Serien-Event der Woche: "Zarah – Wilde Jahre"

Claudia Eisinger sagt am neuen ZDF-Serien-Donnerstag der Männerwelt den Kampf an.

Emanzipation, Frauenrechte, eine Zeit des Aufbruchs in einem von Männer dominiertem Land – die 70er liefern genug Stoff für die spannende Journalisten-Serie "Zarah – Wilde Jahre" (21.00 Uhr, 7. September, ZDF). In sechs Folgen (donnerstags), immer nach der ebenfalls neuen Serie "Das Pubertier", kämpft Zarah Wolf (Claudia Eisinger) in einer machogetriebenen Zeitschriftenredaktion für die Frauenbewegung.

Trailer zu "Zarah - Wilde Jahre" (TV-Start: 7.9.2017)

Darum geht's in "Zarah"

Frauenfeindliche Witze, nackte Brüste und Heftbesprechungen kümmeltrinkend am Stammtisch: In der Redaktion von "Relevant", deutschlands größter Illustrierten, hat man als Frau nichts zu Lachen. Doch als der Verleger zum Wohle der weiblichen Leserschaft Zarah Wolf (Claudia Eisinger) einstellt, wendet sich das Blatt. Die berühmte Autorin will als stellvertretenden Chefredakteurin den Sexismus aus dem Heft verbannen. Ehrgeizig mach sie sich ans Werk, wird aber sofort von den männlichen Kollegen ausgebremst. Nackte Frauen müssen aufs Cover. Aber nicht mit Zarah. Hinter dem Rücken des Chefs Hans-Peter Kerckow (Torben Liebrecht) greift sie zu ungewöhnlichen Mitteln, um ihre Meinung durchzusetzen.

Hintergrund

Bisher kennt man Claudia Eisinger hauptsächlich aus Kino- und TV-Filmen. Auf der großen Leinwand war sie u. a. in der Bestseller-Verfilmung "Mängelexemplar" und der Komödie "Wir sind die Neuen" neben Heiner Lauterbach zu sehen. Im "Tatort: Nachbarn" spielte sie die Mörderin. Und jetzt also eine Serienhauptrolle!

Die Serie basiert lose auf dem Leben von "Stern"-Ressortleiterin Ingrid Kolb (76), die 1977 in einer Titelgeschichte die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz anprangerte.

Claudia Eisinger zu ihrer Rolle: "Eine Serie über eine Frauenrechtlerin, eine Visionärin, eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist. Einfach eine Frau, die für die Rechte und die Freiheit der Frauen kämpft. Ein für mich total spannendes, berührendes, mir sehr nahes Thema."

GOKA-Wertung

Claudia Eisinger erstmals in einer Serienhauptrolle, die es in sich hat. Kann das funktionieren? Und ob! Zarah setzt sich schlagfertig, manchmal kokett ("Ich trage keinen BH") aber immer selbstbewusst in der Männerwelt durch. Auch wenn die Rolle bisweilen überzogen ist, so passt Claudia Eisinger mit Bravour auf das Profil. Es macht Spaß ihr beim Schlagabtausch zuzuschauen und sich in die 70er entführen zu lassen. Wenn auch nicht so bunt wie in der US-Serie "Good Girls Revolt" wird die Zeit des Aufbruchs im eher noch tristen und spießigen Deutschland spannend erzählt. Von Nixon, über die Verbrennung der BHs und freier Liebe bis hin zur RAF ist alles in der neuen Serie drin.

Muss ich sehen, weil...

...deutsche Emanzipationsgeschichte spannend ist. Und es zu wenig gute Serien über die 70er gibt.

Für Fans von...

..."Mad Men"(2007) und "Good Girls Revolt" (2015)

Diese Serien starten auch im September:

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