In "Chance" wandelt Hugh Laurie auf Hitchcocks Spuren

Hugh Laurie spielt Dr. Eldon Chance. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Eldon Chance (Hugh Laurie) ist Neuropsychiater. Foto: David Moir/Hulu / ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Eldon Chance (Hugh Laurie) will seiner Patientin Jaclyn Blackstone helfen. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Gretchen Mol spielt die rätselhafte Patientin Jaclyn Blackstone von Dr. Chance. Foto: James Minchin/Hulu © 2016 Hulu
Jaclyn Blackstone (Gretchen Mol) will ihrem gewalttätigen Gatten Raymond Blackstone (Paul Adelstein), einem Cop, entkommen. Foto: David Moir/Hulu © 2016 Hulu
Jaclyn Blackstone (Gretchen Mol) wird von ihrem Gatten Raymond Blackstone festgehalten. Foto: David Moir/Hulu © 2016 Hulu
Kommen sich Dr. Chance (Hugh Laurie) und seine Patientin Jaclyn Blackstone (Gretchen Mol) näher? Foto: David Moir/Hulu / ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Darius 'D' Pringle (Ethan Suplee) ist ein Freund von Dr. Chance. Foto: David Moir/Hulu / ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Kraftpaket: Ethan Suplee (Darius 'D' Pringle). Foto: David Moir/© 2016 Hulu
Schweben Jaclyn Blackstone (Gretchen Mol) und Dr. Chance (Hugh Laurie) in Gefahr? Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Chance (Hugh Laurie) muss seiner Patientin helfen. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Chance (Hugh Laurie) geht der Fall seiner Patientin nicht mehr aus dem Kopf. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Chance (Hugh Laurie) verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Intrigen, Gewalt und Korruption. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Chance (Hugh Laurie) kämpft auch mit privaten Problemen. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Ethan Suplee spielt Darius 'D' Pringle. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Stefania LaVie Owen spielt Dr. Chances (Hugh Laurie) Tochter Nicole Chance. Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
Dr. Chance (Hugh Laurie, l.) mit seinem Freund spielt Darius 'D' Pringle (Ethan Suplee). Foto: David Moir/Hulu ©2016 Hulu © 2016 Twentieth Century Fox Film Corp ©13TH STREET
In der Psychothrillerserie "Chance (ab 18. Mai, 20.13 Uhr, 13th Street) gerät Hugh Laurie ("Dr. House") als Neuropsychologe in Gefahr. Im Gespräch verrät er, warum er die Rolle eigentlich auf keinen Fall spielen wollte.

Darum geht's in "Chance"

Dieser Fall lässt den Neuropsychologen Dr. Eldon Chance (Hugh Laurie) nicht mehr los. Jaclyn Blackstone (Gretchen Mol), seine schüchterne neue Patientin wurde wegen einer Persönlichkeitsspaltung an ihn überwiesen. Seit Jaclyn von ihrem gewalttätigen Ehemann verletzt wurde, kommt immer wieder ihr zweites Ego, die freizügige Jackie Black, zum Vorschein. Beim Versuch, Jaclyn zu helfen, stößt Dr. Chance auf den mysteriösen Todesfall von Jaclyns Ex-Therapeutin. Unmerklich gerät der Psychologe selbst in einen Strudel der Gewalt.

Originaltrailer zu "Chance" (Pay-TV-Start: 18.5.2017)

"Chance" basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Kem Nunn. Regisseur Lenny Abrahamson, der 2015 für das Kidnapping-Drama "Raum" für den Oscar nominiert wurde, inszenierte die ersten Folgen von "Chance" mit vielen Anspielungen auf den Thriller-Maestro Alfred Hitchcock: ein konfliktbeladener Ermittler, eine blonde Femme fatale, die es zweimal zu geben scheint, San Francisco als Handlungsort – Hitchcocks Meisterwerk "Vertigo" von 1958 lässt grüßen. Selbst die Streicher im Orchestersoundtrack von "Chance" klingen nach Old Hollywood.

Hugh Laurie ist Dr. Chance

Hugh Laurie spielt in "Chance" seine erste Hauptrolle in einer fortlaufenden Serie seit "Dr. House". Die Klinik-Dramedy (2004–12), die 2009 als beste US-Serie die Publikumswahl der GOLDENE KAMERA gewann und Laurie zum Weltstar machte, war Segen und Fluch zugleich. Zwei Golden Globes bekam er für die Serie, dazu eine Mega-Gage von rund einer halben Million Dollar pro Folge. Es ist aber auch die Rolle, die Zuschauer bei jedem neuen Projekt des Engländers immer im Hinterkopf haben.

Lauries berufliches Motto: keine Wiederholungen mehr – schon gar nicht mit einer weiteren Arztserie, die potenziell wieder über mehrere Jahre laufen könnte. Warum er die Rolle eigentlich auf keinen Fall spielen wollte, verrät er beim Gespräch in Los Angeles:

Interview mit Hugh Laurie

Sie spielen wieder einen Doktor. Wie haben Sie sicher gestellt, dass Chance körperlich und psychisch nicht zu sehr House ähnelt?

Ich habe versucht, dem nicht zu viel Aufmerksamkeit zu widmen. Denn je mehr man versucht Ähnlichkeiten zu vermeiden, desto ähnlicher wird man (lacht). Ich hatte den Roman von Kem Nunn lange vor dem Drehbuch gelesen. Mein erster Gedanke war: 'Das ist toll!' Aber dann kam die Enttäuschung: 'Die Handlung spielt sich im medizinischen Feld ab. Ich kann Eldon Chance nicht spielen.' Aber auf den zweiten Blick stellte ich fest, dass die Welten von Chance und House sehr unterschiedlich sind. Ich finde sogar, dass Chance und House nichts gemeinsam haben.

Was genau sind diese Unterschiede?

House war ein zurückhaltender, fast gehemmter Mensch, weil er genau wusste, wie er bei anderen rüber kam. Andererseits hat er seinen Einfluss brutal ausgenutzt, indem er andere maßregelte und manipulierte. Sein Schutzschirm bestand aus Sarkasmus, Witz und manchmal unmenschliche Härte. Chance ist sehr verletzlich – fast nackt verglichen mit House. Sein Schutzschirm ist sein Beruf als forensischer Neuropsychologe und sein Talent, mit Patienten umzugehen. Gleichzeitig trägt er den Schmerz der Welt auf seinen Schultern. Die Empathie für seine Patienten macht ihn wehrlos. Chance ist ein guter Mann. Er ist nicht stark, er ist nicht cool. Er ist kein Superheld, wie man sie im Kino sieht.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Als Vorbereitung für diese Rolle sprach ich mit einem Neuropsychiater. Ich habe ihn gefragt, ob er je mit seinen Patienten in Kontakt verbleibe. Denn mein Vater war Allgemeinarzt, und ich erinnere mich, wie er jedes Jahr an Weihnachten Karten und Weinflaschen und manchmal sogar gestrickte Socken von seinen Patienten geschenkt bekam. Aber der Neuropsychiater antwortete, dass es für ihn diese Dankbarkeit von seinen Patienten nicht gebe. Seine Patienten sind so krank, dass er sie nicht heilen, sondern ihr Leiden nur mindern kann. Denn nach einer neurologischen OP macht keiner einen Radschlag. Das muss unheimlich frustrierend sein, wenn man Tag ein und Tag aus nie ein Problem lösen kann. Ich könnte diesen Beruf auf keinen Fall ausüben.

Was ist Ihre Beziehung zu dieser klinischen Psychologie?

Ich finde die Neurowissenschaft sehr faszinierend. Die Menschheit hat alles erforscht. In 20 Jahren werden wir einen Starbucks auf dem Mars haben. Das Weltall ist kein Mysterium mehr. Wir haben alle Berge erklommen und sind in die Tiefe der Meere getaucht. Der einzig unerforschte Kontinent ist der Bereich zwischen unseren Ohren: das menschliche Gehirn! Wir wissen immer noch nicht genau, was es bedeutet Mensch zu sein. Und je mehr wir über unser Gehirn herausfinden, desto faszinierender und unerklärlicher wird es. Psychische Gesundheit ist eins der letzten Tabus in unserer Gesellschaft. Wir wissen immer noch so wenig über Depressionen und psychische Erkrankungen.

Inwieweit beeinflussen Ihre Rollen Ihr Gemüt?

Früher konnte ich meine Rollen sehr gut abschütteln und von meiner eigenen Persona trennen. Aber jetzt merke ich mehr und mehr, wie meine Rollen mein Gemüt beeinflussen. Wenn ich eine depressive Figur spiele, werde auch ich etwas depressiv. Und wenn ich einen glücklichen Menschen darstelle, lache ich viel mehr. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich einen Therapeuten dafür aufsuche (lacht).

Zuerst "House," dann "The Night Manager" und jetzt "Chance". Hätten Sie nicht mal wieder Lust auf einen Film? Oder bleiben Sie absichtlich beim Medium TV?

Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass meine Karriere einem sehr ausgeklügelten Plan folgt. Die Wahrheit ist, dass alles nur Zufall ist. Purer Zufall. Wenn ich ein Drehbuch lese, spricht die Handlung mich entweder an, oder nicht. Aber ich habe keinen blassen Schimmer warum oder warum nicht. Für mich dreht es sich nicht um Genres wie Western oder Liebeskomödie, TV oder Kino, Radio oder Theater, sondern nur darum, ob das Material gut oder schlecht ist.

Wie steht es mit Komödie versus Drama?

Ich liebe es, dass Chance kein Klugscheißer oder clever ist, im Gegensatz dazu, was momentan auf dem kleinen und großen Bildschirm Mode zu sein scheint. Aber ich vermisse es, ab und zu einen guten Witz vor der Kamera zu reißen oder eine lustige Perücke zu tragen.

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