Tom Hardy bricht jedes "Taboo"

Ab dem 31. März brechen auf AmazonPrime Video düstere Zeiten an! Warum es im historischen Serien-Drama "Taboo" krass zur Sache geht, erklärt uns Hauptdarsteller und Serienschöpfer Tom Hardy im Gespräch.

London im Jahr 1814. Nach einem 12-jährigen Aufenthalt in Afrika kehrt der Abenteurer James Keziah Delaney (Tom Hardy) in seine Heimat zurück, um die Ursachen für den Tod seines Vaters zu erfahren. Seine überraschende Heimkehr sorgt nicht nur bei seiner Halbschwester Zilpha (Oona Chaplin) und seine Stiefmutter Lorna (Jessie Buckley) für Irritation, sondern ist auch dem Chef der Britischen Ostindien-Kompanie Sir Stuart Strange (Jonathan Pryce) ein Dorn im Auge, da sie sich das Delany-Unternehmen unter den Nagel reißen wollten. James weigert sich zu verkaufen und gründet eine eigene Handelsgesellschaft, mit der er mitten hinein in die Wirren des Britisch-Amerikanischen Krieges gerät und sich mehr Feinde macht, als er sich vorstellen kann...

Trailer zu "Taboo" (VoD-Start: 31.3.2017)

Nach einer Idee von Tom Hardy und seines Vaters Chips entwickelte Steven Knight ("Allied: Vertraute Fremde") eine extrem düstere und von Hollywood-Tycoon Ridley Scott („Blade Runner“) produzierte Dramaserie in 8 Episoden, in denen auch Franka Potente als Bordellchefin Helga von Hinten (!) mit von der Partie ist. Wie er auf „Taboo“ gekommen ist und warum er lieber Wagner als Mozart hört, verrät uns der "Mad Max: Fury Road"-Haudegen im Interview...

Tom Hardy im Interview

Was war Ihre Inspiration für James Delaney?

Vor ungefähr neun Jahren habe ich Fiesling Bill Sikes in "Oliver Twist" gespielt und diese Rolle hat mir sehr viel Spaß gemacht. Seitdem wollte ich immer mal eine Figur darstellen, die die gleiche amoralische Färbung wie Bill Sikes besitzt, aber aus einer gehobenen Klasse kommt. Andere Inspirationen waren Marlow aus "Herz in der Finsternis", Heathcliff aus "Stürmische Höhen" und alle meine anderen Lieblingsfiguren aus der klassischen britischen Literatur. Ich wollte einen Helden spielen, dessen schlechten Seiten genauso wichtig und interessant sind wie seine guten. In ihm steckt genauso viel Adel wie Rebell.

Haben Sie auch ein bisschen Tom Hardy in James Delaney gesteckt?

Meine Persönlichkeit weniger, aber meinen Geschmack. In meinen Rollen neige ich zu den dunkleren und chaotischeren Seiten des Lebens (lacht). Ich mag Chekhovs Ivanov als Shakespeares Hamlet. Mehr Wagner als Mozart (lacht).

Was steckt hinter Ihrem Look in der Serie?

Lange gelockte Haare waren die damalige Mode, aber ich wollte, dass James anders als alle anderen aussieht. London am Anfang des 19. Jahrhunderts war eine Stadt voller Ausländer und Menschen unterschiedlichster Formen und Größen. Mit seinem rasierten Kopf gleicht James eher einem stoppeligen Wildschwein als einer Person. Egal wo er hingeht, er fällt sofort auf und eckt überall an.

Warum haben Sie und Ihr Vater sich für das TV-Format entschieden, statt einen Film zu drehen?

TV ist momentan das goldene Medium. Aber das war weniger meine Motivation. Mir gefiel einfach die Idee, dass ich mit einer TV-Serie acht Stunden habe, in die Welt von James Delaney einzutauchen. Die zwei Stunden eines Kinofilms wären einfach zu kurz gewesen.

"Taboo" scheint für Sie ein richtiges Familienprojekt zu sein...

Diese Serie hatte zwei Vorteile: Ich konnte mit meinem Vater arbeiten. Und ich konnte in der Nähe meiner Familie sein, weil wir alles in England gedreht haben. Drei Wochen vor Drehstart wurde mein zweiter Sohn Leo geboren. Dadurch waren die folgenden sechs Monate zwar ein bisschen hektisch, aber auch gleichzeitig die perfekte Katastrophe (lacht): Ich konnte die Geburt eines Kindes und die Geburt einer Serie feiern!

Haben Sie diese Geburten auch wieder mit neuen Tattoos gefeiert?

Nein, mir wurde gesagt, dass ich keine Tattoos mehr haben darf (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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