Darum haut "Marvel's Iron Fist" nicht wirklich ins Auge

"Marvel's Iron Fist" in Action: Finn Jones als Danny Rand © Netflix
Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Davos (Sacha Dhawan, l.) und Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Colleen Wing (Jessica Henwick) © Netflix
Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Colleen Wing (Jessica Henwick) © Netflix
Colleen Wing (Jessica Henwick) und Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Jeri Hogarth (Carrie-Anne Moss) und Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Ward Meachum (Tom Pelphrey, l.), Danny Rand (Finn Jones) und Joy Meachum (Jessica Stroup) © Netflix
Danny Rand (Finn Jones) und Colleen Wing (Jessica Henwick) © Netflix
Colleen Wing (Jessica Henwick) © Netflix
Claire Temple (Rosario Dawson) © Netflix
Colleen Wing (Jessica Henwick, l.), Danny Rand (Finn Jones) und Claire Temple (Rosario Dawson) © Netflix
Danny Rand (Finn Jones) © Netflix
Madame Gao (Wai Ching Ho) © Netflix
Harold Meachum (David Wenham) © Netflix
Danny Rand alias "Iron Fist" (Finn Jones) © Netflix
Finn Jones als Danny Rand alias "Iron Fist" © Netflix
Finn Jones als Danny Rand alias "Iron Fist" © Netflix
Auf dem Weg zum großen Netflix-Crossover "The Denfenders" lässt das Debüt des vierten Marvel-Superhelden zu wünschen übrig.

Es sollte das krönende Zwischenfinale des bislang umfassenden Projekts in Netflix' Originalserien-Historie werden. Seit einer guten Woche ist auf dem Streaming-Portal die 13-teilige Show "Marvel's Iron Fist" abrufbar, in der nach den beiden "Daredevil"-Staffeln, "Jessica Jones" und zuletzt "Luke Cage" das letzte Kapitel vor dem für September angekündigten Superhelden-Crossover "Marvel's The Defenders" aufgeschlagen wird. Doch der finale Aufgalopp zur Serien-Antwort auf Marvels "Avengers"-Kinoblockbuster hält leider nicht, was die berechtigte Vorfreude verspricht.

Darum geht's in "Marvel's Iron Fist"

Finn Jones (Loras Tyrell in "Game of Thrones") spielt den für Tod erklärten Milliardärssohn Danny Rand, der als Kind mit den Eltern im Himalaya abgestürzte und von den Kriegermönchen der mystischen Stadt K’un-L’un zum übermenschliche Martial-Arts-Großmeister herantrainiert wurde. Zurück in New York wird Danny zunächst von seinen alten Kindheitsfreunden Ward (Tom Pelphrey) und Joy (Jessica Stroup), die nach dem Tod ihres Vaters und Rand-Geschäftspartners Harold Meachum (David Wenham) die Firma leiten, für einen Hochstapler gehalten. Zuneigung erfährt der entwurzelte Firmenerbe nur bei der Dojo-Betreiberin Colleen Wing (Jessica Henwick), mit deren Hilfe sich Danny einer großen Verschwörung stellt. Nach und nach stellt sich nämlich heraus, dass Harold gar nicht tot ist, sondern aus dem Verborgenen die Fäden bei Rand Enterprises zieht, seinerseits aber unter der Fuchtel von Madame Gao (Wai Ching Ho) steht, die eine Schlüsselposition in der fernöstlichen Verbrecherorganisation "Die Hand" inne und schon Daredevil das Superheldenleben schwer gemacht hat...

Originaltrailer zu "Marvel's Iron Fist" (VoD-Start: 2017)

So sympathisch Finn Jones als kindsköpfiger Heimkehrer zunächst wirken mag – die inneren Kämpfe, die sein Danny Rand in der Folge zwischen Rachedurst, aufkeimender (und kurzzeitig enttäuschter) Liebe zu Colleen sowie übermenschlicher Verantwortung auszutragen hat, mögen sich im Gegensatz zu seinen Superhelden-Vorgängern nie so recht in einen schauspielerisch stimmigen Ausdruck übertragen. Gleiches gilt für Jones’ Martial-Arts-Fähigkeiten, die in seinen zahlreichen Kampfeinlagen weitaus behäbiger als bei Kollege Daredevil ausfallen und damit den Comic-Mythos von der "menschlichen Waffe", in der die unbezwingbare Kung-Fu-Kraft der "Iron Fist" schlummert, ungewollt ad absurdum führen.

Dieser Mangel an Qualität wird diesmal auch nicht durch die schöne Netflix-Superhelden-Tradition der Show stehlenden Gegenspieler abgefedert. Nach den meisterlichen Performances von Vincent D’Onofrio als Kingpin, "Broadchurch"-Star David Tennant als Kilgrave und "Moonlight"-Oscar-Gewinner Mahershala Ali als Cottonmouth, der die "Luke Cage"-Serie fast im Alleingang in eine groovige Blaxploitation-Antwort auf "Die Sopranos" verwandelt hat, kommt David Wenham als Harold Meachum vergleichsweise blass daher. Phasenweise wirkt sein skrupelloser Wallstreet-Tycoon sogar unfreiwillig komisch (Stichwort: Auferstehung von den Toten), wodurch der hohe Gewaltquotient der Serie wie der aufgesetzte Versuch wirkt, "Marvel's Iron Fist" auf das erwachsenere Niveau der Vorgängerserien zu hieven. Da kann auch die emotional nachvollziehbare Selbstzerstörung von Ward Meachum inklusive Entfremdung von seiner Schwester Joy nichts mehr retten, die nur zu einer punktuellen Dramatisierung der Gruppendynamik führt und letztendlich im Wust der zahlreichen Handlungsstränge untergeht.

Teaser für "Marvel's The Defenders" (VoD-Start: September 2017)

In das maue Bild passt, dass der abschließende Cliffhanger als ungenutzte Chance verpufft, eine Brücke zum großen Netflix-Crossover zu schlagen. Statt einem Daredevil- oder Jessica Jones-Cameo bekommen wir einen schwachen Teaser für eine Bedrohung präsentiert, die im Rückblick auf die Geschehnisse in "Marvel’s Iron Fist" bei weitem nicht so groß erscheint, dass sie nur von den vereinten "Defenders" aufgehalten werden kann. Da wäre weitaus mehr drin gewesen.

Wer sollte sich "Marvel's Iron Fist" anschauen?

Alle, die von Marvel's Superhelden in Film- und Serienform nicht genug bekommen können.

Warum muss ich "Marvel's Iron Fist" sehen?

Damit man bei "Marvel's The Defenders" im September weiß, um wen es sich beim blonden Schönling handelt.

Für Fans von...

...den DC Comic-Serien "Arrow" und "Supergirl"

Die GOKA-Wertung

Text: Alexander Attimonelli

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Lennie (Miley Cyrus) © Amazon Studios
Lennie (Miley Cyrus) und Sidney Munsinger (Woody Allen) © Amazon Studios
Lennie (Miley Cyrus) © Amazon Studios
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Ann (Joy Behar) © Amazon Studios
Sidney Munsinger (Woody Allen) und Kay (Elaine May) © Amazon Studios
"Crisis in Six Scenes"-Artwork © Amazon Studios
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Regisseur Woody Allen am Außenset seiner Miniserie "Crisis in Six Scenes" © Amazon Studios
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