"The Handmaid's Tale"-Star Elisabeth Moss: "Ich bin sehr stolz auf diese Serie!"

Ab dem 4. Oktober ist der amerikanische Serien-Hit "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" auch in Deutschland zu sehen. Wir trafen Hauptdarstellerin Elisabeth Moss zum exklusiven Gespräch.

Mit acht Auszeichnungen war "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" der große Abräumer auf den diesjährigen Emmy Awards. Warum die Serienadaption des bereits 1985 veröffentlichten Bestsellers "Der Report der Magd" von Margaret Atwood in den USA für Begeisterung gesorgt hat, können hierzulande ab dem 4. Oktober zunächst Telekom-Kunden über das Streaming-Portal EntertainTV erleben...

EntertainTV-Teaser zu "The Handmaid's Tale" (VoD-Start: 4.10.2017)

Im Zentrum der beklemmenden Zukunftvision in 10 Teilen, die 2018 in eine zweite Staffelrunde gehen wird, steht June Osborne, die als eine der letzten fruchtbaren Frauen in der abgespaltenen US-Republik Gilead unter dem Namen Desfred mit anderen Leidensgenossinnen Kommandant Fred Waterford (Joseph Fiennes) als sexuelle Dienerin mit Schwangerschaftsauftrag zugeteilt wird.

Verkörpert wird diese tragische Heldin von "Mad Men"-Beauty Elisabeth Moss, die im Interview der GOLDENEN KAMERA verriet, dass diese emotional herausfordernde Rolle auch ihre Vorteile hatte...

Elisabeth Moss im Interview

GOLDENE KAMERA: Warum wollten Sie in "The Handmaid’s Tale" mitspielen?

ELISABETH MOSS: Als ich mich im April letzten Jahres für diese Projekt entschloss, empfand ich das Thema extrem zeitgemäß. Denn was in der Welt so passierte, bereitet mir schlaflose Nächte. Seit Anfang des Jahres hat "The Hadmaid's Tale" natürlich noch mehr Relevanz in meinem eigenen Land. Aber Margaret Atwoods Roman war von Anfang an weltweit von Bedeutung, denn alle Themen, die sie in ihrem Buch ansprach, waren entweder aktuell oder geschichtlich wahr: die Verbrechen und die Verletzung der Menschenrechte. Ohne zu politisch werden zu wollen, bin ich sehr stolz auf diese Serie, denn sie regt zum Nachdenken an und ermahnt uns, dass wir nicht unsere Augen vor Verletzungen der Menschenrechte und unserer Verfassung schließen dürfen.

The Handmaid’s Tale Trailer

Haben Sie mit Margaret Atwood über die Serie gesprochen?

Ja. Ich wollte wissen, was sie 1985 zum Schreiben dieses Romans veranlasste. Sie erzählte mir, dass sie ein Geschichtsnarr ist. Ihre Inspiration für "Der Report der Magd" waren das puritanische Amerika und die Hexenprozesse von Salem.

Wie real ist "The Handmaid's Tale" in unserer heutigen Zeit?

Im Buch schaffen es die Männer, den Frauen jegliche Macht zu nehmen, indem sie ihnen den Zugang zu ihrem Geld wegnehmen. Die Bankkonten von Frauen werden konfisziert, und dadurch wird die Frau total abhängig. Sie kann nicht mehr reisen oder das Land verlassen. Ich hoffe, unsere Serie bringt die Männern jetzt nicht auf dumme Gedanken (lacht). Mein Rat an uns Frauen ist es also: Versteckt ein bisschen Cash unter der Matratze!

War das die einfachste Kostümwahl für eine Rolle, die sie je hatten?

(lacht) Ich fand es toll, dass ich jeden Morgen das gleiche anziehen konnte. Aber das rote Kleid war sehr durchdacht, denn nicht nur ich musste darin gut aussehen, sondern auch hundert andere Frauen. Die Kostümbilder hatten sich also für einen sehr bequemen Stoff und Schnitt entschieden, damit wir Schauspielerinnen es täglich gerne überstülpten. Und es sollte ein Kleid sein, mit dem man sich in Flip-Flops und Handtasche auch während eines Stadtbummels sehen lassen konnte. Wir wollten nicht, dass es wie ein Kostüm aus puritanischen Zeiten aussah.

Was hielten Sie von dem weißen Hut?

Ich liebte ihn, denn dann musste mein Haar nicht gestylt werden. Je kürzer ich im Haar- und Make-up-Sessel sitzen muss, desto besser (lacht).

Wie emotional herausfordernd war es für Sie, die Magd Desfred darzustellen?

Ich liebe diese emotionalen Figuren. Wenn ich in einer Szene rumsitzen und glücklich aussehen muss, langweile ich mich als Schauspielerin zu Tode (lacht). Was ich an Desfred so liebe, ist der Umstand, dass sie nur zufällig zur Heldin wird. Ich sah sie als einen Menschen wie du und ich, der das Überleben erlernen muss und nicht als Retter geboren wurde.

Wie schütteln Sie nach einem langen Drehtag diese Figur ab?

Ganz einfach: Wenn der Regisseur "Cut" ruft, bin ich sofort wieder ich selbst und frage nach einer Tasse Kaffee (lacht). Ich lasse diese Figuren nicht an meine Psyche ran, denn sonst würde ich den Bezug zur Wirklichkeit verlieren und könnte mich nicht so tief in meine Figuren hineinversetzen. In den Pausen zwischen den Szenen hole ich kurz Luft, und tauche dann wieder unter.

Wie verbringen Sie dann Ihre Abende, wenn Sie einen Film oder eine Serie drehen?

Ich dusche und habe einen Cocktail. Nicht in der Dusche. Oder manchmal doch in der Dusche (lacht). Dann koche ich mir etwas oder bestelle etwas zu essen. Dann schaue ich ein bisschen fern und gehe zu Bett. Ich versuche, meine acht Stunden Schlaf zu bekommen, damit ich fit für den nächsten Drehtag bin. Aber auch wenn ich nicht arbeite, bin ich eher ein Eigenbrötler. Ich habe drei beste Freunde, die ich heiß und innig liebe, aber wenn ich arbeite, konzentriere ich mich ganz und gar auf den Job.

Interview: Anke Hofmann

Serien-Event der Woche: "Star Trek: Discovery"

Ab dem 25. September kann auf Netflix die sechste Realfilm-Serie aus dem "Star Trek"-Universum in Augenschein genommen werden. Wir verraten, ob sich die intergalaktische Reise lohnt.
Mehr lesen