"The Crown": Die "verdammt gewöhnliche" Claire Foy spielt die Queen

Was wir bereits wissen
Die Netflix-Serie "The Crown" erzählt die Geschichte vom Aufstieg und der Herrschaft von Queen Elizabeth II. - verkörpert von Claire Foy, die wir zum Interview trafen.

Trailer zu "The Crown" (VoD-Start: 4.11.2016)

Als erste britische Netflix-Serienproduktion könnte "The Crown" (ab 4. November bei Netflix) wegweisend für den Streamingdienst werden. Auf sechs Staffeln ist die Serie rund um das Leben von Queen Elizabeth angelegt. Überraschend kommt dabei auf den ersten Blick nun diese Nachricht: Der mit Matt Smith und Claire Foy äußerst prominent besetzte Cast wird nach der derzeit in Produktion befindlichen zweiten Staffel komplett seinen Hut nehmen müssen. Netflix möchte die Serie zwar weiterhin sechs Staffeln lang erzählen, aber alle zwei Staffeln die Schauspieler austauschen. Auf den zweiten Blick ergibt dies durchaus Sinn: Das Leben wird über sechs Jahrzehnte erzählt; dass dafür auch auf passende Schauspieler zurückgegriffen wird, entspringt einer gewissen Logik.

Das Skript stammt von einem der besten der Branche: Peter Morgan wurde bereits für seine Drehbücher für "The Queen" (2006) und "Frost/Nixon" (2008) für den Oscar nominiert. In "The Crown" erzählt Morgan die Geschichte Elisabeths und ihrer Familie ab der Krönung 1953. "The Crown" ist auf sechs Staffeln ausgelegt, die Handlung würde bis in die Gegenwart reichen. "Staffel eins besteht aus zehn Folgen und umfasst zehn Jahre", verrät Peter Morgan im Gespräch mit GOLDENE KAMERA. "Fakt ist aber: Ich hätte für diesen Zeitraum ohne Mühe auch 30 Folgen füllen können - so viel Material gibt es."

Peter Morgan im GOLDENE KAMERA Video-Talk:

Interview mit "The Crown"-Showrunner Peter Morgan

Die Regie bei "The Crown" führt mit Stephen Daldry ("Der Vorleser", "The Hours") ein weiterer Hochkaräter. Für Staffel eins bekam Daldry für TV-Verhältnisse gigantische 150 Drehtage Zeit – und ein paar namhafte Darsteller für die Hauptrollen: Ex-"Doctor Who"-Darsteller Matt Smith spielt den jungen Prinz Philip, und John Lithgow ("Interstellar", "Hinterm Mond gleich links") verkörpert - im aufwendigen Fatsuit - den legendären britischen Premierminister Winston Churchill.

Claire Foy ("Wölfe") spielt die berühmteste Frau der Welt: Elisabeth II., Königin von England. Zum Serienstart trafen wir die 31-Jährige zum Interview.

Interview mit Claire Foy

Wie fühlt es sich an, Königin von England zu sein?

Bis jetzt macht man nur am Set einen Hofknicks vor mir, nicht in der Öffentlichkeit (lacht). Mein königliches Gefühl ist also sehr eingeschränkt. Die schwerste Szene war die Krönung, weil ich mich dann am königlichsten verhalten musste. Im restlichen Teil der Serie trage ich zum Glück keine schwere Robe und halte keinen massiven Zepter. Meine Figur ist dann fast so normal wie ich, denn ich bin die un-königlichste Person der Welt! Ich stamme nicht von einer langen aristokratischen Linie ab. Ich bin eine verdammt gewöhnliche Bürgerin - und froh darüber (lacht).

Als Britin kennen Sie sich natürlich mit Ihrer Monarchie aus. Aber haben Sie durch diese Rolle auch etwas Neues über Queen Elizabeth II gelernt?

Jeder Brite glaubt, die Monarchie zu kennen, weil wir mit ihr aufwachsen. Jedes Ostern und jedes Weihnachten verbringen wir sozusagen mit ihnen. Wir nehmen sie fast für selbstverständlich und als Teil unseres Lebens an. In meiner Recherche für diese Serie hat mich überrascht, wie diskret und privat Elisabeth ist. Es gibt so gut wie keine Exposés oder sensationelle Skandale über sie. Was sie denkt und was sie tut, findet meist hinter verschlossenen Türen statt. Aber genau das macht unsere Serie so faszinierend. "The Crown" ist zwar keine Dokumentation, aber trotzdem bekommt der Zuschauer mit der Serie einen fiktiven Blick in das Leben und über die enorme Verantwortung einer jungen Königin, die über den Tod ihres Vaters trauert. Das Volk nahm an, dass sie als Tochter von King George VI für die Aufgaben des Throns vorbereitet gewesen sei. Aber dem war nicht so. Elisabeth war total schutzlos und unvorbereitet und traurig, als ihr die Krone auferlegt wurde.

Gibt es nicht unzählige Dokumentation über das Königshaus?

Ja, und sie waren sehr hilfreich, vor allem was ihren Haltung und Aussprache angeht. Aber Elisabeth war im Alter von 21 eine ganz andere Person als jetzt mit 90. Sie musste in ihre Rolle als Monarchin erst hineinwachsen. Heute repräsentiert sie die Krone, aber damals musste sie erst ihre Rolle zwischen Familie, Amt und Politik erlernen.

Sie bestieg den Thron als Frauen so gut wie keine Macht hatten, weder in Politik noch im Alltag.

Bevor sie Königin wurde, waren ihr Leben und ihre Ehe sicherlich sehr konventionell. Aber nach dem Tod ihres Vaters wurde ihr Ehemann über Nacht zum Untertan, und sie fand sich auf einmal als eine Frau wieder in einer Welt regiert von Männern. Selbst der Palast wurde von Männern geleitet. Alle redeten auf sie ein. Ihr Mann. Churchill. In "The Crown" zeigen wir, wie sie buchstäblich ihre eigene Stimme findet. Und wie sie lernt, Ideen in die Köpfe wichtiger Herren zu pflanzten, und sie dann glauben lässt, dass sie selbst so schlau waren (lacht).

Sind Sie persönlich ein Fan der Queen?

Ich mag Peter Morgans "The Queen" (lacht). In dem Film ist Queen Elizabeth (gespielt von Helen Mirren) eine fantastische, starke und großartige Frau. Im wahren Leben habe ich die echte Dame nur einmal getroffen, und sie war auch sehr nett (lacht).

Wie war diese Begegnung mit der echten Queen?

Zum 200-jährigen Geburtstag von Charles Dickens lud mich der Palast ein, weil ich in der Miniserie "Little Dorrit" mitgespielt habe. Es war am Valentinstag, und ich war in der Annahme, dass es nur eine intime Feier von 20 Menschen sei. Aber es waren 4.000 Gäste geladen! (lacht) Jemand rief meinen Namen auf, ich lief auf Ihre Majestät zu, sie schüttelte meine Hand, und dann war alles schon wieder vorbei.

Hat sie etwas zu Ihnen gesagt?

Ich glaube nicht, dass sie etwas zu mir gesagt hat. Sie hat einfach nur meine Hand geschüttelt. Trotzdem war es ein bedeutender Moment in meinem Leben. Definitiv nicht in ihrem Leben (lacht).

Interview: Anke Hofmann

Entertainment-Phänomen James Corden

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2006: Mit der Verfilmung des Bühnenstücks "The History Boys" gelang James Corden (3.v.l.) der Sprung von der Bühne auf die Leinwand © Fox Searchlight
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Er ist der Host von "The Late Late Show" und als King of "Carpool Karaoke" ein internationaler YouTube-Megastar. Wir erklären das Erfolgsgeheimnis des britischen Multitalents und präsentieren James Cordens viralste Clips.
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