Serien-Event der Woche: "Mindhunter"

In seiner neuen Netflix-Produktion verwandelt Hollywoods Suspense-Experte David Fincher ("Sieben") die Geburtsstunde der Profiler-Technik in packende Serien(killer)-Unterhaltung.

Seit David Fincher als ausführender "House of Cards"-Produzent Netflix seinen ersten großen "Originals"-Hit und quasi den Durchbruch beschert hat, scheinen der Kultregisseur und das Streaming-Portal füreinander geschaffen zu sein. Dieser Traumpaar-Nimbus erhält ab dem 13. Oktober neuen Auftrieb, denn mit der 10-teiligen Original-Serie "Mindhunter" kehrt der Schöpfer von "Sieben" (1995) und "Zodiac - Die Spur des Killers" (2007) zu den Psychothriller-Wurzeln seiner Hollywood-Karriere zurück.

Hintergrund

Dabei ist David Fincher auf das abgründige Thema seiner zweiten Serienproduktion gar nicht selber gestoßen, sondern wurde von Co-Produzentin Charlize Theron auf "Mindhunter – Inside the FBI's Elite Serial Crime Unit" aufmerksam gemacht. In dem bereits 1995 erschienenen True-Crime-Bestseller mit dem deutschen Buchtitel "Die Seele des Mörders" schildert der ehemalige FBI-Agent John E. Douglas, wie er sich in Gesprächen mit berüchtigten Serienkillern zum Profiler-Pionier und Experten für kriminelle Psychologie mauserte. Die Figur des Chefs der FBI-Verhaltensforschung-Abteilung Jack Crawford in den Thomas-Harris-Verfilmungen "Blutmond" (1986), "Das Schweigen der Lämmer" (1991), "Roter Drache" (2002) und "Hannibal" (2013-2015) ist John E. Douglas nachempfunden.

Darum geht's in "Mindhunter"

Ende der 1970er Jahre tourt der junge FBI-Agent Holden Ford (Jonathan Groff) mit seinem Partner Bill Tench (Holt McCallany) durch die USA und informiert Polizisten über die neuesten Ermittlungsmethoden. Doch wichtiger als die Beweisführung erscheint Ford die Frage, was mörderische Psychopathen zu ihren schrecklichen Taten motiviert.

Aus diesem Grund beginnen die beiden Agenten, mit bereits inhaftierten Serienkillern wie dem nekrophilen "Co-Ed Killer" Edmund Kemper (Cameron Britton) vorurteilsfreie Gespräche zu führen und so grundlegende Erkenntnissen über die Psyche von Serienkillern zu gewinnen. Mit ihrem revolutionären Ansatz sehen sich die beiden aber nicht nur mit menschlichen Abgründen, sondern auch mit dem Widerstand der Ermittlungsbehörden konfrontiert.

Trailer zu "Mindhunter" (VoD-Start: 13.10.2017)

GOKA-Wertung

Mit kaum ausgeleuchteten Interieurs, monochromen Farben und hypnotischen Kamerabewegungen erzeugt "Mindhunter" eine typische David-Fincher-Atmosphäre, der man sich auch im Serienformat nicht entziehen kann. Für die etwas aufgesetzt wirkende Darstellung der damaligen Ermittlungsbehörden entschädigen die Interviews mit Kemper und anderen realen Serienkillern wie dem "BTK Strangler" Dennis Rader (Sonny Valicenti) oder Jerry Brudos (Happy Anderson), die in ihrer kammerspielartigen Intensität ein Gefühl markerschütternder Klaustrophobie erzeugen.

Das mag auch daran liegen, dass Fincher, der vier Episoden selber inszenierte, den Regiestuhl unter anderem mit dem Oscar-prämierten Doku-Experten Asif Kapadia ("Amy") geteilt hat und so sicher stellt, dass in "Mindhunter" das unfassbar Böse ein erschreckend menschliches Gesicht bekommt.

Muss ich sehen, weil...
...David Fincher mit "Mindhunter" das Prinzip der Angstlust mit den Mitteln des Kammerspiels auf die Spitze treibt.

Für Fans von...
..."Hannibal" (2013-2015) und "Protokolle des Bösen" (2016)

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