Dustin Hoffman und Adam Sandler erzählen "The Meyerowitz Stories"

In der Netflix-Produktion von "Frances Ha"-Regisseur Noah Baumbach hängt zwischen Dustin Hoffman und Adam Sandler der Haussegen schief. Wir trafen das überraschend harmonische Vater-Sohn-Gespann zum Gespräch.

Die Tragikomödie "The Meyerowitz Stories" hatte bei ihrer Weltpremiere in Cannes 2017 nicht für Trubel gesorgt, weil die amerikanischen Comedy-Superstars Ben Stiller und Adam Sandler nach 11 Jahren Pause erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera standen. Der neue Film von Indie-Regisseur Noah Baumbach ("Frances Ha") machte Schlagzeilen, weil er neben "Okja" die erste Netflix-Produktion war, die im Wettbewerb des renommierten Festivals antreten durfte.

Dass die "Fernsehproduktion", die ab dem 13. Oktober auf Netflix zu sehen ist, auch wunderbar auf der großen Leinwand funktioniert, ist Hollywood-Ikone Dustin Hoffman zu verdanken, der als exzentrischer Patriarch einer New Yorker Familie nicht nur Adam Sandler zu einer berührenden Schauspielleistung gepusht hat. Wie aus dem zweifachen GOLDENE KAMERA-Preisträger Hoffman (2003 und 2005) und dem Krawall-Komiker Sandler ein überzeugendes Vater-Sohn-Gespann werden konnte, verrieten sie uns im Interview...

Dustin Hoffman und Adam Sandler im Video-Talk

Darum geht's in "The Meyerowitz Stories"

Adam Sandler spielt den gescheiterten Musiker Danny Meyerowitz, der nach der Trennung von seiner Frau und dem Weggang seiner studierenden Tochter Eliza (Grace Van Patten) bei seinem Künstlervater Harold (Dustin Hoffman) und dessen daueralkoholisierten Lebensgefährtin Maureen (Emma Thompson) zieht. Während der streitlustige Bildhauer kein gutes Haar an seinem Ältesten lässt, hält er auf seinen zweiten Sohn Matthew (Ben Stiller) große Stücke. Der erfolgreiche Investmentbanker kehrt aus Los Angeles zurück, als Harold nach einem Unfall ins Krankenhaus muss und indirekt dafür sorgt, dass sich seine beiden ungleichen Söhne mit ihrer Schwester Jean (Elizabeth Marvel) zusammenraufen und noch eine große finale Ausstellung mit Harolds Skulpturen auf die Beine stellen.

Trailer zu "The Meyerowitz Stories" (VoD-Start: 13.10.2017)

Dustin Hoffman im Interview

GOLDENE KAMERA: In diesem Film haben Sie zwei Söhne: Adam Sandler und Ben Stiller. Man soll Eltern eigentlich nicht fragen, welches Kind ihr Liebling ist, aber wen würden Sie adoptieren?

DUSTIN HOFFMAN: Ich kenne Adam Sandler schon seit Jahren, aber während der Dreharbeiten zu "The Meyerowitz Stories" habe ich etwas Neues über ihn gelernt: Er erzählte mir, dass er am Anfang seiner Karriere als Kellner gefeuert wurde und sich dann mit der Gitarre als Sänger in der U-Bahn sein Geld verdiente. Musik war seine erste Liebe. Als ich ihn dann am Set Danny spielen sah, bekam ich eine Gänsehaut, denn Adam wäre zu dieser Figur geworden, wenn er nicht Erfolg gehabt hätte. Als ich das zu ihm sagte, nickte er nur schweigend. Ben Stiller hat eine Szene, in der er während einer Rede emotional zusammenbricht, was mich tief bewegte. Als Sohn von Eltern im Showbusiness ist er im Theater groß geworden, was ein zweischneidiges Schwert und nicht immer leicht ist.

Was sind die Vor- und Nachteile von Kindern, die einen berühmten Vater haben?

Kinder haben es schwerer, wenn ihre Eltern von der Welt gefeiert werden. Die Erwartungen von außen sind hoch für sie, selbst wenn man als Vater oder Mutter versucht, die Latte tief zu legen. Ich selbst hatte zum Glück nicht dieses Problem, denn mein Vater war ein gescheiterter Geschäftsmann. Aber leider war er dadurch verbittert. Und als ich erfolgreich wurde, bat er meinen Assistenten, ihm Fotos von mir zu schicken, die er dann mit meiner Unterschrift fälschte und dann verteilte (lacht).

Apropos Ruhm: Im Film treffen Sie als Harold auf Sigourney Weaver. Haben Sie eine Star-Anekdote?

Anfang der 1980er Jahre gewannen Regisseur Robert Benton, Meryl Streep und ich Golden Globes für "Kramer gegen Kramer". Am gleichen Abend noch mussten wir wieder von Los Angeles nach New York fliegen und wartetet in einer Privatlounge auf unseren Flug, als mich unser Betreuer fragte: "Herr Hoffman, was war Ihre beste Darbietung? In 'Der Pate' oder in 'Der Pate 2'?" Von wegen Promi! (lacht)
(Anmerkung der Redaktion: Der Betreuer verwechselte Dustin Hoffman mit Al Pacino)

Interview: Anke Hofmann

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