"Will": Serie über die Abenteuer des jungen William Shakespeare

Die Macher der neuen Serie "Will" (ab 11. Juli, 20.15 Uhr, TNT Serie) verraten, wie sie dem Dramatiker zeitgemäße Coolness verliehen haben.

Darum geht's in "Will"

London im Jahr 1589: Frisch aus Stratford angekommen, taumelt ein junger Mann namens William Shakespeare fasziniert und reizüberflutet durch das Markttreiben der Metropole. Zwischen Seiltänzern und Fischverkäufern wird ein Kamel durch die Menge geführt. In einer Ecke wird ein fauler Zahn gezogen – und auf einer großen Bühne einem Katholiken die Eingeweide aus dem Körper. Es sind Zeiten religiösen Aufruhrs im protestantischen England, und die falsche Religion kann das Todesurteil bedeuten. Auch für Will. Dennoch verfolgt er seinen Traum, als Theaterautor berühmt zu werden.

Originaltrailer zu "Will" (Pay-TV-Start: 11.7.2017)

Das sind die Macher

In zehn Folgen erzählt die neue historische Serie "Will" von den Anfängen des wohl berühmtesten Dramatikers aller Zeiten, der in eine lustvolle, bunte und wilde Theaterwelt eintaucht, inklusive großer Geldnot, harter Konkurrenz und übersteigerter Egos. Geschrieben wurde sie von dem australischen Autor Craig Pearce, der zusammen mit Baz Luhrmann Filmhits wie "Romeo und Julia" und "Moulin Rouge" verwirklichte. Die lässigen Kostüme und ein Rock-Soundtrack von Lou Reed, The Clash und anderen Ikonen lassen an diese Kinoerfolge denken.

Auch Regisseur und Co-Produzent Shekhar Kapur trug entscheidend zum außergewöhnlichen Look und Feeling der Serie bei. "Es spielt sich viel auf den Straßen von Shoreditch ab", sagt der Regisseur, der auch die "Elizabeth"-Filme mit Cate Blanchett verwirklichte. "Das Chaos, der Lärm, aber auch die Farben kenne ich aus Mumbai. Ich habe mich von Dharavi, dem größten Slum der Stadt, inspirieren lassen."

Die Mission der Macher: Make Shakespeare cool again! Heißt: den Dramatiker vom Sockel zu heben, daran zu erinnern, dass er zu Lebzeiten ein Liebling der Massen war. "Heute wäre Shakespeare mit seinen Texten ein Rapper", sagt Shekhar Kapur, der auch die ersten drei Folgen und das Staffelfinale inszenierte. "Seine Sprache war kein wahres Englisch, sondern Slang. Und er schrieb Stücke, die aufs Volk abzielten, auf die Leute von der Straße, die Besitzlosen. Im Theater waren 3000 von ihnen zusammengepfercht. Keiner wurde älter als 40. Sie kamen hierher, um Spaß zu haben und sich zu betrinken, manche hatten währenddessen sogar Sex."

Laurie Davidson kreierte "seinen" Will

Um den richtigen Darsteller für Will zu finden, brauchten die Macher ein halbes Jahr – und fanden den Youngster Laurie Davidson, der zu Beginn der Dreharbeiten noch zur Schauspielschule ging. "Natürlich war ich supernervös, denn ich hatte noch nie vor der Kamera gestanden, und plötzlich war ich der Hauptdarsteller!", sagt der Brite, der heute mit 25 genauso alt ist wie Will, als er nach London zog. "Zum Glück war ich bei Craig und Shekhar in guten Händen." (Lesen Sie hier das ganze Interview mit Laurie Davidson).

Über Shakespeares Biografie rätseln Historiker bis heute – die Serie verwebt Basisfakten, kursierende Theorien und weitere Biografien aus seinem Umfeld zu einem abwechlsungsreichen Drama. Und auch Laurie Davidson konnte aus der dürftigen Faktenlage "seinen" Will kreieren: "Es gibt eine Urkunde über die Eheschließung Shakespeares mit Anne Hathaway. Will war erst 18, als er die schwangere Anne heiratete. Er wollte nicht, dass sie ein uneheliches Kind zur Welt brachte, denn das war tabu im elisabethanischen Zeitalter", sagt Davidson. "Das bedeutete aber auch, dass Shakespeare zwischen seiner Pflicht, für seine Familie zu sorgen, und seiner Leidenschaft, Stücke zu schreiben, hin- und hergerissen war, was ideal ist für unsere Serie."

Richtig schwierig wird es für Will, als er sich in Alice, die Tochter des Impressarios James Burbage verliebt. Hinzu kommen Alices hübscher, eitler Bruder Richard und der schwule Starautor Christopher Marlowe – sie alle sorgen für einen Reigen bittersüßer Abenteuer.

Für den Fall, dass der Besuch im Open-Air-Kino ins Wasser fällt, ist dieses leichte, sexy Sommertheater allemal eine gute Alternative.

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