TV-Event der Woche: "Unsere Seelen bei Nacht"

Jane Fonda und Robert Redford erleben die Liebe in Zeiten des zweiten Frühlings.

Zum vierten Mal stehen die Oscarpreisträger Jane Fonda (GOLDENE KAMERA 2017) und Robert Redford zusammen vor der Kamera. Aber nicht etwa für eine große Hollywoodproduktion, nein für: Netflix. Der Streaming Dienst mausert sich zu einer echten Konkurrenz fürs Kino. In dem Film "Unsere Seelen bei Nacht" (ab dem 29. September im Angebot des Streamingportals verfügbar) finden die beiden Protagonisten am Ende ihres Lebens noch ein mal die Liebe.

Hier sehen Sie den Trailer zum Film:

Unsere Seelen bei Nacht

Darum geht's in "Unsere Seelen bei Nacht"

Eine Kleinstadt in Colorado: Hier kennt jeder jeden, aber doch nicht richtig. So leben Addie (Jane Fonda) und Louis (Robert Redford) schon ihr halbes Leben als Nachbarn nebeneinander – aber mehr als "Hallo" haben sie sich nicht zu sagen. Das ändert sich, als Addie eines Abends bei Louis vor der Tür steht. Sie hat eine mutige Idee. Warum sollen die beiden in ihren großen Häusern immer nur alleine sein? Besonders nachts, nach dem Tod des jeweiligen Lebenspartners?

Addies Vorschlag: "Es geht nicht um Sex, es geht darum, die Nächte zu überstehen. Ich werde sicher gut schlafen, wenn da wieder jemand ist, der nett ist." Überraschenderweise nimmt Louis das Angebot an und aus der aus der Not geborenen Idee wird bald eine tiefe Freundschaft. Doch dann beginnt der Tratsch in der Kleinstadt und auch die jeweiligen Kinder, welche längst ihren eigenen Weg gehen, sind über die neue Beziehung alles andere als erfreut. Finden Addie und Louis den Mut, zu ihren neuen Gefühlen zu stehen?

Hintergrund

Das Buch von Kent Haruf (1943- 2014) ist ein Bestseller. Besonders in Italien fand die Lektüre unter dem Namen "Le​​ nostre ​​anime ​​di ​​notte" einen reißenden Absatz. Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig stellten die beiden Schauspieler die Netflix-Verfilmung vor und bekamen zudem den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

Es mag kaum noch verwundern, dass ein "Streaming"-Film auf einem Festival läuft, gelten die Online-Angebote doch längst als Konkurrenz zum Kino. So lief dieses Jahr zum Beispiel auch schon der Film "Okja" auf den Filmfestspielen in Cannes.

Fonda und Redford standen von "The Chase"(1966), "Barfuß im Park" (1967) bis zuletzt für "Der elektrische Reiter" (1979) schon öfter gemeinsam vor der Kamera. In Venedig verriet Robert Redford: "ich wollte noch einmal einen Film mit Jane machen, bevor ich sterbe.“

GOKA-Wertung

Es ist eine nicht alltägliche, zarte Liebesgeschichte. Die Idee der Protagonistin ist so simpel und genau dieser Pragmatismus führt sie zur Liebe. Vielleicht ist das ganze zu schön, um wahr zu sein und wirkt deswegen auch etwas kitschig. Doch gleichzeitig soll der Film auch Mut machen, etwas gegen das Alleinsein zu tun. Was hat man, wie Jane Fonda so schön sagt, "im Alter noch zu verlieren?"

Unabhängig von der Geschichte überzeugen Fonda und Redford in ihren Rollen und spielen rüstig und einfühlsam das alternde Liebespaar.

Muss ich sehen, weil...

... Jane Fonda mit ihren 79 Jahren noch immer das Publikum verzaubert. Und auch Robert Redford hat mit seinen 81 Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt.

Für Fans von...

..."Das grenzt an Liebe" (2014) und "Das Lächeln der Sterne" (2008)

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