Die "Pubertier"-Familie im Interview

Ab dem 7. September bricht im ZDF der Teenie-Terror aus! Wir haben mit Chiara Schoras, Pasquale Aleardi und Newcomerin Mia Kasalo über die Serienadaption des Bestsellers "Das Pubertier" und die eigene Pubertät gesprochen.

Wie ein Teenager die eigene Familie zur Verzweiflung treibt, hat Autor Jan Weiler in seinem Bestseller "Das Pubertier" humorvoll auf den Punkt gebracht. Nach Leander Haußmanns Kino-Verfilmung mit Jan Josef Liefers und Heike Makatsch erobert "Das Pubertier" nun auch das Fernsehen.

In der sechsteiligen Serien-Adaption, die ab dem 7. September immer donnerstags um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen ist, werden die zentralen Mitglieder der Chaos-Familie Maybacher von Chiara Schoras, Pasquale Aleardi und Mia Kasalo verkörpert. Wir trafen die Drei zum exklusiven Video-Talk und bekamen am Ende einen Eindruck davon, wie ausgelassen und temperamentvoll es am Set zugegangen ist...

Die "Pubertier"-Familie im Interview

Chiara Schoras, Pasquale Aleardi und Mia Kasalo im "Pubertier"-Interview

GOLDENE KAMERA: Die stimmende Chemie zwischen Euch dreien ist vor und hinter der Kamera spürbar. Kann man sagen, dass es ein Spielen auf Augenhöhe war?

CHIARA SCHORAS: Total! Mia ist ja vormittags zur Schule gegangen und hat dann danach noch ein ordentliches Pensum absolviert. Ich habe die größte Achtung davor, was sie da geleistet hat – mit was für einer Genauigkeit, Wachheit und Spielfreude sie da reingegangen ist. Meine Lieblingsszenen waren immer die, in denen die ganze Familie am Frühstückstisch sitzt und wir uns austoben konnten. Als wir die erste dieser Szenen drehten, hatte ich schlagartig das Gefühl, dass ich angekommen bin. Plötzlich hat das so eine Dynamik bekommen und wir haben alle irrsinnigen Spaß dabei gehabt, uns gegenseitig die Bälle zuzuspielen.

PASQUALE ALEARDI: Als wir das Pubertier gesucht haben, wurden sehr viele Mädels gecastet. Aber als uns Mia vorgespielt hatte und wieder zur Tür hinaus war, habe ich nur gesagt: "Leute, wir müssen nicht mehr weitersuchen!" Sowohl in den emotionalen als auch in den lustigen Szenen ist Mia immer auf den Punkt. Ich fand außerdem immer wichtig, dass unsere Darstellerin auch bissig sein kann, wenn das Pubertier herauskommt. Und Mia hatte da im übertragenen Sinne immer sofort zwei Knarren im Anschlag. Das war toll!

Wie war es in Eurer eigenen Pubertät? Wer hatte im Konflikt Teenie vs. Eltern die Oberhand?

SCHORAS: Das hormonelle Gefühlschaos bei Kindern in der Pubertät führt natürlich auch zur Konfrontation. Man checkt als Teenager nämlich plötzlich, dass man auch Macht hat. Vorher sind die Eltern ja Respektpersonen – bis man begreift, dass sie doch nicht perfekt sind und nicht alles wissen. Deswegen waren meine Eltern gar keine Ansprechpartner mehr für mich. Der Fokus lag nur noch auf der externen Sozialisation: Schule und Freunde waren das Allerwichtigste! Und wenn man merkt, dass man eine gewisse Macht hat, will man die natürlich auch ausspielen. Mit anderen Worten: Meine denken nicht gerne an diese Zeit zurück! (lacht)

Mia, wenn Eltern als Kinder die gleichen Erfahrungen wie ihre 'Pubertiere' gemacht haben, warum fehlt ihnen später trotzdem oft das Verständnis für sie?

MIA KASALO: Ich denke, sie verstehen sie schon. Sie denken aber auch, dass man sich an bestimmte Regeln halten muss. Meine Eltern zeigen schon Verständnis, aber auch wenn sie total einfühlsam sind, lassen sie mich nicht einfach so über die Stränge schlagen.

Wie viel Input hatte "Pubertier"-Autor Jan Weiler bei der Serie?

SCHORAS: Am Set ist Jan Weiler gar nicht aufgetaucht, weil er der Produktion komplett freie Hand gelassen hat. Er ist ja selbst auf die Produzenten mit der Serien-Idee zugekommen. Insofern lief das alles auf einer großen Vertrauensebene ab.

ALEARDI: Außerdem passiert es wirklich selten, dass die Vorlagen so gut sind. Es gab da einen Tag, an dem Text gestrichen werden sollte. Dann haben wir uns aber alle doch darauf geeinigt: "Nee, das spielen wir jetzt genauso, wie es da steht!" Daran sieht man, wie sehr wir für den Stoff Feuer und Flamme waren. Wenn ich Drehbücher lese, übersähe ich die Seiten in der Regel mit Anmerkungen. Bei diesen Büchern habe ich einfach eine Seite nach der anderen gelesen und abgehakt. Es war alles sehr schlüssig und rund – das ist selten so.

War das mit ein Grund, warum auch Du Dich mit solchem Feuereifer in die Rolle der Carla gestürzt hast, Mia?

KASALO: Mir hat es bei den Castings schon sehr gut gefallen. Von der "Pubertier"-Geschichte wusste ich vorab überhaupt nichts, hatte aber gleich ein gutes Gefühl. Und als ich dann die Drehbücher gelesen habe, fand ich sie cool.

Der Bestsellererfolg der "Pubertier"-Bücher beruht auf dem hohen Wiedererkennungswert. Ist 'unterhaltsame Lebenshilfe' auch ein Anspruch der Serie?

SCHORAS: Ich denke generell nicht darüber nach, was für Auswirkungen eines meiner Projekte haben könnte. Ich wünsche mir natürlich, dass Kinder und Eltern "Das Pubertier" zusammen gucken und nach jeder Folge neuen Gesprächsstoff haben. Es wäre super, wenn so ein Austausch stattfinden würde.

ALEARDI: Wenn die Familie zusammen guckt, wird das auf jeden Fall passieren. Als ich die Drehbücher zum ersten Mal las, habe ich gleich dieses Potential gesehen. Wenn etwas gut und lebensnah geschrieben ist, dann hat es mit uns Menschen zu tun. Und wenn wir es halbwegs hinkriegen, das so authentisch wie möglich rüberzubringen, dann wird es auch den Zuschauer berühren.

Chiara und Pasquale, inwieweit hat der "Pubertier"-Dreh privat auf Euch als Eltern abgefärbt?

ALEARDI: In Sachen Beschützerinstinkt habe ich wirklich das Gefühl, dass der bei mir jetzt viel stärker ausgeprägt ist. Meine Rolle ist ja recht neurotisch und ängstlich veranlagt. Und immer, wenn er sich in der Serie Sorgen macht, sieht man das in Form dieser toll stilisierten Visionen. Der Dreh ist noch nicht so lange her und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich in Sorge um meinen 11 Monate alten Sohn tatsächlich mehr Angstphantasien als vorher habe. Ich hoffe, das geht wieder weg!

Warum sollen unsere Leser auf jeden Fall ab dem 7. September "Das Pubertier" einschalten?

ALEARDI: Weil es die beste Familienserie ist, die es jemals im ZDF gab! (lacht) Die Eltern werden sich ebenso wiederfinden wie die Jugendlichen. "Das Pubertier" bietet eine gute Portion Humor und ist dabei lebensnah und unterhaltsam aber auch emotional.

KASALO: Und total warmherzig! Ich finde, man fühlt sich total wohl, wenn man "Das Pubertier" guckt.

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