Herbert Knaup: "Der Kluftinger ist wie ein Geschenk"

Was wir bereits wissen
Herbert Knaup als grantelnder Allgäuer Kommissar Kluftinger ist nach zwei Jahren zurück. Im Interview erzählt er, wie nah und gleichzeitig fern ihm diese Paraderolle ist.

Mit gleich zwei Filmen meldet er sich im Fernsehen zurück: Kommissar Kluftinger aus Kempten. Die erste Krimikomödie "Herzblut: Ein Kluftingerkrimi" läuft am Donnerstag, 24. November, 20.15 Uhr, im Ersten, "Schutzpatron" folgt eine Woche später am 1. Dezember.

Wie immer gibt es eine gelungene Mischung aus bayrischer Lebenswirklichkeit und Fiction. Neben seiner Hypochondrie entwickelt der Kommissar zudem eine große Portion Technikverdrossenheit.

Im Exklusiv-Interview mit GOLDENE KAMERA erzählt TV-Star Herbert Knaup (GOLDENE KAMERA 2005), wie nah und gleichzeitig fern ihm diese Paraderolle ist.

Herbert Knaup im Interview

Nach längerer Pause gibt es wieder zwei Filme mit dem Kemptener Kommissar Kluftinger. Musste man Sie überreden weiterzumachen?

Aber nein! Der Kluftinger ist wie ein Geschenk, weil er meinen Heimatdialekt spricht. Ich bin im Oberallgäu aufgewachsen.

Beherrschen Sie noch den Dialekt?

Meine Mutter, meine Oma und die Uroma mütterlicherseits sind reine Allgäuer. Es dauert eine Sekunde, aber dann sprech ich wie früher wieder Dialekt.

Ist Kluftinger auch ein Teil von Ihnen?

Nein. Das ist nicht wie Schimanski bei Götz George. Obwohl: Manchmal werde ich schon als Kluftinger angesprochen – auch wenn ich hier schlank vor Ihnen sitze.

Im Krimi haben Sie deutlich mehr Pfunde auf den Rippen.

Für die ersten Filme habe ich mir zwölf Kilo draufgeschafft. Das kann man nicht immer machen. Diesmal haben sie mir eine Art äußeres Michelin-Männchen übergezogen.

Der Kluftinger ist ein Urgestein, ein Hypochonder und Technikfeind. Ist Ihnen das sympathisch?

Das ist Interpretationssache. Wer technikaffin ist, denkt sicher, er sei hinterm Mond. Vor Kurzem kam das neue iPhone heraus, da müsste Kluftinger es draufhaben, mit Siri zu sprechen und zu fragen: "Wo liegt die nächste Leiche?" Das tut er nicht, sondern sagt: "Scheiß Handygelump." Mir ist sympathisch, dass er so was Eigenwilliges hat.

Er hat auch eine Menge Phobien und Ängste, diesmal treiben ihn Herzschmerzen um. Kennen Sie das auch?

Nein. Kluftinger hat Angst vor dem Tod – ich nicht. Ich bin am Friedhof aufgewachsen und hatte so als Kind schon immer die Endlichkeit vor Augen. Das schreckt mich nicht. Im Gegenteil: Man soll das Leben genießen.

Was genießen Sie besonders?

Ich habe einen achtjährigen Sohn, mit dem spiele ich Fußball, gehe Fahrradfahren oder Schwimmen. Wir leben in Berlin, das ist gerade faszinierend. Es pulsiert, ist ein echter Schmelztiegel der Kulturen. Ich bin Menschendarsteller und Schauspieler und nehme das alles mit in meine Rollen.

Interview: Sabine Ulrich

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