Demnächst bei Netflix: "Dark", "War Machine", "Mindhunters" & Co.

Der Kalender lügt. Da glaubt man Anfang März die dunkle Jahreszeit – endlich! - hinter sich zu haben, da ist sie schon wieder da. Zumindest auf dem großen Netflix-Presse-Event „See What’s Next“.

In Berlin präsentierte der Streamingdienst vor rund 300 Journalisten aus aller Welt seine größten kommenden Programmhighlights bis Ende 2017. Allen voran: „Dark“ (ab Dezember 2017). Glaubt man den ersten Szenen wird die erste Netflix-Serie aus Deutschland dafür sorgen, dass die nächste Adventszeit nicht besinnlich wird, sondern düster.

Produziert wird die zehnteilige Serie von Wiedemann & Berg Film („Das Leben der Anderen“). Das Buch stammt von Jantje Friese, die Regie führt Baran bo Odar. Beide hatten zuvor den erfolgreichen Hacker-Thriller „Who Am I“ (2014) fürs Kino gemacht. „Netflix hat uns kontaktiert, weil sie Fans von ‚Who Am I’ waren“, verrät Baran bo Odar. „Sie haben uns gefragt, ob wir daraus eine Serie machen könnten. Aber wir hatten vom Thema Hacker erst mal genug.“ Stattdessen haben sich Odar und Friese innerhalb einer Woche ein neues Serienthema ausgedacht: „Dark“.

Darum geht’s in „Dark“

In einer deutschen Kleinstadt verschwindet auf mysteriöse Weise ein Junge. Vier Familien sind in die Vorkommnisse verwickelt. Doch es gibt mehr als einen klassischen Kriminalfall und dunkle Familiengeheimnisse. Wie die ersten Szenen zeigen, enthält „Dark“ auch Mystery- und sogar Sci-Fi –Elemente. „Die Frage ist nicht, wer die Kinder entführt“, heißt es an einer Stelle, „sondern wann.“ Drehbuchautorin Jantje Friese bestätigt: „Der Fall betrifft nicht nur die Jetztzeit, sondern geht auch zurück in die 50er und 80er Jahre. Es geht um ein Phänomen, das Raum und Zeit zu sprengen scheint.“

Teaser-Trailer zu "Dark"

Gedreht wird „Dark“ komplett in Berlin. Die letzte Klappe wird im April 2017 fallen, nach insgesamt rund 100 Drehtagen. „Es fühlt sich an“, sagt ein sichtlich erschöpfter Baran bo Odar, der alle zehn Episoden allein inszeniert, „als würde man drei bis vier Kinofilme ohne Pause hintereinander drehen!“

Insgesamt gab es bei dieser ersten deutschen Netflix-Produktion rund 100 Rollen zu besetzen. An dieser Stelle der Pre-Produktion merkte Odar, wie Netflix tickt. „Deutsche Sender sagen normalerweise: ‚Besetzt fünf namhafte Darsteller, den Rest könnt ihr machen, wie ihr wollt’. Netflix hat dagegen gesagt: ‚Besetzt einfach die besten Leute für die Rolle!’. Zum Cast von „Dark“ gehören unter anderem Karoline Eichhorn, Oliver Masucci, Louis Hofmannund Jördis Triebel. „Dark“ war nicht das einzige Highlight, dass Netflix in Berlin vorstellte. Hier drei Trends, die sich aus den geplanten Highlights herauslesen lassen.

Trend I: Mehr aus Europa

Seit 2012 hat Netflix 1,75 Milliarden Dollar für Produktionen aus Europa ausgegeben – Tendenz steigend. Interessant dabei: Laut den Nutzerzahlen 2016, leben die Zuschauer von europäischen Serien mehrheitlich außerhalb Europas. Aktuell hat Netflix rund 90 verschiedene europäische Produktionen in unterschiedlichen Stadien. Am weitesten sind aktuell die neuen Serien „Las Chicas del Cable“ (ab 28.4.), ein Drama über spanische Telefonistinnen im Jahr 1928 und „Suburra“, eine italienische Politthrillerserie angesiedelt im Rom der Gegenwart.

Teaser zu "Las chicas del cable"

Trend II: Mehr Megastars

Kinostars machen Serien – neu ist dieser Trend schon lange nicht mehr. Was allerdings neu ist, ist aber die Größenordnung der Stars. Immer mehr Hollywood-Größen folgen dem Beispiel von Kevin Spacey aus „House of Cards“. Brad Pitt etwa wird in der Kriegssatire „War Machine“ (ab 26.5.) einen US-General im Afghanistan–Krieg spielen.

Teaser zu "War Machine"

Und auch Will Smith wird Netflix-Star: Im Fantasy-Cop-Thriller „Bright“ (ab Dezember) ermittelt Smith in einem Los Angeles, das von Elfen, Feen und Orks bevölkert wird. Hinter der Kamera wird es ebenfalls immer prominenter. Regie bei „Bright“ führt David Ayer, der zuletzt den Kinoblockbuster „Suicide Squad“ inszenierte. Bei der Teenie-Drama-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ (ab 31.3.) führt u.a. Oscar-Preisträger Tom McCarthy („Spotlight“) Regie.

Teaser zu "Bright"

Und auch David Fincher, kehrt nach „House of Cards“ für „Mindhunters“ (ab 25.5.) zu Netflix zurück. In der neuen Thrillerserie geht es um Profiler, die sich in die Psyche von Serienkillers versetzen – ein Thema, das dem Regisseur von Thrillern wie „Sieben“ und „Zodiac“ sichtlich liegt.

Trailer zu "Mindhunter"

Trend III: Mehr Filme

Serien haben Netflix weltbekannt gemacht. In Zukunft wird der Streamingdinest aber auch immer mehr eigene Filme produzieren. Neben den bereits erwähnten „Bright“ und „War Machine“ dürfte vor allem „OKJA“ (ab 28.6.) für Aufsehen sorgen. Regisseur des Abenteuerfilms mit Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton ist der Südkoreaner Bong Joon-ho („Snowpiercer“).

Teaser zu "OKJA"

„OKJA“ erzählt die berührende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem jungen Mädchen und einem mysteriösen fremden Wesen. Bei den ersten actionreichen zwei Minuten, die exklusive in Berlin gezeigt wurden, wurden Erinnerung an den Klassiker „E.T.“ wach. Nicht das schlechteste Gegenprogramm angesichts so vieler düsterer Serien-Themen.

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