Der neue Netflix-Hit: "GLOW" Is the New Black

Die großartigen Ladies des Wrestling aus der neuen Netflix-Serie "GLOW" – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) und Debbie (Betty Gilpin, r.) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) und Carmen (Britney Young, r.) – Foto: © Netflix
Carmen (Britney Young, l.) und Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Carmen (Britney Young), Ruth (Alison Brie), Melrose (Jackie Tohn) und Rhonda (Kate Nash) (v.l.n.r.) – Foto: © Netflix
Jenny (Ellen Wong), Reggie (Marianna Palka), Arthie (Sunita Mani), Justine (Britt Baron) und Melrose (Jackie Tohn) (v.l.n.r.) – Foto: © Netflix
Sam Sylvia (Marc Maron) – Foto: © Netflix
Arthie (Sunita Mani, l.), Jenny (Ellen Wong) und Cherry Bang (Sydelle Noel) – Foto: © Netflix
Die "GLOW"-Ladies – Foto: © Netflix
Tamee (Kia Stevens) und Cherry Bang (Sydelle Noel, r.) – Foto: © Netflix
Sam Sylvia (Marc Maron) und Sebastian "Bash" Howard (Chris Lowell) – Foto: © Netflix
Reggie (Marianna Palka), Melrose (Jackie Tohn), jenny (Ellen Wong), Rhonda (Kate Nash) und Arthie (Sunita Mani) (v.l.n.r.) – Foto: © Netflix
Sheila the She Wolf (Gayle Rankin) und Cherry Bang (Sydelle Noel, r.) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) und Debbie (Betty Gilpin, r.) – Foto: © Netflix
Sam Sylvia (Marc Maron) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Debbie (Betty Gilpin) – Foto: © Netflix
Ruth (Alison Brie) – Foto: © Netflix
Das Poster-Artwork zur neuen Netflix-Serie "GLOW" – Foto: © Netflix
Die Macher von "Orange Is the New Black" verwandeln eine schrille Wrestling-Show aus den 80er Jahren in eine schrille Serie über weibliche Selbstermächtigung in chauvinistischen Zeiten.

Ab dem 23. Juni heißt es auf Netflix Back to the 80s. Im neuen Streich von "Orange Is the New Black"-Showrunnerin Jenji Kohan, die bei "GLOW" als ausführende Produzentin fungiert, kriegen wir keine Knastgemeinschaft präsentiert, sondern einen aus aus gescheiterten Schauspielerinnen und Außenseiterinnen zusammengewürfelten Wrestling-Stall, dessen schräge Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht.

Die Vorgeschichte von "GLOW"

"Gorgeous Ladies of Wrestling" lautete der Name einer kultigen Catch-Show, die von 1986 bis 1990 in Las Vegas beheimatet war und mit schrill kostümierten Wrestlerinnen, gerappten Promos, bizarren Comedy-Einlagen aber auch sportlichen Schauwerten für Aufsehen sorgte. Für die kreative Gestaltung zeichnete der B-Movie-Regisseur Matt Cimber ("Butterfly - Der blonde Schmetterling") verantwortlich. Die Aufzeichnungen der ersten beiden Staffeln, die in den USA landesweit ausgestrahlt wurden, fanden im Riviera Casino-Hotel statt und hielten rückblickend eine besondere Überraschung parat: Die fiktive Rolle der "GLOW"-Besitzerin wurde von Sylvester Stallones Mutter Jackie gespielt!

Original-Intro zur 80er-Jahre-Wrestling-Show "G.L.O.W."

Wie die flamboyante Frauencatch-Promotion zustande kam, schildert jetzt die 10 Episoden umfassende Serie "GLOW" aus der Feder des "Nurse Jackie"-Gespanns Liz Flahive und Carly Mensch.

Darum geht's in "GLOW"

Ruth Wilder ("Mad Men"-Beauty Alison Brie) ist eine glücklose Schauspielerin, die in Hollywood mit wenig schmeichelhaften Mini-Rollen abgespeist wird und sich zu allem Überfluss auch noch mit ihrer besten Freundin Debbie (Betty Gilpin) verkracht. Am Boden zerstört, nimmt Ruth an einem Casting des abgehalfterten B-Movie-Regisseurs Sam Sylvia (Marc Maron) teil, der aber gar keine Filmbesetzung sucht, sondern die erste reine Frauen-Wrestling-Show auf die Beine stellen will. Ruth schafft es unter die 13 Auserwählten und nach schmerzhaften Trainingseinheiten sogar an die Spitze der Schurken-Darstellerinnen. Das einzige Problem: Als Aushängeschild der Heldinnen-Seite bekommt es Ruth mit Debbie zu tun...

Trailer zu "GLOW" (VoD-Start: 23.6.2017)

Die GOKA-Kritik zu "GLOW"

Wie sich Ruth und die anderen Catch-Jungfrauen zusammenraufen und durch dick und dünn zu einer verschworenen und selbstbewussten Schwesternschaft heranreifen, ist nicht nur äußerst originell, sondern auch ein glänzend ausgestatteter Nostalgie-Trip zurück in eine Zeit, in der die Haare toupiert, die Sporttrikots neofarben und das männerdominierte Frauenbild noch ungeniert sexistisch war. Das besondere Verdienst der "GLOW"-Macherinnen ist dabei, dass sie den Widerspruch zwischen weiblicher Selbstermächtigung und exploitationhafter Zurschaustellung nicht aus heutiger Perspektive schönschreiben, sondern mit vollem Schmackes in die zuweilen hanebüchenen Stereotypen der 80er Jahre eintauchen und damit nicht nur eine Serie über Frauencatchen, sondern eine entlarvende Studie über die Wurzeln unserer Unterhaltungsindustrie präsentieren.

Hintergrund-Featurette zu "GLOW"

Das einzige Manko: 10 "GLOW"-Episoden reichen einfach nicht aus, dem Ensemble, das sich wie bereits bei "Orange Is the New Black" als glänzend weil nicht nach gängigen Schönheitsidealen besetzt erweist, in Gänze gerecht zu werden. Charakterisierende Backstories zu zentralen Figuren wie Party-Girl Melrose (Jackie Tohn), Ex-Athletin Reggie (Marianna Palka), Studentin Arthie (Sunita Mani) oder dem selbsternannten "She Wolf" Sheila (Gayle Rankin) werden nur angerissen. Dem Sehvergnügen tut dies indes keinen Abbruch. Die figurenbezogenen Versäumnisse überspielen Alison Brie & Co. mit vereinnahmendem Charme und schrecken dabei auch vor großen Gefühlen nicht zurück. Ganz so wie es sich für eine Serie über die überbordenden 80er Jahre gehört.

Wer sollte sich "GLOW" anschauen?

Alle, die sich die klassische Sportfilm-Geschichte vom aufbegehrende Underdog mal aus äußerst skurriler Perspektive genehmigen wollen.

Warum muss ich "GLOW" sehen?

Weil es noch immer viel zu wenige frauendominierte Serien mit starken Rollen und spürbar weiblicher Handschrift gibt.

Für Fans von...

"Orange Is the New Black" und Robert Aldrichs Sportkomödie "Kesse Bienen auf der Matte" (1981)

Die GOKA-Wertung

Kevin Bacon über Nacktszenen in "I Love Dick"

Zum Serienstart von "I Love Dick" trafen wir Hauptdarsteller Kevin Bacon zum Interview. Er verrät er, dass ihm Nacktszenen nichts ausmachen.
Mehr lesen