"Es macht Spaß, diesen Arsch zu spielen": Bob Odenkirk über die neue Staffel von "Better Call Saul"

Bob Odenkirk als Jimmy McGill mit Vince Gilligan.
Foto: 2016 AMC Network Entertainment LLC. and Sony Pictures Television Inc.
Ab dem 11. April geht das Spin-off zu "Breaking Bad" auf Netflix in die dritte Runde. Jimmy (Bob Odenkirk) nimmt mehr und mehr die Charakterzüge des schmierigen Winkeladvokaten Saul Goodman an.

Die Latte für „Better Call Saul“ lag extrem hoch. Schließlich gilt „Breaking Bad“ als eine der besten Serien aller Zeiten. Doch dem Serienableger gelang 2015 die perfekte Balance zwischen Nähe zum Original und mutiger Weiterentwicklung. Das Spin-off spielt sechs Jahre vor „Breaking Bad“: Erzählt wird die Wandlung des sympathischen zweitklassigen Anwalts Jimmy McGill (Bob Odenkirk) zum skrupellosen Unterwelt-Anwalt Saul Goodman. Im Gespräch mit GOLDENE Kamera verriet Hauptdarsteller und Comedian Bob Odenkirk erste Details über Staffel drei (ab 11.4. bei Netflix) und welchen Gaststar er sich unbedingt für „Better Call Saul“ wünscht.

GOLDENE KAMERA: Die Trailer zur neuen Staffel sind noch recht vage. Bekommen Sie vor Interviews wie diesem eigentlich genaue Vorgaben, was Sie sagen dürfen und was nicht?

Bob Odenkirk: Ich verrate Ihnen was: Vor diesem Termin habe ich eine Mail an den Co-Erfinder der Serie Peter Gould geschickt. Ich schrieb: „Ich würde gerne irgendetwas über die neue Staffel sagen können!“ Ich habe da leider einen Streit mit den Autoren. Ich finde, die Macher sollten mehr verraten und sich nicht so sehr um Spoiler sorgen. Selbst wenn der Zuschauer weiß, was passiert, kennt er noch lange nicht die näheren Umstände.

Also, was können Sie uns verraten?

Gus Fring (Giancarlo Esposito, Anm. d. Red.) kehrt zurück. Als wir ihn in „Breaking Bad“ sahen, war Gus ja bereits der Boss des Drogenhandels im Südwesten der USA. In Staffel drei von „Better Call Saul“ sehen wir jetzt, wie er an die Macht kam und sein Imperium erschuf. Einige Beziehungen zu anderen Kriminellen aus „Breaking Bad“ werden jetzt deutlicher. Dazu kommen eine ganze Reihe weiterer „Breaking Bad“-Charaktere zurück. Die Make-Up-Abteilung hat wundervolle Arbeit geleistet, alle jünger aussehen zu lassen als in der Originalserie.

Und was passiert mit ihrer Figur Jimmy?

Wir sehen ihn erstmals als Kunstfigur Saul Goodman – aber anders als in „Breaking Bad“. Jimmy versucht ursprünglich anständig zu bleiben, aber er bekommt einen Nackenschlag nach dem anderen. Und es gibt diesen einen Punkt in Staffel drei, an dem er emotional und sogar physisch so am Boden ist, dass er innerlich aufgibt. Er sagt sich „Scheiß drauf!“ und entschließt sich, Menschen zu benutzen und zu verletzten. Wenn er diesen einen Punkt überschreitet, gibt es kein Zurück mehr.

Haben Sie Einfluss auf die Autoren, wie und wie schnell sich die Figur entwickeln soll?

Als ich von den Ereignissen, die etwa kurz nach Mitte der neuen Staffel stattfinden, erfuhr, machte mich das extrem traurig. Weil da schon soviel von Saul Goodman in Jimmy ist. Ich rief Peter und Vince (Gilligan, Co-Schöpfer, Anm. d. R.) an und fragte: „Muss Jimmy das wirklich tun? Es ist so traurig.“ Sie meinten: „Was soll dass, Bob? Darum geht es doch in der Serie! Ja, er muss es tun!“ Es ist eine echte Tragödie, dass Jimmy zu diesem Typen werden muss. Ja, es macht Spaß, dieses witzige Arschloch Saul zu spielen. Aber er ist wirklich ein Arschloch.

Featurette zu "Better Call Saul", Staffel 3

Welche Figur aus „Breaking Bad“ wünschen Sie sich noch bei „Better Call Saul“?

Ich denke, Jesse (Aaron Paul, Anm. d. R.) sollte unbedingt dazukommen. Jesse ist wie Jimmy eine anfangs sehr unschuldige Figur, die man als Zuschauer mag und mit der man leidet. Und: Jesse ist letztlich derjenige, der in „Breaking Bad“ die Hauptfigur Walter White zu Saul führt.

Wie sehr haben „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ ihr Leben verändert?

Immens. Bevor ich die Rolle in „Breaking Bad“ bekam, befand ich mich in einer sehr schwierigen Phase. Ich hatte vier, fünf Jahre lang Bücher und Ideen für neue TV-Comedys geschrieben. Nichts davon wurde realisiert. Nach einer Weile ist das extrem frustrierend. Dann gab mir Vince Gilligan aus dem Nichts, ohne Vorsprechen, die Rolle des Saul Goodman. Ich hatte eigentlich erwartet, ans Set nach New Mexico zu fliegen und von Vince gleich wieder nach Hause geschickt zu werden - weil er von den fünf Bob Odenkirks, die es gibt, aus Versehen den falschen engagiert hat.

Hatten Sie vor der Rolle ernsthaft überlegt, den Beruf aufzugeben?

Niemals! Dafür mag ich ihn viel zu sehr. Außerdem hätte ich nichts anderes zu tun. Wenn ich mit dem Showbiz aufhören würde, würde ich mir schon am nächsten Tage beginnen, mir eine neue TV-Serie auszudenken.

Interview: Michael Tokarski

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