Endlich geht’s weiter mit "House of Cards"

Wir waren exklusiv am Set der fünften Staffel "House of Cards" (ab 30. Mai, 21.15 Uhr, Sky Atlantic HD) und sprachen mit den Hauptdarstellern.

Das Weiße Haus ist eine Großbaustelle! An jeder Ecke wird gesägt und gehämmert, Handwerker rennen hektisch umher, Möbelstücke werden durch die Räume geschoben. Doch nein, hier setzt nicht etwa Donald Trump seinen – nun ja – speziellen Einrichtungsstil durch. Wir befinden uns im Weißen Haus von Präsident Francis und First Lady Claire Underwood, am Set von "House of Cards", wo das Team zurzeit an den Folgen der fünften Staffel des Serienhits arbeitet.

Wie es in Staffel 5 weitergeht

Fans warten mit Hochspannung auf die Fortsetzung, hatten sich doch in Staffel vier die Fronten zwischen dem skrupellosen Underwood (Kevin Spacey) und seiner nicht minder machtgierigen Gattin (Robin Wright) dramatisch verhärtet.

Trailer zu 5. Staffel "House of Cards"

Wie es weitergeht mit den beiden, ist hier am Set ein streng gehütetes Geheimnis, Kevin Spacey macht auch für uns keine Ausnahme. "Wir treffen uns vor jeder neuen Staffel mit den Autoren und arbeiten gemeinsam an dramatischen Inszenierungen", erklärt der Star, der zugleich ausführender Produzent der Serie ist. "Wir versuchen, unsere Zuschauer zu überzeugen, dass in Washington auch das scheinbar Unmögliche möglich werden kann – allerdings macht es uns die politische Realität in den USA im Moment verdammt schwer." Weil das scheinbar Unmögliche gerade ziemlich alltäglich geworden ist? Spaceys "First Lady" Robin Wright nimmt es mit Humor: "Die klauen alle unsere guten Ideen."

Als "House of Cards" 2013 seine Premiere feierte, ahnte niemand der Verantwortlichen, dass die Serie ein so großer Erfolg werden würde. Kevin Spacey gewann für diese Rolle die GOLDENE KAMERA 2015 als "Bester Schauspieler International" und beim GOLDENE KAMERA Digital Award wurde "House of Cards" zur "Besten Streaming-Serie 2016" gewählt. Ebenso wenig war absehbar, dass die Wahlkampfschlacht 2016 zwischen Hillary Clinton und Donald Trump die USA derart polarisieren würde. "Es war schwer vorstellbar, was da gerade in unserem Land politisch passiert", bestätigt auch Michael Kelly, der in der Serie Francis Underwoods Stabschef Doug Stamper spielt. "Wir sind stolz darauf, dass wir nie eine Serie waren, die sich von den Schlagzeilen der Zeitungen hat inspirieren lassen. Aber auf einmal kommen einem die Ideen aus den Drehbüchern von 'House of Cards' längst nicht mehr so verrückt vor."

Das Setdesign - so nah an der Realität wie möglich

Die Autoren mögen ihre Story unabhängig von aktuellen politischen Entwicklungen weiterspinnen. Bei der Ausstattung dagegen versucht die Serie, so dicht wie möglich an der Realität zu sein. Das beginnt bei den protokollarischen Details und reicht bis zum nachgebauten Interieur der Air Force One, dem Präsidentenflugzeug.

Setdesignerin Tiffany Zappulla, die für ihre Arbeit bei "House of Cards" mit einem Emmy ausgezeichnet wurde, weiß: Der Zuschauer wird die Perfektion der Kulissen vielleicht nur am Rande wahrnehmen. Trotzdem wird alles bis ins kleinste Detail recherchiert und möglichst originalgetreu nachgebaut. Mehr als 100 Tischler und Maler arbeiten am Set, sie restaurieren Antiquitäten für die Einrichtung – und sie malen sogar bekannte Kunstwerke nach. "Kunst ist uns hier sehr wichtig", sagt Tiffany Zappulla, "im Weißen Haus hängen viele Kunstwerke mit großem Symbolcharakter. Wir klären die Rechte und stellen dann Reproduktionen her. Alles soll so authentisch wie möglich wirken."

Hauptdarsteller Kevin Spacey ist von dem realitätsnahen Setting begeistert. "Ich war schon oft im Weißen Haus und manchmal vergesse ich ganz, dass es sich dabei um das echte handelt. Man sieht sich die Porträts dort an den Wänden an – und es ist alles genauso wie bei uns am Set. Wir sind alle den Kollegen für die realistische Ausstattung sehr dankbar. Mir hilft das sehr."

Zur Story der neuen Staffel lässt sich Spacey nichts entlocken, immerhin verspricht er Überraschungen und einige neue Gesichter. Und dass die Fans natürlich weiterhin zwischen Bewunderung und Abscheu für Francis Underwood schwanken werden. An politischen Intrigen wird es also nicht mangeln – beinahe so, als zeige "House of Cards" die Realität.

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