Frankfurt-"Tatort": Verbrechen im Wendehammer

Was wir bereits wissen
Im "Tatort: Wendehammer" könnte es einen tödlichen Nachbarschaftsstreit gegeben haben.

Das Thema "Digitaler Fortschritt" hat beim "Tatort" derzeit Konjunktur: Zuletzt stand es in Stuttgart ("HAL") und Bremen ("Echolot") im Mittelpunkt, jetzt legen die Frankfurter nach. Dort bekommen es die Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) mit einem Verdächtigen zu tun, der sich in einem total vernetzten Haus verbarrikadiert.

Was passiert im "Tatort: Wendehammer"?

Die Seniorin Betti Graf (Cornelia Froboess, GOLDENE KAMERA 1969) vermisst ihren Nachbarn Herrn Abendroth (Joachim Bißmeier) und fürchtet, dass er ermordet wurde. Auch einen Tatverdächtigen hat sie parat: den durchgeknallt wirkenden Nils Engels (Jan Krauter), der nebenan wohnt.

Er arbeitet als Programmierer und lebt in einem sogenannten Smart House – einem Haus, in dem alles digital miteinander vernetzt ist. Von der Überwachungskamera am Eingang bis zum Kühlschrank, der selbstständig Waren bestellt. Engels geht fast nie auf die Straße, liegt im Dauerstreit mit allen Nachbarn und wird unter anderem für das Verschwinden vieler Haustiere in der Umgebung verantwortlich gemacht. Zuletzt soll er mit dem vermissten Abendroth aneinandergeraten sein.

Wer ist dabei?

Cornelia Froboess, hier als besorgte Nachbarin zu sehen, wurde Anfang der 1950er mit dem Schlager "Pack die Badehose ein" zum Kinderstar, ist seit Jahrzehnten als Schauspielerin erfolgreich und heute mit 73 noch sehr gefragt.

Den schrägen Nils Engels spielt Jan Krauter. Er war kürzlich als Kollege von Anna Maria Mühe in der neuen ZDF-Krimireihe und #GOKA-Kandidaten "Solo für Weiss" zu sehen.

Was ist das Besondere an diesem "Tatort"?

Margarita Broich hat für ihre darstellerische Leistung in diesem "Tatort" sowie in dem ARD-Film "Aufbruch" eine verdiente Auszeichnung erhalten: Beim Hessischen Fernsehpreis wurde sie als beste Schauspielerin geehrt. In der Begründung der Jury heißt es: "Sie ist ein Phänomen. Eine Verwandlungskünstlerin, die keine komplizierten Frisurenkreationen braucht, um eine andere zu werden. Immer ist da diese umwerfende Körperlichkeit, mit der sie aus jeder Figur einen Solitär formt, der in keine Schublade passt."

Wertung

Der bislang schwächste Fall der Frankfurter schwankt unentschlossen zwischen schwarzer Komödie und ernst gemeinter Warnung vor der digitalen Apokalypse. Allein die sympathischen Ermittler sowie einige gelungene skurrile Szenen in der ersten Hälfte retten diese Folge vor dem Absturz.

Text: Sven Sakowitz

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