Hinter den Kulissen von "Wigald & Fritz: Die Geschichtsjäger"

"Die Geschichtsjäger": Wigald Boning (49) und Fritz Meinecke (27) vor dem ehemaligen Nazi- und SED-Eliteinternat Napola Ballenstedt © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 1: Ballenstedt © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 1: Ballenstedt © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 2: Sophienheilstätte © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 2: Sophienheilstätte © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 3: Peenemünde © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 3: Peenemünde mit Zeitzeugen-Nachfahre Dr. Christoph von Braun © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 4: Schorfheide © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 4: Schorfheide mit dem aktuellen Revierförster Ulf Wosnizek © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 4: Schorfheide mit dem ehemaligen Revierförster Joachim Bandau © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 5: Hohenschönhausen © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 5: Hohenschönhausen © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 5: Hohenschönhausen mit dem Zeitzeugen Arno Drefke © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 5: Hohenschönhausen © PR/HISTORY/Getty/Bilan
"Wigald & Fritz"-Episode 6: Tschernobyl © PR/HISTORY/Getty/Koerner
"Wigald & Fritz"-Episode 6: Tschernobyl © PR/HISTORY/Getty/Koerner
"Wigald & Fritz"-Episode 6: Tschernobyl © PR/HISTORY/Getty/Koerner
"Wigald & Fritz"-Episode 6: Tschernobyl mit dem Zeitzeugen Wladimir Usatenko (l.) © PR/HISTORY/Getty/Koerner
"Wigald & Fritz"-Episode 6: Tschernobyl © PR/HISTORY/Getty/Koerner
Was wir bereits wissen
Am 13. November startet auf HISTORY eine neue Eigenproduktion, in der YouTuber Fritz Meinecke und TV-Comedian Wigald Boning in Vergessenheit geratene Orte der Historie erforschen. Wir trafen die beiden "Geschichtsjäger" zum exklusiven Gespräch.

Zeitgeschichte spannend und unterhaltsam aufbereiten – dieses Motto hat sich A+E Networks Germany für die hauseigenen Produktionen auf die Programmfahnen geschrieben. Nach dem True-Crime-Format "Protokolle des Bösen" geht jetzt auf HISTORY eine weitere innovative Eigenproduktion an den Start, in der ab dem 13. November immer sonntags um 21.55 Uhr zwei prominente Abenteurer auf historische Spurensuche gehen.

Darum geht's in "Wigald & Fritz – Die Geschichtsjäger"

Inspiriert wurde "Wigald & Fritz – Die Geschichtsjäger" von den Social-Media-Aktivitäten des Extremsportlers Fritz Meinecke. Auf seinen Abenteuertouren mutierte der 27-Jährige auch immer wieder zum Urban Explorer und ließ ab 2015 auf seinem YouTube-Channel "End of the Comfort Zone" ein stetig wachsendes Online-Publikum an seinen Trips an vergessene Orte teilhaben...

Trailer zu "End of the Comfort Zone"

In "Wigald & Fritz – Die Geschichtsjäger" hat der YouTube-Abenteurer jetzt mit Wigald Boning einen sachverständigen Fernsehmann an seiner Seite. Denn der 49-jährige TV- und Musik-Entertainer hat bereits als Science-Experte in "Clever – Die Show, die Wissen schafft!" und an der Seite von Bernhard Hoecker in der ZDF-Sendung "Nicht Nachmachen" unter Beweis gestellt, wie unterhaltsam sich Wissen vermitteln lässt.

Für die sechs halbstündigen Episoden ist das dynamische Hobbyforscher-Duo quer durch Deutschland nach Osten gereist: Von der "Gruselklinik" Sophienheilstätte im Thüringer Wald (Folge 2) über die Nazi- und SED-Kaderschmiede Napola/Ballenstedt im Harz (Folge 1), zu dem einstigen Bonzen-Jagdrevier Schorfheide (Folge 4) und der berüchtigten Stasi-Haftanstalt Hohenschönhausen (Folge 5) vor den Toren Berlins bis hin zu Hitlers Heeresversuchsanstalt Peenemünde an der Osteseeküste (Folge 3) und – zum großen Auslandsfinale – mitten hinein in die Todeszone von Tschernobyl (Folge 6).

Das Gespräch mit GOLDENEN KAMERA findet ebenfalls an einem historischen Ort statt. Auf dem Dach des ehemaligen Luftschutzbunkers am Heiligengeistfeld in Hamburg erinnern sich "Wigald & Fritz", wie das Projekt an sie herangetragen wurde und nach welchen Kriterien die sechs Drehorte ausgesucht worden sind...

"Wigald & Fritz: Die Geschichtsjäger" im GOKA-Interview

Im weiteren Gespräch kommen die beiden "Geschichtsjäger" auf die eigentliche Besonderheit ihres neuen Formats zu sprechen. Denn in den einzelnen Episoden sind es nicht primär die Momente, in denen die beiden Protagonisten geheimnisumwobene Orte erforschen, sondern die dortigen Begegnungen mit Zeitzeugen, die nicht nur beim Zuschauer den größten Eindruck hinterlassen...

"Wigald & Fritz – Die Geschichtsjäger" im Interview

Welches war der beeindruckendste oder beklemmendste Ort, den Ihr besucht habt?

Fritz: Es war alles auf seine Art und Weise besonders. Man kann das gar nicht miteinander vergleichen. Aber was raussticht, war natürlich Tschernobyl.

Wigald: Aber auch die Schorfheide war ungemein spannend. Auf den ersten Blick denkt man ja: Okay, da sind die Mächtigen halt auf die Jagd gegangen. Aber wenn man dann diese ganzen Details von den Förstern hört, die sich ja in einer langen Ahnenkette wähnen – beginnend im Barock-Zeitalter, als die ersten Treibjagden stattgefunden haben, bis hin zu Breschnew und Honecker. Wir haben da tatsächlich einen alten Förster getroffen, der noch mit Breschnew persönlich gejagt hat. Ausgesprochen interessant!

Fritz, der Abenteurer und Wigald, der Wissensdurstige – eine korrekte Beschreibung der Arbeitsteilung?

Wigald: Fritz ist ja auch ungemein wissensdurstig. Man neigt ja immer dazu zu sagen: Der ist für das zuständig und der für jenes. So eine Trennung gab es bei uns aber nicht.

Fritz: Bei uns war es wirklich ein gemeinsames Erkunden. Wir sind auf dem gleichen Level rein und haben oft dieselben Fragen gestellt.

Wigald: Wir haben ja auch beide Wikipedia! (lacht)

Wenn man sich die Episoden anschaut, wirkt es tatsächlich so, als ob Ihr auf spontaner Spurensuche seid. Wie viel wirkliches Erforschen war vor Ort überhaupt möglich?

Fritz: Der Autor war der einzige, der die Location schon vorher kannte und einen Leitfaden erstellt hat, wo man theoretisch langgehen könnte. Beispielsweise hieß es dann: „Guckt Euch doch mal den Keller an.“ Wir bekamen aber nur die grobe Richtung vor und haben dann wirklich erkundet und erforscht. Wir hatten keine Ahnung, was uns dort erwartet.

Wigald: Und den Zeitzeugen kannten wir vorher auch nicht. Den hat der Regisseur herbeirecherchiert. Wir sind ihm dort zum ersten Mal begegnet und haben ihm Fragen gestellt, die uns im jeweiligen Zusammenhang gekommen sind.

Manche der Zeitzeugen wurden ja mit einem negativ besetzten Schlüsselort ihrer Vergangenheit konfrontiert. Wie seid Ihr diese sensiblen Momente angegangen?

Fritz: Ich fand es generell gut, dass man sich nicht vorher getroffen hat und wir uns auch die Locations nicht vorher angesehen haben, damit es dokumentarisch und authentisch ist. Genauso war es mit den Zeitzeugen. Man fängt langsam an: Wie ist gerade das Gefühl? Wann waren Sie das letzte Mal hier? Was haben Sie hier überhaupt gemacht? So tastet man sich langsam vor und versucht, Sachen rauszukriegen. Und dabei merkt man natürlich, wie die Leute reagieren.

Wigald: Man kann sich da ja gar nicht vorbereiten. Also Christoph von Braun, der Neffe von Werner von Braun, war genau wie wir das erste Mal in Peenemünde bei der ehemaligen Heeresversuchsanstalt. Man weiß ja nicht, wie der reagiert, und deswegen ist es auch müßig, sich darauf vorzubereiten. Man guckt stattdessen, wie sich das auf unser gemeinsames Befinden auswirkt.

Wie habt Ihr versucht, den Spagat zwischen Schau- bzw. Angstlust-Entertainment und historischem Wissenstransport zu meistern?

Wigald: Ich glaube, bei Fritz war es ganz ähnlich, aber ich bin da mit rein privatem Interesse rangegangen. Für mich ist diese Sendung ein riesen Privileg, weil ich diese Orte auch alle privat gerne aufsuchen würde. Aus den unterschiedlichsten Gründen hatte es bisher noch nicht geklappt. Peenemünde – das wollte ich mir immer schon mal angucken. Und jetzt kommt man nicht nur hin und wird dafür sogar bezahlt, sondern man trifft dort auch noch einen fantastischen Zeitzeugen, der einem großartige Details erklärt. Der beim ersten Mondflug dabei war und beschreibt, wie es ist, wenn man da neben Kennedy steht und auf den Knopf gedrückt wird. Für mich ein traumhafter Arbeitsplatz!

Text + Interview: Alexander Attimonelli

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