martin lieferte nicht nur die Vorlage für die Serie – er schuf eine komplette Welt.

Allein seine bisher erschienenen Bücher umfassen über 4400 Seiten. Dazu kommt seine aufwendige „Recherche“: „Ich habe Tausende Seiten fiktiver Historie von all dem, was zu den Ereignissen in ‚Game of Thrones‘ geführt hat“, verriet er der Zeitschrift „Entertainment Weekly“. Und dann ist da noch Martins persönlicher Favorit für ein Spin-off: seine Kurzgeschichten über den „Heckenritter von Westeros“. Spektakulärer wären aber andere Szenarien:

© Illustrationen: Chase Stone, Arthur Bozzonet, HBO

Perfekte Vorlagen für einen Serienableger finden sich auch in George R. R. Martins aufwendig illustriertem Band über die Geschichte Westeros’ (s. u.). Für die HBO-Entscheider besonders interessant: die Kapitel über den Tanz der Drachen und den Irren König. Ebenfalls ein Spin-off-Thema: die Vorgeschichte einer beliebten Figur. Wie wurde sie zu dem, was sie ist? In der Welt von „Game of Thrones“ gäbe es dafür einen idealen Kandidaten: Tyrion Lennister. Der schlagfertige, zynische und genusssüchtige Zwerg ist die populärste Figur im „Game of Thrones“-Kosmos. Seine Bonmots wie etwa „Kronen stellen seltsame Dinge mit den Köpfen darunter an“ haben dem Antihelden jetzt sogar sein eigenes Zitatebuch (s. u.) verschafft.

Die Stars aus "Game of Thrones" jenseits von Westeros:

Emilia Clarke spielt Daenerys Targaryen @Getty
Peter Dinklage spielt Tyrion Lennister @Getty
Aidan Gillen spielt Lord Petyr „Kleinfinger“ Baelish @Getty
Nikolaj Coster-Waldau spielt Jaime Lennister @Getty
Isaac Hempstead-Wright spielt Brandon „Bran“ Stark ©Getty
Kit Harington spielt Jon Schnee @Getty
Jerome Flynn spielt Bronn @Getty
Der dreiäugige Rabe: Max von Sydow @Getty
Lena Headey spielt Cersei Baratheon ©Getty
Kristofer Hivju spielt Tormund Riesentod ©Getty
Tom Wlaschiha spielt Jaqen H’ghar ©Getty
Maisie Williams spielt Arya Stark
Iwan Rheon spielt Ramsay Bolton
Sophie Turner (spielt Sansa Stark) und Alfie Owen-Allen (spielt Theon Graufreud).

Die größte Herausforderung einer Serie über den jungen Tyrion wäre wohl, die richtige Besetzung zu finden. Schließlich müsste der neue Darsteller dem charsimatischen Peter Dinklage (47) gerecht werden, der für seine Darstellung des Tyrion bisher zwei Emmys und einen Golden Globe gewann. Doch egal, welches Spin-off kommt, Fans hoffen vor allem, dass sich HBO bei der Aussicht auf einen lukrativen Ableger nicht zu einem Schnellschuss verleiten lässt. „Pläne sind wie Obst“, weiß Tyrion Lennister. „Sie brauchen Zeit zum Reifen.“

Bücher zur Serie: 1. „Witz und Weisheiten des Tyrion Lennister“, George R.R. Martin (Penhaligon, 2017), 2. „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“, Martin/Garcia Jr./ Antonsson (Penhaligon, 2015)

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