"Pregau": Die Alternative zum besinnlichen Weihnachtsprogramm

Was wir bereits wissen
In "Pregau" herrscht ein skrupelloser Clan über ein scheinbar idyllisches Dorf.

Auf den ersten Blick wirkt Pregau wie ein ganz normaler, beschaulicher Ort, malerisch vor den steierischen Bergen und an einer Weggabelung des berühmten Jakobswegs gelegen. Doch wie so oft trügt der Schein, das wissen Fernsehzuschauer spätestens seit David Lynchs abgründiger TV-Serie "Twin Peaks", die nun auch schon 25 Jahre alt und längst ein Klassiker ist.

Trailer zu "Pregau"

Darum geht's in "Pregau"

In der Tierkörperverbrennungsanlage der fiktiven Kleinstadt Pregau werden nicht nur Katzenkadaver entsorgt, sondern auch die Leichen von Prostituierten aus dem örtlichen Bordell.

Das gehört einem angesehenen Mitglied der ahnungslosen Dorfgemeinschaft. Schwiegersohn des heimlichen Puffbesitzers ist ausgerechnet der eigentlich kreuzbrave Dorfpolizist Hannes Bucher (Maximilian Brückner), der sich mit seiner eigenen Nichte Rosa (Zoë Straub) eingelassen hat - obwohl er seine Frau Maria (Ursula Strauss) über alles liebt.

"Pregau"-Hauptdarstellerin Ursula Strauss im Video-Talk

Als Rosa kurz nach dem Sex einen Unfall hat und stirbt, beginnen Buchers Kollegen zu ermitteln. Aus Angst, sein Fehltritt könnte auffliegen, versucht der in die Enge getriebene Familienvater alle Spuren zu verwischen – und löst dadurch eine katastrophale Kette von Ereignissen aus.

Ein Kampf zwischen Gut und Böse

"Es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse, den der Mensch mit sich selbst führt – und um die Frage, warum ein völlig normaler Mann wie Hannes eine Affäre mit seiner eigenen Nichte beginnt", sagt Nils Willbrandt, der das Drehbuch des Vierteilers "Mörderisches Tal – Pregau" schrieb und auch Regie führte. Die Antwort sei ganz simpel: "Hannes erliegt ihren weiblichen Reizen, weil jeder Mensch einen Abgrund in sich trägt."

Im Gespräch mit GOLDENE KAMERA verrät Willbrandt außerdem, dass seine Story auf der Geschichte einer tatsächlich existierenden Familie beruhe: "Es gibt einen Ort, der Pregau sehr ähnelt. Doch der Clan, auf den der Film anspielt, weiß nicht, dass er mir als Vorbild gedient hat."

Im Mittelpunkt steht die Figur des Hannes Bucher, der in die Familie eingeheiratet hat. Willbrandt: "Seine Lage kann jeder nachvollziehen, der schon einmal gelogen hat und anschließend eine zweite und dritte Lüge erfinden musste. Ich treibe dieses Spiel auf die Spitze – und dekliniere durch, wie Hannes mit jeder neuen Lüge in eine noch fatalere Situation gerät, bis er schließlich seine Familie, seinen Job und seine Anerkennung zu verlieren droht."

"Pregau"-Hauptdarsteller Maximiliam Brückner im Video-Talk

Maximilian Brückner, der den Antihelden spielt, erklärt seine Rolle so: "Hannes Bucher strampelt wie eine Maus im Wasserglas – er kämpft mit allen Mitteln gegen den Untergang. Das Ganze endet fatal, denn sein Lügengerüst wird immer zerbrechlicher. Sein Leben gerät außer Kontrolle."

Zum Ensemble der TV-Produktion, die in Österreich bereits ab Ende September zu sehen war und dort einen beachtlichen Marktanteil von 27 Prozent erreichte, gehört auch Armin Rohde als Dorfdepp Max. Sein Urteil: "'Pregau' ist wie 'Breaking Bad' – ein Riesenkaleidoskop von Farben mit Hunderten Brechungen!"

Den Vergleich mit der hochgelobten US-Serie muss das schwarzhumorige Krimidrama tatsächlich nicht scheuen – es ist ein Fest für alle Zuschauer, die eine Alternative zum klassisch-besinnlichen Weihnachtsprogramm suchen.

Das Weihnachtsessen zum Film: Kaninchen in Rotweinsauce

Die steirische Küche ist vielfältig, sie reicht von deftig bis exquisit. Zum Weihnachts-Vierteiler empfehlen wir Kaninchen in Rotweinsauce. Vielleicht beruhigt dieses deftige Gericht die Nerven beim Schauen des Krimis? Wenn nicht das Essen, dann vielleicht der regionale Wein aus der Weststeiermark: ein Schilcher passt zu diesem Rezept ganz hervorragend. Und als Dessert empfehlen wir Feines vom Steirischen Apfel.

Die Sendetermine von "Pregau"

1. Teil "Der Fehler": 25. Dezember, 21.50 Uhr, Das Erste

2. Teil "Die Lügen": 26. Dezember, 21.45 Uhr, Das Erste

3. Teil "Die Erpressung": 27. Dezember, 21.45 Uhr, Das Erste

4. Teil "Der große Tag": 28. Dezember, 21.45 Uhr, Das Erste

Text und Interviews: Mike Powelz

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