TV-Drama "Aufbruch": Emanzipation in den 60er Jahren

Was wir bereits wissen
Mit "Aufbruch" zeigt Das Erste am 7. Dezember, 20.15 Uhr, die Fortsetzung des preisgekrönten Zweiteilers "Teufelsbraten".

Darum geht's in "Aufbruch"

Nur, weil die Pfarrei für Hilla Hahns (Anna Fischer, GOLDENE KAMERA Nachwuchspreis 2007) Schulgeld aufkommt, kann sie als Kind einer Arbeiterfamilie das Aufbaugymnasium besuchen und ihr Abitur machen.

Auf dem Gymnasium kann sie ihre Liebe zur Bildung ausleben, aber von ihrer bildungsfernen Familie wird sie skeptisch beäugt. Vor allem ihr Vorhaben, nach dem Abitur auch noch zu studieren, wird nicht positiv aufgenommen: Im Deutschland der frühen 60er Jahre soll eine junge Frau eine Familie gründen, alles andere "sind nur Flausen".

Wirklich Zuhause fühlt Hilla sich in der Buchhandlung von Julius Buche (Heiko Pinkowski), wo sie sich mit Literatur eindeckt. Dort lernt sie auch den Fabrikantensohn Godehard (Daniel Sträßer) kennen. Ihre Eltern hoffen auf eine gute Partie mit dem reichen Godehart. Aber kann das gut gehen: sie, das arme Mädchen, und er, der Sproß reichen Familie?

Außerdem hat Hilla ganz andere Pläne für ihr Leben. Sie möchte ein selbstbestimmtes Leben als Schriftstellerin führen und nicht nur das machen, was ihre Eltern und die Männer von ihr erwarten. Ihre einzige Chance aus der Beschränktheit auszubrechen, ist das Stipendium fürs Studiem, das sie jedochb nur bekommt, wenn sie ihre Schwierigkeiten in Mathematik überwindet. Und als Hilla Opfer einer Gewalttat wird, droht das Erlebte ihre Zukunftspläne zunichte zu machen.

Wertung

"Aufbruch" erzählt von dem leidvollen Kampf von Hilla Hahn im Deutschland der frühen 1960er Jahre. Dieser Film ist ein packend erzähltes Drama über ein Frauenschicksal. Im Interview sagt Anna Fischer: "An Hilla sieht man, wie die Menschen damals für Dinge gekämpft haben, die für uns heute selbstverständlich sind." Auch diese Fortsetzung des ZDF-Zweiteilers "Teufelsbraten" entstand nach einem autobiografisch gefärbten Roman von Ulla Hahn. Den dritten und letzten Teil ihrer Entwicklungs-Trilogie, "Spiel der Zeit", stellte Hahn 2014 vor. Fast der gesamte Stab von damals kam für das TV-Drama "Aufbruch" erneut zusammen.

Wer sollte einschalten?

Alle, die eintauchen wollen in die Sitten und Gebräuche der 60er Jahre.

Warum muss ich "Aufbruch" sehen?

Weil hier ein packendes Frauenschicksal erzählt wird.

Für Fans von...

"Ku'damm '56" und dem ersten Teil der Trilogie "Teufelsbraten" (2007)

Kommentare einblenden

Must-See-TV: Ergreifender Historienfilm "Die Glasbläserin"

Im TV-Historienfilm "Die Glasbläserin" (12. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF) gehen zwei junge Frauen in der patriarchalischen Welt der Glasmacher um 1890 ihren Weg.
Mehr lesen