"Incorporated": Sci-Fi-Nervenkitzel in Serie

In der Sci-Fi-Serie "Incorporated" infiltriert der Held einen Mega-Konzern. Das düstere Szenario ist oft erschreckend realistisch.

Darum geht's in "Incorporated"

Die Welt sieht anders aus im Jahr 2074: Im chinesischen Fernsehen laufen Spendenaufrufe mit blonden amerikanischen Waisenkindern für die Aktion "Ernährt die USA". Küstenstädte wie New York oder Los Angeles sind bereits im Meer versunken, und in exklusiven Kreisen unterhält man sich über Traumstrände, die dank der globalen Klimaerwärmung gleich außerhalb von Reykjavik liegen. Eine Minderheit hat sich in den Wohlstand hinübergerettet, etwa in die schwer geschützte "Grüne Zone" in Milwaukee. Die Politik ist gescheitert, längst regieren internationale Konzerne die Welt. Wer es wagt, deren Autoritäten in Frage zu stellen, verliert seinen Job – und manchmal auch mehr ...

Trailer zu "Incorporated" (OV)

Die neue dystopische Thrillerserie "Incorporated" (ab 27. Juni, 21.00 Uhr, SyFy) erzählt, wie sich Aaron (Sean Teale) aus den Slums der sogenannten Roten Zone mit einer falschen Identität beim Konzerngiganten Spiga Biotech einschleicht. Als Nachwuchsführungskraft Ben Larson versucht er, in der Grünen Zone seine Jugendliebe Elena wiederzufinden, die dort vermutlich gefangen gehalten wird. Um sein Ziel zu erreichen, sabotiert er seine Vorgesetzten mit allerlei raffinierten Hightech-Gadgets – und läuft dabei ständig Gefahr, enttarnt zu werden.

"Incorporated" Featurette

Ein realistisches Zukunftsszenario

Es ist eine vertraute Story, die schon oft in Filmen wie etwa "Elysium" oder "Gattaca" erzählt wurde. Dennoch ist die Serie sehenswert, weil sie visuell überzeugt und mit ihren vielen Details ein Zukunftsszenario entwirft, das nicht allzu entfernt von unserer Gegenwart zu liegen scheint.

"Die Pilotfolge haben Alex und David Pastor geschrieben, bevor Donald Trump als Präsident kandidierte", erzählt Sean Teale, der erstmals die Hauptrolle in einer Serie übernahm. "Als das Thema Mauerbau an der Grenze zu Mexiko aufkam, dachten wir alle: 'Oh Gott, das erzählen wir in den ersten drei Minuten!' Das war gespenstisch. Allerdings schottet sich bei uns Kanada gegen Einwanderer aus den USA ab", erklärt der smarte 25-jährige Brite, der schon in Serien wie "Skins" oder "Reign" zu sehen war.

Welche Folgen hat der Klimawandel? Welche Migrationsströme könnten dadurch entstehen? Um möglichst realistische Szenarien zu entwerfen, ließen sich die Serienmacher von Experten der Vereinten Nationen beraten. Auch viele technische Errungenschaften, die in "Incorporated" verwendet werden, sind heute bereits entwickelt, erforscht oder stehen kurz vor dem Durchbruch, etwa selbst fahrende Autos, Hologramme und wundenheilende Biotechnologie.

Matt Damon und Ben Affleck als Produzenten

Mit den Filmstars Matt Damon und Ben Affleck waren namhafte Produzenten an Bord. "Sie konnten zwar nicht vor Ort am Set in Toronto sein – wenn Bourne und Batman die Welt retten müssen, ist es ziemlich schwer, sie herbeizuwinken", sagt Sean Teale. "Die beiden meldeten sich aber von ihren Dreharbeiten mit Ratschlägen, etwa wie der Pilot geschnitten werden sollte."

Die Darsteller

Große Namen auch vor der Kamera: Julia Ormond spielt nuanciert Elizabeth Krauss, die Chefin von Spiga Biotech: einerseits knallhart, andererseits gefangen in den Zwängen des Systems. Dennis Haysbert, der in "24" als US-Präsident Palmer zu sehen war, verkörpert den Sicherheitschef Julian Morse, der im gefürchteten "Quiet Room" Abtrünnige hart bestraft. Morse kommt Aarons (Sean Teale) Geheimnis gefährlich nah. Obwohl dessen Lebenslauf tadellos und die Beziehung zu seiner schwangeren Ehefrau (Allison Miller) perfekt scheint, beginnt seine Tarnung zu bröckeln.

Bildergalerie: Das sind die Stars aus "Incorporated"

Die zehn Folgen unterhalten mit spektakulären Wendungen, das Finale wirkt rund und wirft Fragen auf, die für eine Fortsetzung sprechen – doch die ist bisher nicht geplant. Hauptdarsteller Teale hat inzwischen einen weiteren coolen Job an Land gezogen: Er gehört zum Ensemble der neuen Marvel-Serie "The Gifted" von Bryan Singer, angesiedelt im X-Men-Universum. "Ich habe unglaubliches Glück", stellt er fest – und fühlt sich dabei fast wie sein Alter Ego in "Incorporated": "Irgendwann erwischen sie mich!", sagt er und lacht.

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