Guten Hunger: Der Netflix-Horrorspaß "Santa Clarita Diet"

Sheila (Drew Barrymore)
Sheila (Drew Barrymore) und Joel (Timothy Olyphant)
Joel (Timothy Olyphant)
Die Nachbarinnen der Hammond-Familie
Sheila (Drew Barrymore)
Joel (Timothy Olyphant) und Sheila (Drew Barrymore)
Abby (Liv Hewson) und Eric (Skyler Gisondo)
Joel (Timothy Olyphant) und Sheila (Drew Barrymore)
Sheila (Drew Barrymore)
Joel (Timothy Olyphant) und Sheila (Drew Barrymore)
In ihrer neuen Netflix-Serie "Santa Clarita Diet" hat Drew Barrymore ihre Mitmenschen zum Fressen gern.

Dass sich Drew Barrymore für ihren ersten Ausflug ins Streaming-Business eine höchst rustikale Horror-Sitcom ausgesucht hat, macht deutlich, wie sehr der 41-Jährigen, die bereits in Kindertagen als kleine Menschenfreundin von "E.T." zu Weltruhm gelangte und als erstes „Scream“-Opfer Kinogeschichte schrieb, Genrekost mit Herz am Herzen liegt. Denn bei allen bluttriefenden Geschmacklosigkeiten, die "Santa Clarita Diet" auch präsentiert, ist die ab dem 3. Februar auf Netflix erhältliche Serie von Victor Fresco ("Better off Ted – Die Chaos-AG") im Kern eine liebenswerte Satire auf die Höhen und Tiefen des Ehelebens.

Darum geht's in "Santa Clarita Diet"

Barrymore spielt die Vorstadt-Schönheit Sheila, die ihr Highschool-Sweetheart Joel (Timothy Olyphant) geheiratet hat und zusammen mit der gemeinsamen Teenager-Tochter Abby (Liv Hewson) im titelgebenden Suburbia-Viertel von Los Angeles lebt. Das beschauliche Leben des Makler-Ehepaars wird auf den Kopf gestellt als Sheila von einem Infekt dahingerafft wird und danach – mit ungezügelter Libido und Heißhunger auf Menschenfleisch ausgestattet – regelrecht aufblüht...

Trailer zu "Santa Clarita Diet" (VoD-Start: 3.2.2017)

Warum Sheila – wie vom nerdigen Nachbarsjungen Eric (Skyler Gisondo) konsterniert konstatiert wird – zum etwas anderen Zombie mutiert ist, wird nicht weiter erläutert und erweist sich als einer von diversen smarten Einfällen, die "Santa Clarita Diet" zu einem außergewöhnlichen Serienvergnügen machen. Im Zentrum der insgesamt 10 Episoden steht stattdessen der unerschütterliche Versuch der Hammond-Familie, die als gegeben hingenommene plötzliche „Extravaganz“ der Mutter in das alltägliche Muster ihres Vorstadtlebens zu integrieren. Vor diesem skurrilen Comedy-Background, der in seiner Absurdität zuweilen "Arrested Development"-Aura verströmt, bestechen die beiden Hauptdarsteller mit treffsicheren Charakterdarstellungen.

Drew Barrymore macht Fake-Werbung für die "Santa Clarita Diet"

Während Timothy Olyphant als liebenswerter Softie bravourös gegen sein Macho-Image aus "Deadwood" und "Justified" anspielt, stiehlt Drew Barrymore als knuffige Zombie-Hedonistin schlichtweg die Show. In ihrer erfrischend entfesselten Spielfreude spiegelt sich nämlich die verborgene Botschaft von "Santa Clarita Diet" wieder, dass man einfach mehr Spaß am Leben hat, wenn man ab und zu gegen Konformismus und gesellschaftlich verordnete Selbstkontrolle rebelliert. Man muss dabei ja nicht gleich zum Zombie werden!

Wer sollte sich "Santa Clarita Diet" anschauen?

Alle, die Freude daran haben, wenn das Grauen des spießigen Vorstadtlebens auf die schwarzhumorige Spitze getrieben wird.

Warum muss ich "Santa Clarita Diet" anschauen?

Weil Drew Barrymore mit ihrer neuen Serie dem Zombie-Sujet höchst sehenswert genre-untypische Menschlichkeit einpflanzt.

Für Fans von...

"Warm Bodies" (2013) mit Nicholas Hoult, John Waters’ "Serial Mom" (1994) und der Serie "Reaper – Ein teuflischer Job" (2007)

DIE GOKA-Wertung

Text: Alexander Attimonelli

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