Serien-Event der Woche: "I'm Dying Up Here"

US-Komiker Jim Carrey bringt mit "I’m Dying Up Here" eine Serie über einen Comedy-Club der 70er ins TV.

"Sterben ist einfach, Comedy ist schwer." Diese letzten Worte des britischen Shakespeare-Schauspielers Edmund Kean (1787–1833) setzt die neue Serie "I’m Dying Up Here" (23. August, 21.45 Uhr, Sky Atlantic) nur allzu gut ins Bild. Die Produktion des US-Senders Showtime („Twin Peaks“) taucht tief in die Stand-up-Comedy-Szene des Jahres 1973 in Los Angeles ein.

Trailer "I'm Dying Up Here"

Darum geht's in "I'm Dying Up Here"

Eddie (Michael Angarano) und Ron (Clark Duke), die frisch aus Boston in der kalifornischen Entertainment-Metropole Los Angeles eintreffen, hoffen hier auf ihren Karrieredurchbruch. Hinter den Kulissen des beliebten "Goldie’s Comedy Club" am Sunset Strip lernen sie eine Clique von verkopften, ichbezogenen Persönlichkeiten kennen, die alle um ein attraktives Zeitfenster für ihre Auftritte kämpfen. Die Jung-Comedians von der Ostküste, werden nicht gerade herzlich empfangen: Sie landen erst mal gut versteckt im Line-up des Amateurabends und sehen in der Teilnahme an der Gameshow "Geh aufs Ganze" ihre letzte Chance, die Kosten für den Kleiderschrank bezahlen zu können, in dem sie zur Untermiete wohnen. Dennoch halten sie an ihrem Traum fest, als Komiker groß herauszukommen. Dreh- und Angelpunkt der Serie ist der Club „Goldie’s“, in dem die Namenspatronin, verkörpert von Oscarpreisträgerin Melissa Leo, mit eiserner Hand regiert.

Hintergrund

Die Serie basiert lose auf einem gleichnamigen Buch über die damalige Branche, zudem ließ Starkomiker Jim Carrey als ausführender Produzent vieles aus seiner eigenen Biografie in die Story einfließen, auch er hat wie er der GOLDENEN KAMERA im Interview erzählte, in eine Art Kleiderschrank als Wohnung gehaust.

Die Serie setzt zu der Zeit ein, als der Late-Night-Show-König Johnny Carson mit der Produktion der "Tonight Show" von New York nach L.A. übersiedelte. Die Sendung wurde bald zu einer der wichtigsten Plattformen für Talente. In der Serie erhält Clay, einer der Komiker, sogar den Ritterschlag: Er darf in der Show nicht nur seinen Monolog performen, sondern auf dem Sofa neben Carson Platz nehmen. Und dennoch endet dieser Abend mit einer Tragödie. Als Vorlage könnte hier der reale Fall des Jungstars Freddie Prinze gedient haben, der in der "Tonight Show" entdeckt wurde, seine eigene Sitcom erhielt – und sich wegen Depressionen erschoss.

Die Figur Goldie beruht auf Mitzi Shore, in deren Comedy-Club spätere Stars wie Robin Williams, Jerry Seinfeld oder Chevy Chase auf sich aufmerksam machten. Bezahlt wurden nur die Kellner. Erst nach einem Streik im Jahr 1979, zu dessen Anführern die späteren TV-Spaßmacher Jay Leno und David Letterman gehörten, ließ sich Shore zu einer Zahlung von 15 Dollar pro Auftritt erweichen. Bis heute wurde die Summe um keinen Cent erhöht.

GOKA-Wertung

Die Serie bietet unerwartet düstere Einblicke in das US-Comedy-Business der 70er. Angelehnt an die Historie nimmt der Zuschauer an der Comedyrevolution teil und erfährt, wie schwer es damals für Komikerinnen war, sich in der Szene durchzusetzen. Es geht um Gleichberechtigung (Figur Cassie) und von Watergate bis Vietnam um den spannenden Wandel der Zeit.

Muss ich sehen, weil...

...die Serie auf den Erlebnissen von realen Comedy-Stars beruht.

Für Fans von...

..."Der Mondmann"

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