Das blaue Schauspielwunder: Laura Berlin

Von "Saphirblau" zu "Blaumacher": In ihrer neuen Miniserie beweist Laura Berlin, welch darstellerischen Qualitäten in ihr schlummern. In unserer Rubrik 'GOKA-Talents' stellen wir die 27-jährige Newcomerin mit Model-Vergangenheit vor.

Sie war bereits weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz – als Schneewittchen im gleichnamigen ARD-Märchen. Es folgten die Kinofilme "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaragdgrün". Und nun das neueste Projekt von Schauspielerin Laura Berlin: die Miniserie "Blaumacher". Folgt der Karriereplan der 27-Jährigen etwa einem raffinierten Farbcode? "Alles reiner Zufall", sagt Laura Berlin im Interview mit der GOLDENEN KAMERA und lacht. "Beim Drehen hieß 'Blaumacher' ja noch 'Sommer unseres Lebens'. Die Mischung aus Tragik und Humor hat mich schon nach den ersten Drehbuchseiten begeistert. Die Serie ist anders als das, was man bisher so gesehen hat.“

Laura Berlin in ihrer ersten Rolle als "Schneewittchen" (2009)

Laura Berlin in "Blaumacher"

In dem schwarzhumorigen Drama geht es um den Mittvierziger Frank (Marc Ben Puch). Für seine Mitmenschen ist er praktisch unsichtbar. Seine Frau betrügt ihn, seine Kinder halten ihn für einen Trottel, und den Kollegen fällt nicht mal auf, wenn er fehlt. Als Frank mit einem Selbstmordversuch scheitert, steht plötzlich Nachbarstochter Sascha (Laura Berlin) vor der Tür, die ihre eigenen emotionalen Probleme hat. Es ist der Beginn einer sonderbaren Freundschaft.

Laura Berlin über "Blaumacher"

Lebenskrise in der Vorstadthölle – in Teilen erinnert "Blaumacher" an "American Beauty"; sogar eine Cheerleader-Szene gibt es, wenn auch mit einer unerwarteten Wendung. Laura Berlin gibt zu, dass beim Dreh der US-Kinohit von 1999 immer wieder als Inspiration diente. Den Jungstar reizte aber vor allem die Figur Sascha: "Sie ist nicht das durchschnittliche, liebe Mädchen von nebenan. Sie ist sehr intelligent, cool, selbstsicher, mit einer sehr emotionalen Vergangenheit. Auf diese Rolle habe ich lange gewartet. Als Frau Mitte 20 kriegt man im deutschen TV oft eher eindimensionale Rollen: die Freundin des Ermittlers, die Freundin des Täters, das Opfer.“

Laura Berlins Karriere-Anfänge als Model

Ihren Start im Showgeschäft hatte die Berlinerin Laura Berlin, deren Nachname übrigens kein Künstlername ist, als Model. Als 14-Jährige entdeckt, lief sie später international auf Fashionshows für Kunden wie Boss und schaffte es aufs Cover der italienischen "Elle". "Trotzdem bin ich mit dem Modeln nie ganz warm geworden", sagt sie heute. "Es war immer nur ein Job." Und so war eine Teilnahme bei "Germany's Next Topmodel" für sie nie ein Thema: "Dafür hatte ich zu wenig Darstellungsdrang."

Die ProSieben-Castingshow missfällt ihr ohnehin zunehmend: "Die Teilnehmerinnen sind junge, beeinflussbare Mädchen, die 'Germany's Next Topmodel' viel Vertrauen entgegenbringen. Die Show nutzt dieses Vertrauen aus. Ich finde es falsch, dass den Mädchen vermittelt wird, sie dürften niemals Nein sagen. Das tut mir beim Zuschauen weh! Es geht ja auch um junge Zuschauerinnen, denen suggeriert wird, wie sie sein müssen, um gemocht zu werden: gefällig, glatt, ohne eigene Meinung. Das nimmt Ausmaße an, die verantwortungslos sind."

Laura Berlins nächstes Kinoprojekt: "Bullyparade: Der Film"

Starke Worte des Ex-Models, das jetzt mit "Blaumacher" vor dem großen Durchbruch als Schauspielerin stehen könnte. Ab 17. August ist sie zudem im Kino in "Bullyparade: Der Film" zu sehen. Ihre Rolle in der Komödie ist noch geheim, immerhin verrät sie aber, dass sie in den unendlichen Weiten des Weltraums unterwegs ist. Womöglich als Alienfrau mit angemalter Haut? Egal ob Laura Berlin ihre persönliche Farbpalette dort erweitert, die Zukunft sieht für sie rosarot aus.

Trailer zu "Bullyparade: Der Film" (Kinostart: 20.7.2017)

"American Beauty" auf Deutsch: "Blaumacher"

Ab dem 7. April erlebt Marc Benjamin Puch in der ZDFneo-Serie "Blaumacher" als frustrierter Familienvater nicht nur sein blaues Wunder, sondern dank Co-Star Laura Berlin auch einen etwas anderen zweiten Frühling.
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