Serien-Event der Woche: "Suburra"

Im Serien-Prequel zum Mafia-Thriller "Suburra" von "Gomorrha"-Regisseur Stefano Sollima versuchen drei junge Bandenmitglieder, im korrupten Rom groß rauszukommen.

Am 6. Oktober geht nicht nur die erste "Netflix Originals"-Produktion Italiens an den Streaming-Start. Bei "Suburra - Die Serie" handelt es sich auch um die Fortschreibung des gleichnamigen Mafia-Thrillers, den "Gomorrha"-Regisseur Stefano Sollima 2015 fürs Kino gedreht hatte und in dem das Publikum ins dunkle Herz der italienischen Hauptstadt entführt wurde.

Hintergrund

In Sollimas Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenromans von Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini will der mächtige Mafia-Pate Samurai (Claudio Amendola) im römischen Stadtviertel Suburra ein Glücksspielparadies a la Las Vegas hochziehen. Mit einer unheiligen Allianz aus korrupten Politikern, Neo-Faschisten und Würdenträgern des Vatikans im Rücken, setzt Samurai einen entscheidungsbefugten Parlamentsabgeordneten unter Druck, der nach dem Tod einer Prostituierten zu einem Risiko wird. Denn die aus dem Ruder laufende Entsorgung der Leiche ruft den gefürchteten Anacleti-Clan auf den Plan.

Trailer zu "Suburra" (2015)

Darum geht's in "Suburra - Die Serie"

Die 10-teilige Prequel-Serie, in der statt Sollima unter anderem die "Allein gegen die Mafia"-Ikone Michele Placido die Regiefäden in der Hand hielt, ist ein paar Jahre vor den Geschehnissen des Films angesiedelt und schildert, wie Samurai (Francesco Acquaroli) in Besitz des späteren Baulands zu kommen versucht. Ein Großteil des Geländes gehört dem Vatikan, der seine Finanzberaterin Sara Monaschi (Claudia Gerini) mit dem Verkauf an den Meistbietenden beauftragt. Damit gerät sie ins Visier des Mafia-Paten, der sich außerdem die Unterstützung des naiven Politikers Amadeo Cinaglia (Filippo Nigro) gesichert hat.

Trailer zu "Suburra - Die Serie" (VoD-Start: 6.10.2017)

Gleichzeitig versuchen die drei Nachwuchskriminellen Aureliano aka Numero 8 (Alessandro Borghi), Spadino (Giacomo Ferrara) und Lele (Eduardo Valdarnini), den sündigen Monsignore Theodosiou (Gerasimos Skiadaressis) mit Aufnahmen einer Orgie zu erpressen, die "Suburra" den schlüpfrigsten Serienauftakt der Mainstream-TV-Geschichte beschert.

GOKA-Wertung

Auch wenn die Vielzahl der parallelen Handlungsfäden eine hohe Konzentration vom Zuschauer erfordert, gelingt es der "Suburra"-Serie meisterlich, die Einzelschicksale der aufstrebenden Junggangster mit dem großen Ganzen des korrupten Immobiliendeals zu verknüpfen.

So fällt der Polizisten-Sohn Lele mit seinen Drogengeschäften bei Samurai in finanzielle Ungnade, während Spadino als nicht ernst genommener Sohn des Bosses des Anacleti-Clans zum Reifen in fremdes Bandenterritorium geschickt wird und dort die Bekanntschaft von Aureliano macht, der davon träumt, auf dem Strandgelände seiner Mafia-Familie einen Club zu eröffnen – ohne zu ahnen, dass seine Schwester Livia (Barbara Chichiarelli) bereits im Auftrag des Vaters den Verkauf an Samurai vorbereitet.

Mit dem Fokus auf die drei mafiösen Glücksritter, von denen Aureliano und Spadino auch im Film eine gewichtige Rolle spielen, schaffen es die Serienmacher, der dichten atmosphärischen Düsternis des Kinovorgängers eine zusätzliche emotionale Note zu verleihen. Und diese Emotionalität lässt "Suburra"s Antihelden menschlicher wirken als ihre monströs-nihilistischen Verbrecherkollegen in themenverwandten Serienhits wie "Gomorrha" oder "Narcos".

Muss ich sehen, weil...
...."Suburra - Die Serie" mitreißend aufdeckt, wie sich ein korruptes System auf einzelne Individuen auswirkt, und einen frappierenden Blick hinter die antiken Kulissen des malerischen Roms bietet.

Für Fans von...
...den Serien "Gomorrha" (seit 2014) und "Narcos" (seit 2015)

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